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ADAC 3-Städte-Rallye 2026: Neubauer triumphiert vor von Thurn und Taxis und Geipel!

Hermann Neubauer / Ursula Gaßner holten sich den Sieg bei der 59. ADAC 3-Städte Rallye in Niederbayern und Oberösterreich. Die frischgebacken Österreichischen Meister triumphierte vor Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain und Philip Geipel / Jennifer Lerch.

Text: Harald Illmer, ADAC Motorsport, Sportpressedienst; Fotos: Harald Illmer, Axel Kindermann

Nach zwölf packenden Sonderprüfungen und zahlreichen Führungswechseln feierte der aktuelle österreichische Meister Hermann Neubauer gemeinsam mit seiner Co-Pilotin Ursula Gaßner im Toyota GR Yaris Rally2 den Sieg bei der diesjährigen ADAC 3-Städte-Rallye. Das Duo kämpfte von Beginn an um die Spitze und entschied insgesamt drei der zwölf Prüfungen für sich.



„Es war eine sehr schwierige Rallye. Die anderen Jungs waren von Beginn an sehr schnell. Vor allem die Bedingungen hier in Deutschland mit den vielen Kuppen, die wir aus Österreich so gar nicht kennen, waren für mich eine große Umstellung. Ich habe das gemacht, was ich machen musste, bin nicht zu viel Risiko gegangen und hatte alles unter Kontrolle. Die Leistung war gut und ich bin sehr zufrieden, dass wir die Rallye gewinnen konnten“, sagte Neubauer nach der stimmungsvollen Siegerehrung auf dem Marktplatz im Herzen Hauzenbergs.

Eine ganz starke Performance über die gut 170 anspruchsvollen Wertungskilometer durch Deutschland und Österreich zeigten auch Albert von Thurn und Taxis und Co-Pilotin Jara Hain bei der ADAC 3-Städte-Rallye. Mit ihrem Škoda Fabia RS Rally2 fuhren sie viermal die Bestzeit und wurden bei ihrem dritten Auftritt im Bayerischen Wald Zweiter. „Ich bin überwältigt und überglücklich über dieses Ergebnis. Nach dem Zeitverlust am Vormittag waren wir bis auf Platz sechs zurückgefallen. Danach haben wir uns Stück für Stück zurückgekämpft und im Regen sogar Bestzeiten gefahren. Dass uns auf der letzten Prüfung noch einmal eine Bestzeit gelungen ist, ist einfach riesig. Wir haben keine Fehler gemacht, sind konstant gefahren und haben uns dieses Ergebnis gegen eine ganz starke Konkurrenz erarbeitet“, sagte Albert von Thurn und Taxis.

Nach einem beeindruckenden Schlussspurt auf den finalen Sonderprüfungen schaffte Philip Geipel, der sich das Cockpit des Toyota GR Yaris Rally2 mit Jennifer Lerch teilt, noch den Sprung aufs Treppchen. Als Dritter und bester DRM-Pilot holte Geipel die volle Punktzahl für den Sieg sowie fünf zusätzliche Zähler auf der Power Stage. Dadurch übernimmt der DRM-Champion aus dem Jahr 2022 mit 126 Zählern die Führung in der Gesamtwertung. „Heute Morgen habe ich den Start völlig verschlafen und mich bei den wechselnden Bedingungen überhaupt nicht wohlgefühlt. Als der Regen kam, lief es dann deutlich besser. Es war über den ganzen Tag ein echter Krimi und ich bin total glücklich, dass es so funktioniert hat. Dieses Ergebnis war für die Meisterschaft bitter notwendig, um alle Möglichkeiten offenzuhalten. Schade für Marijan mit dem Reifenschaden auf der letzten Prüfung – so etwas wünscht man niemandem.“



Der bisherige Meisterschaftsführende Griebel hatte in der finalen Sonderprüfung einen Reifenschaden und zusammen mit Co-Pilotin Ella Kremer im Skoda Fabia RS Rally2 fiel das Duo dadurch sogar auf Platz fünf hinter Julius Tannert zurück. „Wir hatten einen spannenden Kampf mit Philip und ich wäre mit Platz zwei im Hinblick auf die Meisterschaft zufrieden gewesen. Leider haben wir uns auf der Power Stage nach rund eineinhalb Kilometern einen Reifenschaden eingefangen und mussten mehr als zehn Kilometer auf dem platten Reifen fahren. Das hat uns am Ende viel Zeit gekostet. Bis dahin hat alles sehr gut funktioniert und wir hatten ein tolles Auto“, erklärte der aktuelle Champion.

Zufrieden mit dem vierten Platz zeigte sich Tannert, der mit Beifahrer Pirmin Winklhofer im Porsche 911 Rally GT die fünfte Rallye des Jahres bestritt. „Im Trockenen haben wir gemerkt, dass es schwer wird. Umso überraschter waren wir, als wir im Regen gleich eine Bestzeit gefahren haben und plötzlich ganz vorn dabei waren. Leider haben wir uns dann einen Reifenschaden eingefangen und rund eine Minute verloren. Wenn man sieht, was am Ende möglich gewesen wäre, ist das natürlich bitter. Trotzdem war es ein gutes Wochenende und wir haben alles herausgeholt“, sagte Tannert.



In der DRM3 lieferten sich Leonard Weiss mit Co-Pilot Nick Hainke im Ford Fiesta Rally3 sowie Timo und Jasmin Weigert im Renault Clio Rally3 einen äußerst spannenden Zweikampf um den Sieg. Am Ende hatte das Duo Weigert mit acht SP-Siegen gegenüber vier Bestzeiten der Konkurrenz knapp die Nase vorn und verlässt die ADAC 3-Städte-Rallye als strahlender Sieger. „Es war ein enger Kampf und bei den Bedingungen heute im Regen alles andere als einfach. Auf der Power Stage mit Nacht, Nebel und Regen waren wir dann voll fokussiert und hellwach. Umso glücklicher sind wir über den Sieg und die Bestzeit auf der Power Stage. Nach dem WM-Lauf auf Sardinien in der vergangenen Woche waren es zwei sehr intensive Wochen für uns. Jetzt sind wir einfach happy, dass wir diesen Erfolg mit nach Hause nehmen können“, sagte Timo Weigert.

Riesenfreude auch beim Gewinner der Klasse DRM4: Konstante Leistungen, besonders am zweiten Tag der Rallye, waren der Grundstein für den Erfolg von Kilian Nierenz und Co-Pilotin Milena Raithel im Opel Corsa Rally4. „Für mich war es einfach mega. Die Strecken waren sehr anspruchsvoll und irgendwann hat Milena gesagt, dass ich ein bisschen verwalten soll. Da wusste ich, dass wir führen, und das hat mich riesig gefreut. Am Ende war es einfach nur der Hammer“, erzählte Nierenz nach Abschluss der Siegerehrung. Insgesamt markierten fünf unterschiedliche Teams jeweils Bestzeiten in der Klasse DRM4, Nierenz stand sechs Mal an der Spitze des Tableaus.



Zweite der Klasse wurden Max Schumann und Ann Felke (Renault Clio Rally4), die mit einem Rückstand von 41,1 Sekunden ins Ziel kamen. Dritte wurden Karl-Otto und Anna Niebäumer (Opel Corsa Rally4), die sich damit auch den Sieg in der DRM Junior Wertung sicherten. „Die Führung in der Junior Wertung ist für uns natürlich riesig wichtig, darauf haben wir die ganze Zeit hingearbeitet. Die Prüfungen hier waren für uns Neuland und extrem anspruchsvoll. Wenn nach vorn und hinten genügend Abstand ist, versucht man natürlich, das Ergebnis zu kontrollieren und sicher nach Hause zu bringen. Es war eine mega Veranstaltung“, schwärmte der Führende der Juniorwertung. Für Begeisterung bei den Fans sorgte wieder einmal Walter Gromöller, der mit seinem Opel Ascona 400 die Blicke auf sich zog und zudem die DRM Classic für sich entschied.

Die 59. Auflage der ADAC 3-Städte-Rallye stellte die Teams auf den zwölf Sonderprüfungen in Deutschland und Österreich vor unterschiedliche Herausforderungen. Während am Freitag bei einem Mix aus Sonne und Wolken, trockenen Straßen und Temperaturen um 12 Grad noch gute Bedingungen herrschten, sorgte Regen am Samstag bei Temperaturen um 10 Grad für deutlich schwierigere Verhältnisse. Mit mehr als 24 Kilometern war die Sonderprüfung „Made in FRG“ die längste der Rallye, auf der SP „Böhmerwald II“ überquerten die Teilnehmer die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Nach insgesamt 173 Wertungskilometern wurden die besten Teams jeder Klasse am Samstagabend auf dem Marktplatz in Hauzenberg vor den Fans geehrt.

Nächster Stopp der DRM ist die ADAC Saarland-Pfalz Rallye rund um St. Wendel am 30. und 31. Oktober.

ZM-Racing zieht sehr gute Bilanz bei 3-Städte Rallye in Deutschland:

Hermann Neubauer wird Gesamt-Sieger, Christoph Zellhofer belegt Platz 8. Rallye zählte zur Deutschen Meisterschaft aber auch zum Mitropa Rallye Cup.

So quasi als Belohnung für die beiden heimischen Rallye-Staatsmeister Titel ermöglichte das ZM-Racing Team ihrem Fahrer-Duo Hermann Neubauer/Ursula Gassner (Toyota GR Yaris Rally2), sowie Christoph Zellhofer/Anna Maria Seidl (Ford Fiesta Rally2) einen etwas günstigeren Start bei der zur Deutschen Rallye Meisterschaft und Mitropa Cup zählenden 59. Auflage der 3-Städte Rallye, mit Start und Ziel im bayrischen Hauzenberg.

Insgesamt waren 57 Mannschaften am Start, darunter in der stärksten Klasse RC2 mit zehn bzw. zwei RGT-Boliden die gesamte Spitze mit allen deutschen Top-Fahrern. Die Wetterverhältnisse waren an beiden Tagen unterschiedlich, wurden die ersten vier Sonderprüfungen am Freitag noch bei trockenen Verhältnissen absolviert, so gab es am Schlusstag am Samstag durch einen Schlechtwettereinbruch mit Regen, etwas schwierigere Bedingungen.

Der erste Tag brachte Hermann Neubauer nach vier Prüfungen eine knappe Führung in der Gesamtwertung von 2,6 Sekunden vor dem vielfachen deutschen Meister Marijan Griebel (Skoda Fabia RS Rally2) und Philip Geipel (Toyota GR Yaris Rally2) mit 9,1 Sekunden. Christoph Zellhofer hatte bereits auf der Sonderprüfung 2 etwas Pech, er verbremste sich bei der Ausfahrt aus dem Rundkurs, der Wagen schoss ohne anzuschlagen gerade weiter, dabei ist der Motor abgestorben. Der Zeitverlust war beträchtlich, so dass der Juniorchef des Hauses Zellhofer an achter Stelle liegend mit einem Rückstand von fast 40 Sekunden übernachtete.

Der zweite Tag stand dann auf Grund der differenten Wetterbedingungen ganz im Zeichen der richtigen Reifenwahl. Hier gab es bei einigen Prüfungen echte Überraschungen wie die Bestzeiten von Albert von Thurn und Taxis (Skoda Fabia Rally2) auf der SP 5, SP 8 und SP 10, Björn Satorius (Toyota GR Yaris Rally2) auf der SP6 und Julius Tannert (Porsche 992 Rally GT) auf der SP 7.

Hermann Neubauer verstand es ausgezeichnet ein Tempo zu fahren, dass die Möglichkeit bot mit der Spitze mitzufahren, ohne dabei seine Gesamtführung zu gefährden. Christoph Zellhofer steigerte sich auf der SP 5 mit einer sechstbesten und auf der SP 8 gar mit einer fünfbesten Zeit, ohne jedoch dabei einen Platz gut machen zu können. Dies, obwohl es neuerlich auf der SP 6 zu einer heftigeren Berührung mit einem Erdwall kam, wobei wieder der Motor abgestorben ist. Chrissi blieb aber Achter.

Auf den letzten vier Sonderprüfungen zeigten dann Hermann Neubauer und Ursula Gassner mit ihrem Toyota GR Yaros Rally2 aus dem Hause von ZM-Racing, dass sie ihren Vorsprung, der mit einem Sekundenkrimi begann, ganz entscheidend weiter ausbauen konnten. Sie sind eine taktisch großartige Rallye gefahren und so als absolut würdige Sieger auf dem Stadtplatz von Hauzenberg von den trotz des Regens gekommenen Fans, gebührend gefeiert worden. Aber auch Christoph Zellhofer mit seiner deutschen Beifahrerin Anna Maria Seidl (Ford Fiesta Rally2) konnte trotz einiger „Hoppalas“ mit seinem achten Gesamtrang durchaus zufrieden sein.

Sieger Hermann Neubauer:“ Es war wie ein Länderkampf Österreich gegen Deutschland, das ist etwas Spezielles. Unsere Leistung war ok, aber es ist nicht ganz so einfach, einen Vorsprung zu verwalten und keinen Fehler zu machen. Die Kuppen in den Kurven waren für uns sehr ungewohnt, es bestand da eine Gefahr sich einen Patschen einzufahren, für uns war das eher ungewöhnlich. Ich bin froh, dass wir dadurch keinen Fehler gemacht haben. Es war eine Superrallye, es war mein dritter Start und ich bin endlich durchgekommen. Meine Gegner aus Deutschland waren sehr stark.“

Auch Christoph Zellhofer darf mit Gesamtrang 8 durchaus zufrieden sein:“ Es waren hier sehr schwere Bedingungen, es war extrem rutschig und es war dadurch sehr schwer einzuschätzen, was man riskieren konnte oder nicht. Nachdem die Prüfungen sehr schnell waren, kam hier Einiges zusammen. Ich bin mit einigen sehr guten SP-Zeiten zufrieden, leider hatte ich auch zwei kleine Ausritte die Zeit gekostet haben. Wenn man so schnell unterwegs ist, kann es auch passieren, dass man über seine Grenzen geht. Jedenfalls haben wir unser Soll erfüllt.“

ZM Racing Teamchef Max Zellhofer, der diesen Start ermöglicht hatte, war wie sein Stellvertreter Herbert Kreillechner u. Technik-Chef Alex Köck vom Abschneiden des gesamten Teams sehr angetan:“ Mit dem Hermann Neubauer haben wir hier einen Kandidaten gehabt, wo wir schon gewusst haben, wir könnten unter die ersten Drei kommen. Wir haben die Deutschen vorher nicht einschätzen können, weil wir keinen Vergleich hatten. Es waren zwei perfekte Tage für uns, das Auto war sehr schnell, mit der Leistung von Christoph und seinem achten Platz bin ich auch zufrieden. Er muss sich noch an das doch schnellere RC2-Auto gewöhnen. Sonst war alles perfekt und wir als Team können mit diesem Sieg unsere erfolgreiche heurige Bilanz weiter fortführen.“

Endstand nach 12 Sonderprüfungen:
01. Neubauer / Gaßner, Toyota GR Yaris Rally2 1:38:03.5
02. von Thurn und Taxis / Hain, Skoda Fabia RS Rally2 +38.3
03. Geipel / Lerch, Toyota GR Yaris Rally2 +53.0
04. Tannert / Winklhofer, Porsche 992 Rally GT +1:52.3
05. Griebel / Kremer, Skoda Fabia RS Rally2 +2:16.0
06. Mohe / Lieber, Porsche 992 Rally GT +2:47.1
07. Satorius / Schneeweiß, Toyota GR Yaris Rally2 +3:14.9
08. Zellhofer / Seidl, Ford Fiesta Rally2 +4:08.5
09. Kößler / Baumann, Hyundai i20 R5 +6:26.3
10. Alkofer / Götzenberger, Renault Clio III RS +9:41.6

DRM-Stand nach der ADAC 3-Städte Rallye 2026:

1.   
Philip Geipel Toyota GR Yaris Rally2 126
2.   
Marijan Griebel Škoda Fabia RS Rally2 124
3.   
Carsten Mohe Porsche 911 Rally GT 89
4.   
Björn Satorius Toyota GR Yaris Rally2 86
5.   
Julius Tannert Porsche 911 Rally GT 80
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