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Foto: Hyundai Shell Mobis WRT
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WRC Ardeca Ypres Rally 2022: Tänak holt sich den zweiten Sieg in Folge!

Nach der Secto Rallye Finnland konnte Ott Tänak im Hyundai i20 N Rally1 auch die Ardeco Ypres Rallye 2022 in Belgien für sich entscheiden: Der Weltmeister von 2019 triumphierte in Flandern vor dem Toyota-Duo Elfyn Evans und Esapekka Lappi.

Text: Harald Illmer: Fotos ©: M-Sport, Hyundai Shell Mobis WRT, Toyota Gazoo WRT

Vier Sonderprüfungen über knapp 50 km waren am Finaltag der Ardeco Ypres Rallye 2022 noch zu absolvieren. Ein spannender Sekundenkampf um den Sieg zwischen Ott Tänak und Elfyn Evans kündigte sich an. Wie am Vortag präsentierte sich das Wetter am Sonntag von seiner besten Seite, vollständig trockene, staubige Prüfungen und angenehme Temperaturen begrüssten die Teams am Sonntag Morgen.

Foto: Toyota Gazoo WRT
Foto: Toyota Gazoo WRT

Nach ihren Ausfällen an den Vortagen eröffneten Craig Breen, Kalle Rovanperä und Thierry Neuville die Prüfungen am Sonntag. 8.2s trennten die beiden Kontrahenten um den Sieg zu Gunsten von Ott Tänak vor dem Start der finalen Etappe.

Die Highspeed-Prüfung Watou über 12.36 km eröffnete den Sonntag. Elfyn Evans legte im Kampf um den Sieg vor und unterbot mit seiner Fahrt die bis dato schnellste gefahrene Zeit von Thierry Neuville um 1.2s.

Mit Spannung wurde der Konter von Ott Tänak erwartet – der Führende konnte das Tempo von Evans nicht ganz mitgehen und musste sich um 1.1s geschlagen geben. Der Vorsprung verringerte sich auf 7.1s.

Foto: M-Sport
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Die anspruchsvolle Kemmelberg Prüfung - legendär für die rutschigen Abschnitte auf Pflastersteinen - welche beim zweiten Durchgang die finale Powerstage bildet, sorgte für spektakuläre Szenen.

Auf der 13.31 km langen achtzehnten Prüfung legtte Elfyn Evans abermals eine Top-Zeit vor, doch lange Zeit sah es so aus als ob Ott Tänak diese Zeit durch absolutes Risiko unterbieten würde. Spektakuläre Onboard-Aufnahmen unterstrichen den engen Kampf um Zehntelsekunden. Erst auf den letzten Splits konnte Tänak das Tempo von Evans nicht mehr mitgehen und musste sich im Ziel um 0.4s geschlagen geben.

Vor den finalen beiden Prüfungen betrug der Rückstand auf den Führenden Ott Tänak somit 6.7s. Die 10s Zeitstrafe, welche Evans am Freitag Abend ausfasste, waren nun doppelt bitter.

Im Rest der Top-ten gab es auf der ersten Schleife am Sonntag keine Änderungen, die Positionen schienen bezogen, ein sicheres Heimbringen der Positionen schien der gängige Plan zu sein.

Foto: Hyundai Shell Mobis WRT
Foto: Hyundai Shell Mobis WRT

Hinter Tänak und Evans belegte weiter Esapekka Lappi die dritte Position in der Gesamtwertung. Oliver Solberg, Adrien Fourmaux und Takamoto Katsuta folgten auf den weiteren Rängen.

Auch in der WRC schienen die Positionen bezogen. Stephane Lefebrve verwaltete seine gut 20s Vorsprung auf Andreas Mikkelsen klug.

In der WRC2 Masters Wertung fuhr Armin Kremer seinen großen Vorsprung auf Freddy Loix ebenso sicher Richtung Klassensieg.

Kalle Rovanperä verzichtete auf der letzten Schleife auf ein Ersatzrad an Bord. Im Kampf um die Bestzeit auf der Powerstage zählt jedes Kilogramm, ein Ersatzrand schlägt in der aktuellen Konfiguration mit knapp 25 kg zu Buche.

Der zweite Durchgang in Watou bot wieder spektakuläre Szenen auf der absoluten Highspeed-Prüfung. Takamoto Katsuta klagte im Ziel der Sonderprüfung zum wiederholten Male im Verlauf der Rallye über einen Ausfall des Hybrid-Systems an seinem Boliden.

Foto: Toyota Gazoo WRT
Foto: Toyota Gazoo WRT

Adrien Fourmaux verunfallte auf der vorletzten Sonderprüfung. Der Ford-Pilot kam in einer Highspeed Sektion von der Strecke ab und überschlug sich nach dem Einschlag in einen Graben und traf auch noch einen Masten. Fourmaux und Co-Pilot Coria konnten dem Wrack unverletzt entsteigen. Die Prüfung musste einige Zeit unterbrochen werden, da der Bolide wieder auf der Strecke zu liegen kam.

Im Kampf um den Sieg legte Elfyn Evans wieder eine Top-Zeit vor, doch bereits bei den Onboard-Aufnahmen von Ott Tänak war klar, dass der Este alles riskierte. Der Hyundai-Pilot unterbot die Zeit von Tänak um 0.5s – der Vorsprung vor der finalen Powerstage betrug somit 7.2s. Die Entscheidung zugunsten von Tänak schien gefallen.

Und der Weltmeister von 2019 ließ auf der Powerstage auch nichts mehr anbrennen, fuhr die viertschnellste Zeit hinter dem Sieger der Powerstage Kalle Rovanperä und nur 2.2s langsamer als Elfyn Evans. Mit einem Vorsprung von 5.0s sicherte sich Tänak somit den dritten Saisonsieg und den zweiten Sieg nach der Rallye Finnland vor wenigen Wochen in Folge!

Esapekka Lappi komplettierte das Podium, Oliver Solberg feierte mit P4 seine bis dato beste Platzierung in der WM. Takamoto Katsuta und Stephane Lefebrve folgten in den Top-6.

Lefebrve feierte zugleich den Sieg in der WRC2- Wertung vor Andreas Mikkelsen und Yohan Rossel. Für den Franzosen der erste Sieg in der WRC2 seit der Rallye Monte Carlo 2015!

Foto: M-Sport
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Und auch im Lager von BRR konnten die Sektkorken knallen: Armin Kremer / Timo Gottschalk holten den Sieg in der WRC2-Masters Wertung vor Freddy Loix und Olivier Burri!

Ergebnisse:

Endstand:
01. Tänak / Järveoja, Hyundai i20 N Rally1 2:25:38.9
02. Evans / Martin, Toyota GR Yaris Rally1 +5.0
03. Lappi / Ferm, Toyota GR Yaris Rally1 +1:41.6
04. Solberg / Edmondson, Hyundai i20 N Rally1 +3.28.5
05. Katsuta / Johnston, Toyota GR Yaris Rally1 +6:06.1
06. Lefebrvre / Malfoy, Citroen C3 Rally2 +9:45.7
07. Mikkelsen / Eriksen, Skoda Fabia Rally2 evo +10:03.8
08. Rossel / Sarreaud, Citroen C3 Rally2 +10:54.8
09. Ingram / Drew, Skoda Fabia Rally2 evo +11:20.8
10. Gryazin / Aleksandrov, Skoda Fabia Rally2 evo +11:26.8

Die Rallye Weltmeisterschaft wird von 08.-11. September 2022 mit der Acropolis Rally in Griechenland fortgesetzt.

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WRC Ardeca Ypres Rally 2022 – Tag 2: Tänak übernimmt die Führung, Neuville out!

Lange Zeit sah es nach einem Durchmarsch beim Heimspiel von Thierry Neuville aus – doch in SP 15 rutschte der Belgier in den Graben. Neuer Führender am Samstag-Abend: Ott Tänak vor Elfyn Evans und Esapekka Lappi.

Text: Harald Illmer: Fotos ©: M-Sport, Hyundai Shell Mobis WRT, Toyota Gazoo WRT

Ein langer Tag mit acht Sonderprüfungen über 133.22 km erwartete die Teams am Samstag bei der Ardeca Ypres Rallye 2022. Die Regenschauer vom Vortag waren abgezogen, Sonnenschein begrüsste die Crews am Start der ersten Sonderprüfung des Tages.

Das Toyota-Team brachte es tatsächlich zustande den schwer zerstörten Boliden von Kalle Rovanperä für den zweiten Tag wieder einsatzfähig zu machen. Rovanperä eröffnete die Prüfungen wieder als erstes Team in der Prüfung wie am Vortag und machte vom ersten Meter klar, dass es keine Spazierfahrt werden würde.

Foto: Toyota Gazoo WRT
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Der Toyota-Youngster holte sich auch die erste Bestzeit vor Ott Tänak und Elfyn Evans. Der bis dato FührendeThierry Neuville verlor 3,1s auf die schnellste Zeit und somit auch die Führung in der Gesamtwertung. Mit einer Zehntelsekunde Vorsprung übernahm Teamkollege Ott Tänak die Spitzenposition nach der Auftaktprüfung am Samstag.

Der erste Durchgang in Dikkebus über 14.29 km sollte vorallem für Ford alles andere als nach Wunsch verlaufen. Gus Greensmith verzeichnete einen Ausritt und musste in Folge anhalten um einen Reifenschaden zu wechseln. Auch danach konnte der Ford Pilot seine Fahrt wegen eines Aufhängungsschadens nur in langsamer Fahrt fortsetzen. Adrien Fourmaux hatte das Glück auf seiner Seite, als ein Strohballen den Abflug in einen Graben verhinderte. Doch genau dieser Einschlag in den Stroballen sollte später Craig Breen zum Verhängnis werden: Der Ire verschätzte sich ebenso an dieser Kurve, der rettende Strohballen war nun aber bereits im Graben und so überschlug sich Breens Bolide mehrfach und blieb auf der Seite liegen.

Breen und Copilot Nagle konnten dem Boliden unverletzt entsteigen, das Gras rund um das Fahrzeug begann jedoch zu brennen. Mit Hilfe der Anrainer und den nachfolgenden Crews konnte der Brand jedoch früh genug gestoppt werden, die Prüfung wurde daraufhin unterbrochen und erst mit den WRC2 Startern wieder gestartet.

Foto: M-Sport
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Ott Tänak klagte im Ziel der Prüfung über ein Antriebsproblem, es bleib abzuwarten ob dies noch Auswirkungen im Kampf um die Führung haben würde. Kalle Rovanperä setzte bis zur Unterbrechung die schnellste Zeit und sicherte sich somit die zweite Bestzeit in Folge.

In der elften Prüfung Wijtschate 1 über 15.00 km gab es den nächsten Führungswechsel. Ott Tänak konnte mit seinem angeschlagenen Boliden das Tempo von Thierry Neuville nicht mitgehen. Der Belgier distanzierte den Esten um 6.2s und übernahm somit mit 6.1s Vorsprung wieder die Spitzenposition.

Gus Greensmith schleppte sich über die elfte Prüfung und verlor dabei mehr als 3 Minuten, auch in SP 12 kostete der Schaden dem Ford-Piloten mehrere Minuten.

Thierry Neuville spielte nun alle seine Erfahrung der Ypern Rallye aus und knallte eine überlegene Bestzeit in den Asphalt. Der Belgier baute seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Ott Tänak nach der zwölften Sonderprüfung auf 16.2s aus. Elfyn Evans belegte nach SP 12 den dritten Zwischenrang und kam Ott Tänak auf P2 schon gefährlich nahe.

Foto: Hyundai Shell Mobis WRT
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Esapekka Lappi, Adrien Fourmaux und Oliver Solberg komplettierten die Top-6 nach der ersten Schleife am Samstag.

In der WRC2 Wertung ging der spannende Kampf an der Spitze zwischen Stephane Lefebrve und Andreas Mikkelsen weiter. Nach SP 12 führte Lefebrvre die Zwischenwertung mit 4.6s Vorsprung an.

In der WRC2-Masters Wertung bauten Armin Kremer / Timo Gottschalk ihre überlegene Führung am Samstag Vormittag auf knapp 4 Minuten aus.

Thierry Neuville startete mit einer weiteren Bestzeit in den Nachmittag. Der Hyundai-Pilot baute mit der schnellsten Zeit in Reninge 2 vor Elfyn Evans und Ott Tänak seine Führung auf 18.3s aus.

Die Prüfungen präsentierten sich am Nachmittag nun deutlich verschmutzt, die trockenen Bedingungen brachten viel Schotter auf die Fahrbahn. Zahlreiche Ausritte und Ausfälle im hinteren Feld sorgten für jede Menge Action.

Der Kampf um den zweiten Rang hinter dem Führenden Neuville stand nun im Fokus: Mit der Bestzeit in der vierzehnten Prüfung verkürzte Elfyn Evans den Rückstand auf Ott Tänak um weitere 1.7s. Die Differenz zwischen den Zweit- und Drittlplatzierten nach SP 14 betrug nur mehr 3.2s. Ein spannender Sekundenkampf auf den verbliebenen Prüfungen des zweiten Tages kündigte sich an.

Foto: Toyota Gazoo WRT
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Und aus diesem Zweikampf wurde plötzlich ein Kampf um die Führung, nachdem Thierry Neuville nach seiner grandiosen Vorstellung am Samstag in SP 15 von der Strecke und rutschte in den Graben. Nach einiger Zeit konnte Neuville seine Fahrt dank Hilfe der Zuseher vor Ort fortsetzen, doch es stellte sich heraus, dass alle Mühe umsonst war. Die Aufhängung am Hyundai i20 N Rally1 vorne rechts war kollabiert, an ein Weiterfahren nicht zu denken. Neuville und Co-Pilot Wydaeghe mussten tief enttäuscht ihren Boliden abstellen.

Ott Tänak konnte mit der Bestzeit in SP 15 seine Führung um 3.1s auf 6.3s ausbauen, Esapekka Lappi übernahm nach dem Ausfall von Neuville den dritten Rang in der Zwischenwertung nach SP15.

Die finale Prüfung Hollebeke über 22.32 km sollte abermals zu Gunsten von Ott Tänak ausgehen – der Hyundai-Pilot konnte seinen Vorsprung auf Elfyn Evans dank einer weiteren Bestzeit um 1.9s auf 8.2s ausbauen. Ein spannender Finaltag im Kampf um den Sieg auf den verbliebenen knapp 50 km kündigte sich an.

Esapekka Lappi komplettierte das Podium am Samstag Abend mit einem Rückstand von 1:09.8 Min. Oliver Solberg, Adrien Fourmaux und Takamoto Katsuta folgten in den Top-6.

Foto: M-Sport
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In der WRC-2 setzte sich am Samstag Nachmittag Stephane Lefebrve durch. Der Citroen Pilot beendete die 2. Etappe mit 21.4s Vorsprung auf Andreas Mikkelsen.

Armin Kremer / Timo Gottschalk setzten ihren Erfolgsrun in der WRC2-Masters Wertung fort und führten diese Wertung am Samstag Abend mit mehreren Minuten Vorsprung auf Freddy Loix an.

Ergebnisse:

Zwischenstand nach dem 2. Tag:
01. Tänak / Järveoja, Hyundai i20 N Rally1 1:58:55.2
02. Evans / Martin, Toyota GR Yaris Rally1 +8.2
03. Lappi / Ferm, Toyota GR Yaris Rally1 +1:09.
04. Solberg / Edmondson, Hyundai i20 N Rally1 +2:51.6
05. Fourmaux / Coria, Ford Puma Rally1 +3:05.9
06. Katsuta / Johnston, Toyota GR Yaris Rally1 +5:39.3
07. Lefebrvre / Malfoy, Citroen C3 Rally2 +7:50.5
08. Mikkelsen / Eriksen, Skoda Fabai Rally2 evo +8:11.9
09. Rossel / Sarreaud, Citroen C3 Rally2 +8:50.9
10. Munster / Louka, Hyundai i20 N Rally2 +9:12.1

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WRC Ardeca Ypres Rally 2022 – Tag 1: Neuville vor Tänak und Evans!

Lokalmatador Thierry Neuville übernahm am ersten Tag der Ardeca Ypres Rally 2022 die Führung. Der Hyundai-Pilot liegt nach den acht Sonderprüfungen am Freitag vor seinem Teamkollegen Ott Tänak und Elfyn Evans (Toyota) in Front.

Text: Harald Illmer: Fotos ©: M-Sport, Hyundai Shell Mobis WRT, Toyota Gazoo WRT

Zurück in Belgien – Nach der WRC-Premiere im Vorjahr geht die Ardeca Ypres Rally heuer zum zweiten Mal als Ersatzlauf über die Bühne. Im Februar rückte die belgische Runde auf und und übernahm den noch offenen August-Termin im WM-Kalender.

Insgesamt zwanzig anspruchsvolle Asphalt-Sonderprüfungen über 281.58 km stehen in drei Etappen rund um das Rallyezentrum in Ypern auf dem Programm. Ingesamt 86 Teams gaben ihre Nennung ab, darunter 10 Rally1- und 37 Rally2-Boliden. Mit dabei im WRC2-Masters auch wieder Armin Kremer / Timo Gottschalk im BRR Skoda Fabia Rally2 evo. Acht Sonderprüfungen über 97.02 km waren am Freitag zu absolvieren.

Foto: Toyota Gazoo WRT
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Mit Spannung wurde die Wetterentwicklung vor dem Start der ersten Etappe erwartet. Regenschauer waren angekündigt, es blieb abzuwarten wie stark diese ausfallen würden bzw. sich auf die Reifenwahl Auswirkungen haben würden. Ein Großteil der Teams ging dementsprechend mit einem Mix aus Hard und Soft Pneus in die erste Schleife.

Kalle Rovanperä eröffnete als WM-Führender die Sonderprüfungen am Freitag. Die Auftaktprüfung Vleteren 1 über 11.97 km präsentierte sich noch trocken, die Regenwolken formierten sich jedoch bereits bedrohlich am Horizont.

Thierry Neuville verschätzte sich bei einem der zahllosen Abzweiger und verlor dabei knapp 10s, auch Craig Breen kostete ein Dreher einige Sekunden. An die Zeit die der WM-Führende Rovanperä vorgelegt hatte, kam keiner seiner Konkurrenten heran. Der Toyota-Youngster setze die erste Bestzeit vor Elfyn Evans und Ott Tänak.

Foto: M-Sport
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Die Führung Rovanperäs sollte jedoch nicht von langer Dauer sein. Bereits auf der zweiten Sonderprüfung Westouter – Boeschepe 1 über 19.60 km überschlug sich der Finne bei Highspeed mehrmals. Rovanperä und Co Haltunen konnten dem Wrack unverletzt durch die Frontscheibe entsteigen. Bereits in den Onboard Aufnahmen zuvor waren einige risikoreiche Manöver zu sehen.

Auch Rovanperäs Teamkollege Esapekka Lappi erreichte das Ziel der Sonderprüfung mit deutlichen Schaden am Heck des Boliden. Der Finne büßte 11.7s auf die Bestzeit von Thierry Neuville. Hinter dem belgischen Lokalmatador setzten Elfyn Evans, Ott Tänak und Craig Breen die schnellsten Zeiten in SP 2. Evans übernahm somit nach dem Ausfall von Rovanperä die Gesamtführung vor dem Hyundai-Duo Ott Tänak und Thierry Neuville.

Der Vormittag bei der Ypern Rallye sollte für Toyota weiter nicht nach Wunsch verlaufen. In SP 3 Mesen – Middelhoek 1 über 7.99 km kam Takamoto Katsuta nach einem technischen Problem am Getriebe zum Liegen. Nur mit Hilfe des elektrischen Antriebs konnte der Japaner seinen Boliden ins Ziel retten. Eine Weiterfahrt schien jedoch äußerst fraglich.

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Ott Tänak sicherte sich in SP 3 die erste Bestzeit vor Thierry Neuville und Craig Breen. In der Gesamtwertung konnte Tänak den Rückstand auf den Führenden Elfyn Evans somit auf nur mehr 0.6s verringern.

Noch fiel der angekündigte Regen bis auf wenige Tropfen noch nicht. Der Himmel verfinsterte sich jedoch zusehend.

Takamoto Katsuta konnte seinen Boliden zum Start der vierten Sonderprüfung bringen, im Verlauf der SP kostete das technische Problem jedoch abermals viel Zeit.

Im Verlauf der Prüfung setzte der Regen immer stärker ein, konnten die ersten Fahrzeuge die Prüfung noch trocken absolvieren, präsentierte sich bei Gus Greensmith bereits große Teile der Prüfung sehr nass. Der Ford-Pilot kämpfte sich über die Prüfung und verlor knapp 30s.

Elfyn Evans nutzte seine Startposition und baute seine Führung mit der Bestzeit in SP vor Thierry Neuville und Ott Tänak weiter aus. Mit einem Vorsprung von 2.3s auf Ott Tänak und 8.8s auf Thierry Neuville erreichte der Toyota-Pilot den Servicepark in Ypern.

Esapekka Lappi (+21.2), Craig Breen (+25.4) und Gus Greensmith (+58.2) komplettierten die Top-6 nach der ersten Schleife.

Foto: Toyota Gazoo WRT
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In der WRC2 übernahmen die Franzosen Stephane Lefebvre und Yohan Rossel die Führung vor Andreas Mikkelsen.

In der WRC2-Masters glänzte Armin Kremer und sicherte sich auf drei der vier Sonderprüfungen am Vormittag die Bestzeit. Nach SP4 führte der BRR-Pilot die Gesamtwertung vor dem elfmaligen Ypern-Sieger Freddy Loix und dem Schweizer Olivier Burri an.

Die Schauer zogen nach der vierten Sonderprüfung wieder ab, die Nachmittagsschleife begann wieder bei Sonnenschein. Doch schon im Verlauf der fünften Prüfung sollten sich die Wolken wieder zunehmend verdunkeln.

Den zweiten Durchgang in Vleteren über 11.97 km konnte Ott Tänak zeitgleich mit Thierry Neuville für sich verbuchen. Das Hyundai-Duo verkürzte den Rückstand auf den Führenden Elfyn Evans somit um 1.2s.

Einige Piloten wie Craig Breen und Esapekka Lappi setzten bei der Reifenwahl klar auf einen nassen Nachmittag und hofften im Ziel der Prüfung auf möglichst bald einsetzenden Regen.

Mit der klaren Bestzeit von Thierry Neuville endete die sechste Sonderprüfung Westouter – Boeschepe. Der Belgier verkürzte den Rückstand auf Evans auf nur mehr 4.3s. Der von vielen erhoffte Regen ließ weiter auf sich warten.

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Auch die siebte Prüfung startete mit trockener Fahrbahn. Thierry Neuville setzte seinen Erfolgsrun auch in SP 7 fort und holte sich nicht nur die Bestzeit sondern auch die Gesamtführung. Neuville distanzierte Ott Tänak um 2.6s und Elfyn Evans um ganze 5s. Der Kampf an der Spitze wurde immer enger – Die Top3 waren nun lediglich durch 0.7s getrennt.

Eine Zeitstrafe von 10s für Elfyn Evans nachdem er die Zeitkontrolle an SP 8 zu spät erreichte, nahm vor dem spannenden Finale am Freitag etwas Luft aus dem Dreikampf an der Spitze. Thierry Neuville ließ auf den letzten 8.95 km des Tages nichts mehr anbrennen und holte sich die nächste Bestzeit vor Ott Tänak und Esapekka Lappi.

Mit einem Vorsprung von 2.5s auf seinen Teamkollegen Ott Tänak beendet Thierry Neuville somit den ersten Tag der 58. Ardeca Ypres Rally als Gesamtführender. Elfyn Evans komplettierte das Podium am Freitag Abend mit 13.7s Rückstand. Esapekka Lappi, Craig Breen und Gus Greensmith komplettierten die Top-6 am Ende des ersten Tages.

In der WRC2 beendete Stephane Lefebrve im Citroen C3 Rally2 den ersten Tag als Führender vor Andreas Mikkelsen im Skoda Fabia Rally2 evo und Yohan Rossel in enem weiteren Citroen C3 Rally2.

Armin Kremer / Timo Gottschalk setzten ihre grandiose Vorstellung auch am Nachmittag fort und führten die WRC2 Masters Wertung am Freitag Abend mit mehr als 2:50 Minuten Vorsprung auf Freddy Loix an.

Ergebnisse:

Zwischenstand nach dem 1. Tag:
01. Neuville / Wydaeghe, Hyundai i20 N Rally1 49:50.4
02. Tänak / Järveoja, Hyundai i20 N Rally1 +2.5
03. Evans / Martin, Toyota GR Yaris Rally1 +13.7
04. Lappi / Ferm, Toyota GR Yaris Rally1 +37.3
05. Breen / Nagle, Ford Puma Rally 1 +56.1
06. Greensmith / Andersson, Ford Puma Rally1 +1:34.5
07. Solberg / Edmondson, Hyundai i20 N Rally1 +2:01.2
08. Fourmaux / Coria, Ford Puma Rally1 +2:09.5
09. Lefebrvre / Malfoy, Citroen C3 Rally2 +3:41.4
10. Mikkelsen / Eriksen, Skoda Fabai Rally2 evo +3:56.9

Weitere Informationen zur Ardeco Ypres Rally 2022: https://www.ypresrally.com/

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