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ERC Royal Rally of Scandinavia 2026: Heikkilä holt sich den ERC-Premierensieg!

Der Finne Mikko Heikkilä holte sich seinen ersten Sieg in der Rallye Europameisterschaft bei der ereignisreichen BAUHAUS Royal Rally of Scandinavia in Schweden. Die BRR-Youngsters Maximilian Lichtenegger & Marcel Neulinger konnten mit guten Leistungen glänzen.

Text: Harald Illmer. FIA ERC; Fotos: FIA ERC @World / Red Bull Content Pool; FLAT-OUT media agency, Bence Photo

In der Vergangeheit war Mikko Heikkilä schon oft nahe dran am ersten Sieg in der Rallye-Europameisterschaft, das Glück war jedoch bisher nicht auf seiner Seite. Endlich hat er es nun geschafft – Der Finne hat einen Lauf der FIA Rallye-Europameisterschaft gewonnen, nachdem er die dramatische vierte Auflage der BAUHAUS Royal Rally of Scandinavia für sich entschieden hat.



Youngster Jaspar Vaher aus Estland hatte die schwedische Schotterrallye nach elf actionreichen Sonderprüfungen angeführt, doch ein Unfall auf der zwölften Sonderprüfung beschädigte seinen Toyota GR Yaris Rally2 schwer und warf den 19-jährigen aus dem Kampf um die Spitze.

Vahers unglücklicher Ausfall ließ Teemu Suninen vom Sieg träumen - vier Sonderprüfungen vor Schluss lag der Finne vor seinem Landsmann Heikkilä mit 4,8 Sekunden Vorsprung in Führung.

Der dreimalige Podiumsplatzierte der FIA Rallye-Weltmeisterschaft baute seinen Vorsprung auf 5,4 Sekunden aus, nachdem er auf SP13, der ersten Sonderprüfung nach dem Mittagsservice, 0,6 Sekunden schneller als sein finnischer Landsmann war.

Trotz eines Reifenschadens hinten rechts kurz vor dem Ende von SP14 konnte Heikkilä mit der schnellsten Zeit kontern und Suninens Vorsprung auf 2,8 Sekunden verkürzen – zwei Sonderprüfungen vor Schluss.



Suninen schien Heikkiläs Vorsprung jedoch wieder wettgemacht zu haben, nachdem er auf SP15 eine schnellere Zwischenzeit als Heikkilä erzielt hatte. Doch dann verunfallte auch Suninen 1,8 Kilometer vor dem Ziel der vorletzten Sonderprüfung, wodurch Heikkilä die Führung übernahm.

Mit Co-Pilot Kristian Temonen verteidigte Heikkilä seine Führung auf der 7,91 Kilometer langen Ölme Powerstage und sicherte Finnland damit den ersten ERC-Sieg seit Roope Korhonens Triumph in Ungarn im vergangenen Mai.

„Ehrlich gesagt, ist das ziemlich gut“, sagte Heikkilä, der wie Suninen mit einem Škoda Fabia RS Rally2 antrat. „Wir haben lange darauf hingearbeitet. Es war ein langes Wochenende, an dem wir um Zehntelsekunden gekämpft und uns die ganze Zeit über ein hartes Duell geliefert haben. Das Ergebnis ist dieses – genau das war unser Ziel – und wir können jetzt wirklich glücklich sein.“

Für Heikkilä half der Sieg mit einem Vorsprung von 15,7 Sekunden, die Erinnerung an die bittere Enttäuschung auf der Powerstage beim ERC-Saisonauftakt 2023 in Fafe zu verdrängen, als ihm ein Reifenschaden kurz vor dem Ziel einen scheinbar sicheren ersten ERC-Sieg verwehrte. Auch in der folgenden Saison führte er in Ungarn, bevor ein Reifenschaden sein vorzeitiges Ausscheiden zur Folge hatte.



Mārtiņš Sesks setzte sich im Kampf um den zweiten Platz gegen den schwedischen Lokalmatador Isak Reiersen durch. Das Podium war über weite Strecken der Rallye hart umkämpft.

Reiersen hatte Sesks auf der ersten Sonderprüfung am Sonntag noch überholt, konnte den Letten im Laufe des Tages aber nicht hinter sich halten. Ein heftiger Kontakt mit einem Felsen auf SP12 erschwerte die Bemühungen des Schweden zusätzlich.

Der amtierende Junior-ERC-Meister Calle Carlberg verwies seinen Teamkollegen Patrik Hallberg mit 3,6 Sekunden Vorsprung auf den vierten Platz. Hallberg hatte die Powerstage mit einem platten Reifen beendet und musste schließlich aufgeben, da er seinen Ersatzreifen bereits verbraucht hatte.

Simone Tempestini belegte vor dem Sieger der BAUHAUS Royal Rally of Scandinavia 2025, Eyvind Brynildsen, den fünften Platz. Brynildsen machte einen Fehler in der Qualifikationsprüfung am Freitag für seine ungünstige Startposition auf der ersten Etappe verantwortlich. Trotzdem kämpfte er sich vom 22. auf den sechsten Platz vor.

ERC-Titelverteidiger Miko Marczyk lag nach der ersten Sonderprüfung auf Platz 20, kämpfte sich aber bis zum Ziel auf Platz sieben vor. Joosep Ralf Nõgene machte auf den letzten beiden Sonderprüfungen zwei Plätze gut, indem er Fabrizio Zaldívar auf der vorletzten Prüfung verdrängte und anschließend auf der Powerstage Brandon Semenuk überholte. Semenuk belegte am Ende den 9. Platz, Zaldívar den 10.

In der ERC3 feierte der Finne Ville Vatanen den Sieg vor Craig Rahill aus Irland und dem Tschechen Petr Kacirek jun. Maximilian Lichtenegger kämpte lange Zeit um eine weitere Podiumsplatzierung, ehe ein Reifenschaden und daraus resultierende Folgeschäden am Samstag zum Ausfall führten. Am Sonntag trat der Kärntner wieder an und konnte an seine Leistung des Vortags anschließen.

In der JERC holte Opel Pilot Timo Schulz den Sieg vor seinem Teamkollegen Tom Heindrichs. Der Italiener Davide Pesavento im Lancia komplettierte das Podium. Marcel Neulinger beendete die ERC Royal Rally of Scandinavia auf P7 der JERC Wertung.

Ergebnisse:

Endstand nach 16 Sonderprüfungen:
01. Heikkilä / Temonen, Skoda Fabia RS Rally2 1:31:07.8
02. Sesks / Francis, Skoda Fabia RS Rally2 +15.7
03. Reiersen / Gustavsson, Skoda Fabia RS Rally2 +31.4
04. Carlberg / Eriksen, Toyota GR Yaris Rally2 +1:18.1
05. Tempestini / Maior, Skoda Fabia RS Rally2 +1:55.1
06. Brynildsen / Fredriksson, Toyota GR Yaris Rally2 +2:18.2
07. Marczyk / Dymurski, Skoda Fabia RS Rally2 +2:26.4
08. Nögene / Lesk, Toyota GR Yaris Rally2 +2:32.1
09. Semenuk / Williams, Skoda Fabia RS Rally2 +2:33.2
10. Zaldivar / Der Ohannesian, Skoda Fabia RS Rally2 +2:36.9

Die Rallye Europameisterschaft wird von 03.-05. Juli 2026 mit der 14. Rally di Roma Capitale fortgesetzt.

BRR-Youngsters überzeugen in Skandinavien:

Maximilian Lichtenegger und Marcel Neulinger sorgten bei der ERC Royal Rally of Scandinavia mit ihren Leistungen für viel Freude bei BRR-Teamchef Raimund Baumschlager.

Maximilian Lichtenegger glänzte auch in Schweden mit starken Zeiten und mischte im Renault Clio Rally3 mit Co-Pilot Bernhard Ettel im Kampf um eine weitere Podiumsplatzierung in der ERC3 kräftig mit. Ein Reifenschaden in der achten Sonderprüfung sowie die daraus resultierenden Schäden am Fahrzeug führten jedoch am Samstag zum Ausfall. Am Sonntag knüpfte der Kärntner nahtlos an seine Leistungen vom Vortag an und zeigte erneut sein Potenzial.

Marcel Neulinger konnte sich bei seinem Debüt in der Junior Rallye Europameisterschaft und zugleich seiner ersten Schotterrallye kontinuierlich steigern und am zweiten Tag mehrere Top 3 Zeiten setzen. Gemeinsam mit Co Pilot Jürgen Heigl beendete der Oberösterreicher im Lancia Ypsilon Rally4 HF die Rallye auf Platz sieben in der JERC Wertung.

Teamchef Raimund Baumschlager zieht nach der ERC Royal Rally of Scandinavia zufrieden Bilanz:

Maximilian hat erneut nicht nur mit Speed, sondern auch mit bemerkenswerter Konstanz aufgezeigt – seine Zeiten können sich wirklich sehen lassen. Berücksichtigt man seine noch geringe Erfahrung und die kurze Zeit, die er im Rallyesport aktiv ist, sind diese Leistungen hervorragend. Denn im Rallye-Sport geht es längst nicht nur ums reine Gasgeben – Ein präziser Aufschrieb und viele weitere Details führen zum Erfolg.

Marcel hat – man möchte fast schon sagen in gewohnter Manier – die Rallye souverän abgespult und sich dabei kontinuierlich gesteigert. Ehrlich gesagt war er auf dem für ihn völlig neuen Untergrund Schotter deutlich schneller unterwegs, als ich erwartet hätte. Dass er zudem ein echter Kämpfer ist, zeigte sich, als er ein gestrandetes Auto leicht streifte und trotz beschädigter Hinterachse weiterkämpfte.

Nicht unerwähnt möchte ich die Leistung der erfahrenen Beifahrer lassen - Jürgen und Bernhard haben einen wesentlichen Anteil an der deutlich steigenden Lernkurve. Hinzu kommt die sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Crews im Auto und dem Einsatzteam. Man darf nicht vergessen, dass auch in diesem Bereich beiden Fahrern noch viel Erfahrung fehlt.

Es freut mich enorm zu sehen, wie die Jungs an sich arbeiten und gemeinsam mit dem Team wachsen. Wenn es gelingt, die finanziellen Mittel für größere Meisterschaften aufzustellen, dürfen wir uns auf äußerst erfolgreiche junge Österreicher im internationalen Feld freuen!“

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Zeitplan ERC BAUHAUS Royal Rally of Scandinavia 2026:

Freitag, 22. Mai 2026:
11:00 Free Practice Träfors (6,42 km)
14:01 Qualifying Stage Träfors (6,42 km)
15:00 Shakedown Träfors (6,42 km)
18:10 Start Karlstad City
18:33 SP 1 Bråtebäcken 1 (3,18 km)
18:58 Parc Ferme

Samstag, 23. Mai 2026:
06:45 Parc Ferme OUT
06:45 Service A Karlstad
08:03 SP 2 Värmskog 1 (14,46 km)
09:36 SP 3 Stensjön (19,30 km)
10:59 SP 4 Värmskog 2 (14,46 km)
11:59 Service B Karlstad
14:17 SP 5 Gårdsjö 1 (11,39 km)
15:10 SP 6 Colins 1 (6,43 km)
16:20 SP 7 Gårdsjö 2 (11,39 km)
17:13 SP 8 Colins 2 (6,43 km)
19:08 Flexi Service C Karlstad
19:53 Parc Ferme

Sonntag, 24. Mai 2026:
06:20 Parc Ferme OUT
06:20 Service D Karlstad
07:40 SP 9 Bäckelid 1 (19,58 km)
08:29 SP 10 Ängebäckstorp 1 (13,05 km)
07:40 SP 11 Bäckelid 2 (19,58 km)
08:29 SP 12 Ängebäckstorp 2 (13,05 km)
11:39 Service E Karlstad
13:02 SP 13 Lövhöjden 1 (8,91 km)
14:05 SP 14 Ölme 1 (7,91 km)
15:07 SP 15 Lövhöjden 2 (8,91 km)
17:05 SP 16 Ölme 2 Powerstage (7,91 km)
19:00 Ziel Karlstad

Weitere Informationen zur ERC BAUHAUS Royal Rally of Scandinavia 2026: https://www.ercroyalrally.com

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