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ERC: Meeke triumphert bei Rallye Ceredigion, Suninen holt den Titel!

Teemu Suninen sicherte sich den Titel der FIA Rallye-Europameisterschaft 2026 bereits vor dem Saisonfinale in Portugal, nachdem er bei der JDS Machinery Rallye Ceredigion hinter dem Sieger Kris Meeke den zweiten Platz holte!

Text: Harald Illmer, FIA ERC, ADAC Motorsport; Fotos: FIA ERC @World / Red Bull Content Pool, ADAC Motorsport

Der Führende nach dem ersten Tag, Kris Meeke, sicherte sich seinen ersten Sieg bei einem ERC-Event, indem er auf zwei der vier entscheidenden Wertungsprüfungen am Sonntag im mit Michelin-Reifen ausgestatteten Toyota GR Yaris Rally2, den er sich mit seinem Beifahrer Noel O’Sullivan teilte, das Tempo vorgab. Doch alle Augen waren auf den Zweitplatzierten Suninen gerichtet.

Der Finne beendete die Rallye 38,6 Sekunden hinter Meeke, doch das reichte dem Racing-Factory-Fahrer, um als erster Finne seit Esapekka Lappi im Jahr 2014 die begehrte Europameisterschaftskrone zu erringen. Diesen Erfolg feierte er zusammen mit seinem Beifahrer Antti Haapala in einem Škoda Fabia RS Rally2 auf Pirelli-Reifen.

Nachdem er mit dem Sieg in der entscheidenden Power Stage den ERC-Titel errungen hatte, sagte Suninen: „Unglaublich. Am Mittwoch konnte ich es kaum fassen, dass wir so schnell fahren konnten. Ich war ziemlich krank, aber am Ende haben wir eine gute Leistung gezeigt und viel gelernt. Insgesamt war es eine gute Saison für uns, und wir haben auf Asphalt großartige Arbeit geleistet.“

Anfang des Wochenendes hatte Suninen die Rallye angeführt, doch nachdem er am Samstagmorgen eine Kreuzung verpasst hatte, gab der Finne die Jagd auf Meekes Zeit auf und konzentrierte sich stattdessen auf das große Ganze. Am Sonntagmorgen gab es einen weiteren Schreckmoment mit einem erneuten Verpassen einer Kreuzung, doch dank seiner hohen Geschwindigkeit auf der vorherigen Etappe kostete ihn das keine Position.

So feierte Meeke nicht nur seinen ersten Sieg in der Rallye Europameisterschaft, sondern auch den ersten ERC-Sieg des Toyota GR Yaris Rally2 auf Asphalt.

„Was für ein Wochenende, ehrlich gesagt“, sagte Meeke, fünffacher Gewinner der FIA Rallye-Weltmeisterschaft. „Vielen Dank an alle, die mich hierher gebracht haben, eine unglaubliche Leistung. Es macht so viel Spaß, wenn das Gesamtpaket stimmt.

„Dieses Gefühl wiederzuerlangen und diesen Flow mit den Michelin-Reifen auf dem Auto zu finden, ist einfach großartig. Ich fühle mich wieder wie zu Hause. Ich fahre unheimlich gerne, wie jeder weiß. Wenn das Paket stimmt, kann ich fahren.“

Ville Vatanen sicherte sich die FIA ​​ERC3-Meisterschaft, während Timo Schulz in der FIA ERC4 und der FIA Junior einen Doppelsieg einfuhr. Damit steht ein Titelfinale bei der Rallye Sechs Städte Nordportugal im nächsten Monat bevor. Dort trifft er auf seinen Teamkollegen Tom Heindrichs vom ADAC Opel Rally Junior Team, der am Sonntagmorgen auf der zweiten Wertungsprüfung ausschied.

Hinter dem scheidenden ERC-Champion Miko Marczyk erreichte Max McRae mit dem vierten Platz sein bisher bestes ERC-Ergebnis. Meirion Evans war als Fünfter der beste walisische Fahrer. Der Lancia-Pilot Andrea Mabellini, Suninens engster Titelrivale, wurde Sechster, Erik Cais belegte den siebten Platz, einen Platz vor seinem Teamkollegen Simone Tempestini vom Team MRF Tyres. Die ERC3-Asse Vatanen und Coleman belegten die Plätze neun und zehn in der Gesamtwertung.

ADAC Opel Rally Junior Team feiert siebten EM-Titel:

Nur ein Opel-Junior kann noch die Junior European Rally Championship 2026 gewinnen / Durch den Sieg bei der Rali Ceredigion in Wales übernimmt Timo Schulz die Tabellenspitze / Ausfall für den bisherigen EM-Leader Tom Heindrichs; Claire Schönborn wird Sechste.

Das ADAC Opel Rally Junior Team hat vorzeitig den siebten Fahrertitel in der Junior European Rally Championship 2026 unter Dach und Fach gebracht. Nach dem Sieg von Timo Schulz und seiner Beifahrerin Maresa Lade bei der Rali Ceredigion in Wales können nur noch Schulz oder Teamkollege Tom Heindrichs Europameister werden. Mit seinem zweiten Saisonerfolg übernahm Schulz die Führung in der JERC-Zwischenwertung und liegt vor dem Saisonfinale am 23.–25.Oktober in Portugal 14 Punkte vor Heindrichs. Der 22-jährige Belgier und sein Beifahrer Jonas Schmitz lieferten sich bis zur 14. von 16 Wertungsprüfungen einen harten Kampf mit den deutschen Stallgefährten, als sie neben die Piste rutschten und ihren Opel Corsa Rally4 so stark beschädigten, dass eine Weiterfahrt unmöglich war. Dennoch besitzt Heindrichs weiterhin gute Titelchancen, zumal nur fünf der sechs Einzelergebnisse in die Jahresendwertung eingehen. Claire Schönborn und Co Michael Wenzel beendeten die turbulente Rali Ceredigion im dritten Werks-Corsa Rally4 auf dem sechsten Rang.



Bis zum Ausfall der Belgier hatten sich Schulz und Heindrichs auf den schnellen, schmierigen und teils nassen Asphalt-Pisten rund um das walisische Seebad Aberystwyth ein mitreißendes Duell um die Führung geliefert. Nach 12 Wertungsprüfungen und 132 SP-Kilometer trennten die beiden Opel-Junioren am Samstagabend nur acht Zehntelsekunden! Am Ende gewann Schulz mit einem Vorsprung von 13,9 Sekunden auf den letztjährigen Junior-Vizeeuropameister Ioan Lloyd und Beifahrer Sion Williams in einem weiteren von Stohl Racing eingesetzten Corsa Rally4. Es war der vierte Saisonsieg für das ADAC Opel Rally Junior Team im fünften Wettbewerb des Jahres.

„Natürlich wäre es schön gewesen, drei Opel-Crews auf dem Podest zu haben. Dennoch freuen wir uns riesig über den siebten Junior-EM-Titel in elf Jahren unserer Teilnahme“, so Opel-Motorsportchef Jörg Schrott. „Mein Lob und Dank gebührt der gesamten Mannschaft. Stohl Racing und Waldherr Motorsport haben unseren Fahrern jeweils perfekt vorbereitete und eingesetzte Autos hingestellt. Der Corsa Rally4 hat seine Wettbewerbsfähigkeit unter allen Bedingungen bewiesen. Und was mich besonders freut: Die gemeinsame Talentförderung von Opel und ADAC hat einmal mehr Früchte getragen. Alle vier hier in Wales gestarteten Opel-Fahrer sind aus dem ADAC Opel Electric Rally Cup hervorgegangen oder starten in dieser Saison im ADAC Opel GSE Rally Cup. Dass sich Opel als einziger Hersteller noch so effektiv für den Nachwuchs einsetzt, macht uns stolz.“



Timo Schulz strahlte nach seinem insgesamt dritten Laufsieg in der Junior-Europameisterschaft übers ganze Gesicht. „Besser hätte es für uns kaum laufen können“, freute sich der 27-Jährige aus dem saarländischen Siersburg, der 2022 den ADAC Opel Electric Rally Cup für sich entschieden hatte. „Am Samstagmorgen habe ich mich richtig krank gefühlt und hatte Probleme mit der Konzentration. Wir hatten einen coolen Kampf gegen Tom. Schade, dass er dann ausgefallen ist. Aber jetzt haben wir uns für Portugal eine gute Ausgangsposition verschafft und freuen uns riesig darauf, mit Tom um den Titel zu fighten. Danke an die gesamte Mannschaft von Opel und Waldherr Motorsport! Auf diesen extrem schwierigen Wertungsprüfungen war ein perfekt funktionierendes und abgestimmtes Auto eminent wichtig – und das hatten wir hier.“

Enttäuscht, aber gefasst kommentierte der Elektro-Cup-Champion von 2025, Tom Heindrichs, sein Missgeschick in SP14: „Es war nur ein kleiner Fehler, der auf diesen enorm anspruchsvollen Prüfungen schnell passiert ist. Umso größer war die Wirkung. Schade, denn bis dahin lief alles gut, wir haben den Fight mit Timo genossen und waren wieder schnell unterwegs. Das wollen wir mit ins Finale nehmen. Denn im Titelkampf ist noch alles offen, wir freuen uns drauf!“

Die sechstplatzierte Claire Schönborn berichtete im Ziel von „einer der anspruchsvollsten Rallyes, die ich jemals gefahren bin. Schnelle, schmale Pisten, viele Sprünge, es ging rauf und runter – es brauchte viel Vertrauen im Auto und in den Aufschrieb. Mit dem Ergebnis bin ich nicht ganz zufrieden, aber ich habe wieder viel gelernt, vor allem, was das Aufschrieb-System angeht. Ich bin happy, dass wir es trotz einiger haariger Momente ohne Kratzer ins Ziel geschafft haben“. In der Tabelle liegt die 27-Jährige aus Löffelscheid im Hunsrück, die bei der Barum-Rally in Tschechien nicht am Start stand, auf Rang zehn.

Beim Finale im Oktober auf den anspruchsvollen Schotterpisten rund um Fafe im Norden Portugals kommt es damit zum großen Titel-Showdown zwischen Timo Schulz und Tom Heindrichs. Der Deutsche verbucht bislang den zehnten Platz aus Polen als Streichresultat, müsste sich also sieben Punkte abziehen lassen. Damit reduziert sich sein Vorsprung auf Heindrichs, der einen Nuller streichen kann, rechnerisch auf sieben Zähler. Und das heißt fürs Finale: Taktieren unmöglich, Vollgas ist angesagt!

Endstand:
1. K Meeke / N O'Sullivan AND Toyota Yaris GR Rally2 1h 29m 45.3s
2. T Suninen / A Haapala FIN Škoda Fabia RS Rally2 +38.6s
3. M Marczyk / S Gospodarczyk POL Škoda Fabia RS Rally2 +1m 03.4s
4. M McRae / C Fair GBR Škoda Fabia RS Rally2 +1m 43.8s
5. M Evans / D Furniss GBR Toyota Yaris GR Rally2 +1m 51.2s
6. A Mabellini / V Lenzi ITA Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale +2m 20.1s

Das Saisonfinale der Rallye Europameisterschaft geht von 23. bis 25. Oktober mit der 39. Rally Six Cities North of Portugal 2026 über die Bühne.

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