ERC Rally di Roma Capitale 2026: Daprà siegt vor Suninen und Basso!
Roberto Daprà holte seinen ersten Sieg in der ERC und triumphierte bei der Rally di Roma Capitale 2026. Der Skoda-Pilot siegte vor seinen Markenkollegen Teemu Suninen und Boštjan Avbelj. Marcel Neulinger holte in der JERC Rang sechs, Maximilian Lichtenegger schied am Samstag aus.
Text: Harald Illmer. FIA ERC; Fotos: FIA ERC @World / Red Bull Content Pool; FLAT-OUT media agency
Roberto Daprà verteidigte seinen Vorsprung vom Samstagabend und feierte am Sonntag bei der Rally di Roma Capitale seinen ersten Sieg in der FIA European Rally Championship.
Mit einer Führung von 20,2 Sekunden vor den vier Sonntagsprüfungen baute Daprà seinen Vorsprung gleich zu Beginn des Finaltages aus, indem er die erste Prüfung gewann und sich auf 25,0 Sekunden absetzte. Da sein erster ERC‑Triumph damit praktisch gesichert war, wählte der von Delta Rally eingesetzte Daprà auf den letzten drei Prüfungen eine konservativere Herangehensweise und brachte einen Gesamtsieg mit 13,8 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Foto: FIA ERC @World / Red Bull Content Pool
Der 25‑jährige Italiener, navigiert von Landsmann Luca Guglielmetti, wurde damit zum achten Junior‑ERC‑Absolventen, der einen ERC‑Lauf insgesamt gewinnen konnte – ein weiterer Beleg für die Bedeutung der Nachwuchsserie bei der Entwicklung der nächsten Fahrergeneration.
„Crazy, crazy, wir sind sehr glücklich“, sagte Daprà im Pirelli-bereiften Škoda Fabia RS Rally2. „Heute war es anspruchsvoll, sehr, sehr stressig. Aber wir haben es geschafft zu gewinnen. Vor der letzten Prüfung war es sehr schwierig, weil jederzeit etwas passieren kann. Der enge Abschnitt war sehr knifflig und heute Morgen haben wir eine Felge verbogen, deshalb hatte ich etwas Angst vor Reifenschäden. Vielen Dank an alle, die an mich glauben. Und nach letzter Woche in Griechenland denke ich, dass wir diese große Emotion verdient haben, und ich bin sehr, sehr glücklich.“
Teemu Suninen, ebenfalls in einem Pirelli-bereiften Fabia unterwegs, wurde mit einem Rückstand von nur 0,5 Sekunden Zweiter und übernahm damit nach drei Läufen die provisorische Gesamtführung mit vier Punkten Vorsprung. Boštjan Avbelj sicherte sich den letzten Podestplatz, 3,2 Sekunden vor Doppel-Europameister Giandomenico Basso.
Basso hatte Avbelj zunächst auf Rang drei verdrängt, nachdem der in Italien lebende Slowene auf SP8 einen Dreher hatte. Doch Avbelj schlug zurück, holte sich die Position auf der vorletzten Prüfung zurück und hätte Suninen mit seinem Sieg auf der Power Stage beinahe noch Platz zwei entrissen.

Foto: FIA ERC @World / Red Bull Content Pool
Nach den neuen, bergigen Prüfungen nordöstlich von Rom am Samstag führte die Route am Sonntag über glattere und sauberere Straßen in vertrauterem Terrain östlich der Stadt. Die große Hitze blieb jedoch eine erhebliche Herausforderung für die ERC‑Piloten und ihre Fahrzeuge.
Arthur Pelamourgues im Hyundai war bei seinem ERC‑Debüt auf Kurs zu Rang fünf, ehe der Michelin-Pilot auf SP10 verunfallte. Dadurch rückte Yoann Bonato als bester Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale‑Fahrer in die Top fünf.
Trotz Platz 24 auf der Colosseum‑Super‑Special am Freitagabend kämpfte sich Ex‑Junior‑ERC‑Champion Mille Johansson stark zurück und wurde Sechster. Pablo Sarrazin und Andrea Mabellini folgten auf den Plätzen sieben und acht.
Yohan Rossel (Hankook) und Titelverteidiger Miko Marczyk komplettierten die Top Ten. Dahinter reihten sich Marco Bulacia und Simone Campedelli ein, gefolgt vom besten MRF‑Piloten Simone Tempestini. William Creighton, der auf SP6 wegen eines beschädigten Reifens stoppen musste, kämpfte sich auf Rang 14 vor Roberto Blach zurück.
Andrea Crugnola führte nach fünf Prüfungen, ging jedoch auf SP6 von der Strecke und verlor damit die Chance auf seinen dritten Sieg bei der Rally di Roma Capitale. Er startete am Sonntag erneut und holte auf SP9 eine weitere Prüfungsbestzeit.

Foto: FIA ERC @World / Red Bull Content Pool
Dominik Stříteský war für ein starkes Ergebnis gehandelt worden, doch Reifenschäden auf SP2 warfen ihn aus dem Rennen; er verzichtete auf einen Neustart am Sonntag. Erik Cais und Nikolay Gryazin, die am ersten Tag mit Problemen an Kraftstoffpumpe bzw. Getriebe gestoppt hatten, nahmen den zweiten Tag hingegen wieder auf.
Tag 1: ERC‑Traum lebt für Lokalmatador Daprà:
Roberto Daprà wird morgen (Sonntag) den Finaltag seines Heimrennens in der FIA European Rally Championship als klarer Anwärter auf seinen ersten Sieg in der Serie in Angriff nehmen.
Mit noch vier Prüfungen und 71,86 gewerteten Kilometern liegt Daprà 20,2 Sekunden vor Teemu Suninen, während Boštjan Avbelj als Dritter für ein Pirelli‑ausgerüstetes Škoda‑Fabia‑RS‑Rally2‑Top‑Trio sorgt.
Auf den bergigen Prüfungen nordöstlich von Rom hatte Andrea Crugnola zur Mittagszeit mit 5,8 Sekunden geführt, geriet jedoch am Nachmittag zunehmend unter Druck. Daprà, ehemaliger FIA‑ERC4‑Champion, war auf SP5 4,1 Sekunden schneller als Crugnola und verkürzte dessen Vorsprung auf 1,7 Sekunden.

Foto: FIA ERC @World / Red Bull Content Pool
Dann kam es für Crugnola noch schlimmer: 13,6 Kilometer nach dem Start der 27,85‑Kilometer‑Prüfung Piana di Rascino verlor er in einer Rechtskurve die Kontrolle über seinen Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale und rutschte in einen Graben. Der zweimalige Sieger der Rally di Roma Capitale und Co‑Pilot Luca Beltrame blieben unverletzt, doch das Auto steckte wenige Meter neben der Straße fest – die Hoffnungen auf einen weiteren Heimsieg waren dahin. Damit hatten Daprà und Luca Guglielmetti freie Bahn.
„Es tut mir sehr leid für Andrea, denn wir hatten einen großartigen Kampf, und es ist immer schön, auf der letzten Prüfung zu gewinnen“, sagte Daprà, der den gesamten Tag über als Erster auf die Strecke ging, nachdem er am Samstag die Qualifying Stage gewonnen hatte. „Wir werden sehen, was morgen passiert, denn Teemu ist 20 Sekunden hinten und es sind noch vier Prüfungen. Wir werden pushen, aber nicht zu viel. Wir müssen fokussiert bleiben.“
Doppel‑Europameister Giandomenico Basso liegt nach einem Tag des Wiederhineinfindens in seinen Fabia RS Rally2 auf Rang vier – sein erster Einsatz seit dem ERC‑Saisonauftakt im April.

Foto: FIA ERC @World / Red Bull Content Pool
Arthur Pelamourgues im Hyundai zeigte bei seinem ERC‑Debüt eine starke Leistung und liegt trotz eines kurzen Ausrutschers über Felsen auf SP6 auf einem hervorragenden sechsten Platz. Yoann Bonato, 0,5 Sekunden hinter seinem französischen Landsmann vor SP7, zog anschließend vorbei und komplettierte die Top fünf.
Pablo Sarrazin ist Siebter, einen Platz vor Yohann Rossel, dessen Vormittag durch ein Problem am Hinterachsdifferenzial seines Hankook‑bereiften Lancia beeinträchtigt wurde. Andrea Mabellini folgt auf Rang neun, während Mille Johansson am Nachmittag fünf Plätze gutmachte und den Tag als Zehnter beendete.
Titelverteidiger Miko Marczyk, der vor zwölf Monaten hier eine SP gewann, ist nach Intercom‑Problemen und eigener Einschätzung mangelnder Pace Elfter. Auf der letzten Prüfung des Tages meldete er sich jedoch mit der drittbesten Zeit zurück.
Simone Campedelli, Marco Bulacia, Roberto Blach Jr. und Gábor Nemet komplettieren die Top 15 nach dem ersten Leg, gefolgt von Simone Tempestini auf Rang 16 für Team MRF Tyres.

Foto: FIA ERC @World / Red Bull Content Pool
William Creighton lag nach SP5 auf Rang neun, fiel jedoch durch einen Reifenwechsel auf SP6 zurück. Auch Jakub Matulka verlor durch einen Reifenwechsel auf derselben Prüfung wertvolle Zeit. Dominik Stříteský, dem ein starkes Ergebnis zugetraut worden war, wurde durch Reifenschäden auf SP2 aus dem Rennen geworfen.
Nikolay Gryazin musste mit Getriebeproblemen aufgeben, wird aber am Sonntag wieder starten. Tristan Charpentier verlor auf SP2 mehrere Minuten, nachdem er in einem Graben feststeckte. Erik Cais meldete am Ende von SP6 ein Problem mit der Kraftstoffpumpe. Tuukka Kauppinen musste auf SP6 aufgeben, nachdem ihm die Ersatzreifen ausgegangen waren.
Der Finaltag der Rally di Roma Capitale beginnt am Sonntag um 09:05 Uhr Ortszeit mit den 22,21 Kilometern Monastero – Monte Livata. Die Siegerehrung ist für 18:30 Uhr nahe dem Petersplatz geplant.
Marcel Neulinger: Platz sechs bei der Hitzeschlacht in Rom!
Marcel Neulinger / Jürgen Heigl holten im BWT Lancia Ypsilon Rally4 HF bei der ERC Rally di Roma Capitale 2026 Platz sechs in der Junior-Rallye-Europameisterschaft gegen harte internationale Konkurrenz!
Große Hitze, starke Konkkurenz und viel Spektakel: Der zweite Lauf zur Junior-EM in der Saison 2026 rund um die „Ewige Stadt“ hielt, was die Schlagworte im Vorfeld versprochen hatten und bot den Nachwuchspiloten eine ebenso fordernde wie eindrucksvolle Bühne.
Gleich 31 Teams traten wie der Doppelstaatsmeister in der ERC4-Wertung für zweiradangetriebene Fahrzeuge an, darunter 16 Piloten bei den Junioren. Bei einem derart dichten und hochklassigen Feld durfte man sich absolut keinen Fehler erlauben.

Foto: FLATOUT media agency
Mit Rang sechs in JERC zeigte sich der Oberösterreicher im Ziel nach elf anspruchsvollen Asphalt-Sonderprüfungen über knapp 197 km sehr zufrieden:
„Der Auftakt mit der fünften Zeit bei der spektakulären Superspecial direkt am Kolosseum in Rom war grandios. Vor so einer geschichtsträchtigen Kulisse und tausenden von Zuschauern zu fahren, ist einfach unglaublich beeindruckend!
Auf den anspruchsvollen und stark verschmutzten Sonderprüfungen am Samstag tat ich mir anfangs noch deutlich schwerer. Hier muss man seinem Aufschrieb blind vertrauen - die Besichtigung der Sonderprüfungen ist in der ERC auf nur zwei Durchfahrten beschränkt.
Der Speed an der Spitze war sehr hoch - wir konnten uns im Verlauf der Rallye aber deutlich steigern, die Rallye ohne Reifenschäden beenden und haben wieder extrem viel dazugelernt. Man darf sich bei dieser massiven Konkurrenz absolut keinen Fehler leisten.
Mit dem sechsten Rang in der JERC bin ich sehr zufrieden. Jürgen und das gesamte BRR-Team haben einmal mehr einen perfekten Job gemacht.“
In den nächsten Wochen wartet auf den Oberösterreicher ein dichtes Programm: Von 16.-18. Juli geht mit der Rallye Weiz die nächste Runde in der TEC7 ORM über die Bühne. Nach seinen vier Siegen in den bisherigen vier Saisonläufen könnte Marcel in der Oststeiermark bereits die vorzeitige Titelverteidigung in der ORM3 und Junioren-ORM fixieren.

Foto: FLATOUT media agency
Nur eine Woche später findet bereits die dritte Runde zur Junioren-EM mit der 82. Rajd Polski statt. Von 24.-26. Juli 2026 gastiert der ERC-Tross rund um Chorzów in Polen. In Schlesien wird abermals auf Asphalt gefahren.
Die Junior-Rallye-Europameisterschaft ist für Fahrer unter 27 Jahren ausgeschrieben und wird ausschließlich in Rally4- und Rally5-Fahrzeugen ausgetragen. In der Saison 2026 umfasst die Serie insgesamt sechs Läufe: Auf den Saisonauftakt Mitte Mai in Schweden folgte mit der Rally di Roma Capitale der erste Asphaltklassiker des Jahres. Anschließend macht die JERC in Polen, Tschechien und Wales Station, bevor im Oktober das große Saisonfinale in Portugal über die Bühne geht.
Maximilian Lichtenegger / Bernhard Ettel am Samstag out:
Für Maximilian Lichtengger und Bernhard Ettel endete die ERC Rally di Roma Capitale 2026 leider bereits nach der sechsten Sonderprüfung am Samstag. Nach einem technischen Defekt im Ziel der SP 6 musste das Duo die Rallye vorzeitig beenden. Zum Ausfallszeitpunkt lag man auf P8 der ERC3 Wertung.
Die Rallye Europameisterschaft wird mit der 82. Rajd Polski fortgesetzt. Von 24.-26. Juli 2026 gastiert der ERC-Tross rund um Kaowice in Polen. In Schlesien wird abermals auf Asphalt gefahren.
Endstand nach 11. Sonderprüfungen:
01. R Daprà / L Guglielmetti ITA Škoda Fabia RS Rally2 1h 58m 2.5s
02. T Suninen / A Haapala FIN Škoda Fabia RS Rally2 +13.8s
03. B Avbelj / E de Guio ITA Škoda Fabia RS Rally2 +14.3s
04. G Basso / L Granai ITA Škoda Fabia RS Rally2 +17.5s
05. Y Bonato / B Boulloud Lancia Ypsilon HF Rally2 +58.8s
06. M Johansson / J Grönvall SWE Škoda Fabia RS Rally2 +1m 14.1s
07. P. Sarrazin / Y. Roche, Citroen C3 Rally2 +1m 24.4s
08. A. Mabellini / V. Lenzi, Lancia Ypsilon HF Rally2 +1m 24.7s
09. Y. Rossel / A. Dunand, Lancia Ypsilon HF Rally2 +1m 30.4s
10. M. Marczyk / S. Gospodarcyk, Skoda Fabia RS Rally2 +1m 37.3s
Endstand ERC3:
01. C. Rahill / C. Smith, Ford Fiesta Rally3 2:05:12.3
02. V. Vatanen / J. Ojala, Ford Fiesta Rally3 +14.8
03. L. Zielinski / E. Leenhardt, Renault Clio Rally3 +1:07.9
04. C. Coleman / K. McArdle, Ford Fiesta Rally3 +1:20.4
05. P. Kacirek / L Kucera, Ford Fiesta Rally3 +2:11.6
Endstand JERC:
01.
D. Pesavento / A. Angeli, Lancia Ypsilon Rally4 HF 2:08:57.2
02. T. Schulz / M. Lade, Opel Corsa Rally4 +32.1
03. K. Nordstrand / S. Rudi, Opel Corsa Rally4 +1:06.3
04. T. Sandrin / A. Dal Maso, Lancia Ypsilon Rally4 HF +1:12.4
05. T. Heindrichs / J. Schmitz, Opel Corsa Rally4 +1:15.2
06. M. Neulinger / J. Heigl, Lancia Ypsilon Rally4 HF +2:04.4
07. F. Paccagnella / P. Zanini, Peugeot 208 Rally4 +5:51.3
08. R. Suliman / L. Moore, Peugeot 208 Rally4 +6:17.7
09. M. Buteikis / T. Capkauskas, Lancia Ypsilon Rally4 HF +8:32.1
10. C. Schönborn / M. Wenzel, Opel Corsa Rally4 +14:01.6
|