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DRM: Vorsprung clever verteidigt – Griebel gewinnt am Stemweder Berg

Spitzenreiter Marijan Griebel baut nach drittem Sieg in Folge Führung in der DRM aus / Philip Geipel sichert sich nach einer starken Aufholjagd noch Platz zwei / Sonne und spektakuläre Prüfungen – Fans genießen ADAC Rallye Stemweder Berg.

Text: Harald Illmer, ADAC Motorsport; Fotos: ADAC Motorsport

Marijan Griebel hat am Samstag die Rallye Stemweder Berg souverän gewonnen. Der DRM-Spitzenreiter und sein Beifahrer Tobias Braun (Škoda Fabia RS Rally2) verteidigten ihren Vorsprung aus dem ersten Tag über die gesamte Distanz clever und feierten nach knapp 142 Wertungskilometern den dritten Saisonsieg in Folge. „Es hat alles perfekt geklappt. Ich wusste, wenn ich keine Fehler mache, reicht der Vorsprung. Deshalb habe ich in Kauf genommen, die eine oder andere Sekunde zu verlieren. Gegen Philip, der hier in den vergangenen Jahren bärenstark war, zu gewinnen, ist eine schöne Sache. Zudem haben wir 102 von bisher möglichen 105 Punkten geholt“, bilanzierte Griebel.



Philip Geipel und Co-Pilotin Jennifer Lerch krönten eine spektakuläre Aufholjagd auf der zweiten Etappe der ADAC Rallye Stemweder Berg mit einem kaum für möglich gehaltenen zweiten Platz. Das Duo gewann im Toyota GR Yaris Rally2 acht der letzten zehn Wertungsprüfungen und verkürzte am Ende den Rückstand auf die Spitze von 26,5 auf 6,9 Sekunden. „Ich hatte in den ersten SPs am Freitag eine Blockade, war einfach nicht aggressiv genug. Das hat sich am Samstag auf den rhythmischeren Prüfungen geändert. Marijan ist meiner Meinung nach voll gefahren, und das zeigt, dass wir auch dann schneller sein können als er. Zudem haben wir durch den Gewinn der Power Stage nur wenige Punkte eingebüßt“, stellte Geipel fest.



Platz drei ging an Julius Tannert und Pirmin Winklhofer im Porsche 911 Rally GT. „Wir haben uns mehr versprochen, denn die Streckencharakteristik am Stemweder Berg liegt dem Porsche eigentlich. Aber wenn wir eine Bestzeit gefahren sind, haben wir in der nächsten Prüfung wieder mehrere Sekunden verloren. Das Gesamtpaket muss einfach besser werden“, gab sich Tannert selbstkritisch. Björn Satorius und Nico Otterbach (Toyota GR Yaris Rally2) belegten Platz vier. Das zweite Porsche-Duo Carsten Mohe und Andrea Lieber komplettierte die Top Fünf. Dennis Rostek und Stefan Kopczyk folgten im Škoda Fabia RS Rally2 auf Position sechs. Rostek war damit gleichzeitig bester Fahrer bei den DRM2 Masters. Die DRM3-Wertung ging an Leonard Weiss und Nick Hainke im Ford Fiesta Rally3.

Riesenjubel bei Kilian Nierenz und Beifahrerin Milena Raithel: Das Opel-Duo gewann die DRM4-Klasse und feierte damit bei der ADAC Rallye Stemweder Berg den ersten Sieg in der Deutschen Rallye-Meisterschaft. „Unbeschreiblich, dass uns das in unserem ersten DRM-Jahr gelingt. Dabei ging es auf und ab. Zunächst haben wir durch eine Strafe von Pusch die Führung übernommen, dann sind wir auf dem Rundkurs abgeflogen und in einem Komposthaufen hängen geblieben. Zum Schluss konnten wir aber unseren knappen Vorsprung über die Zeit retten“, erklärte Nierenz.



Patrick Pusch und Beifahrer Tilmann Bößert (Opel Corsa Rally4) konnten sich dagegen über ihren zweiten Platz nicht freuen. „Wir haben eine Strafe bekommen, die meiner Meinung nach ungerecht war. Wir fühlen uns wie die Sieger, haben neun der 14 Wertungsprüfungen gewonnen. Da ist eine solche Entscheidung sehr bitter“, sagte Pusch. Ihre Markenkollegen Karl Otto und Anna Niebäumer freuten sich dagegen als Dritte über ihren ersten Podiumsplatz in der DRM. „Ein tolles Gefühl, zum ersten Mal auf dem Treppchen zu stehen. Wir hatten am Anfang Schwierigkeiten, am Samstag lief es dann aber super“, so Karl Otto Niebäumer, der auch noch die DRM Junior Wertung gewann. Eine Premiere gab es auch in der DRM Classic: Markus Danielsmeyer und Katarzyna Pawlowska (Ford Escort MK2) standen zum ersten Mal ganz oben auf dem Podium. Markus Danielsmeyer: „Es war eine tolle Rallye. Sie hat viel Spaß gemacht, vor allem, wenn man durchkommt und am Ende ganz oben steht.“

Die 55. Auflage der ADAC Rallye Stemweder Berg lockte mit viel Sonne und Temperaturen über 20 Grad zahlreiche Fans an die Strecken rund um Lübbecke. Und die Zuschauer kamen bei den anspruchsvollen Prüfungen voll auf ihre Kosten: Auf langen Asphaltpassagen oder kurzen Schotterabschnitten boten die Teams begeisternden Rallyesport und wurden dafür gefeiert. Zuschauermagnet war einmal mehr der Rundkurs auf dem Werksgelände der Firma Fahrzeugbau Wiese. Am Samstagabend wurde der Marktplatz in Lübbecke zur Bühne für die besten drei Teams jeder Klasse, die stimmungsvoll beim Sonnenuntergang geehrt wurden.

Endstand nach 14 Sonderprüfung:
01. Griebel / Braun, Skoda Fabia RS Rally2 1:19:54.5
02. Geipel / Lerch, Toyota GR Yaris Rally2 +6.9
03. Tannert / Winklhofer, Porsche 992 Rally GT +19.4
04. Satorius / Ottenbach, Toyota GR Yaris Rally2 +40.2
05. Mohe / Lieber, Porsche 992 Rally GT +45.6
06. Rostek / Kopczyk, Skoda Fabia RS Rally2 +1:16.2
07. Groppengiesser / Kiefer, Skoda Fabia RS Rally2 +2:38.4
08. Nierenz / Raithel, Opel Corsa Rally4 +7:37.4
09. Pusch / Bößert, Opel Corsa Rally4 +7:42.2
10. Niebäumer / Niebäumer, Opel Corsa Rally4 +8:37.2

Gesamtstand DRM nach der ADAC Rallye Stemweder Berg:

Pos.
Teilnehmer Fahrzeug Punkte
1.
Marijan Griebel Škoda Fabia RS Rally2 102
2.
Philip Geipel Toyota GR Yaris Rally2 91
3.
Chris Goppengiesser Škoda Fabia RS Rally2 74
4.
Björn Satorius Toyota GR Yaris Rally2 67
5.
Carsten Mohe Porsche 911 Rally GT 66

Die Deutsche Rallye Meisterschaft wird am 09./10. Oktober 2026 mit der ADAC 3-Städte Rallye im Grenzgebiet Oberösterreich - Bayern fortgesetzt.

ADAC Opel GSE Rally Cup: Der Kampf um die Tabellenführung spitzt sich zu

Timo Schulz gewinnt die ADAC Rallye Stemweder Berg und greift nach der Gesamtführung / Wechsel im Cup-Zwischenklassement: Ioan Lloyd löst Tom Dufour als Tabellenführer ab / Starke Vorstellungen des Spaniers Alex Español und des Italieners Valentino Ledda.

Timo Schulz hat der ADAC Rallye Stemweder Berg eindrucksvoll seinen Stempel aufgedrückt. In dominanter Manier hielten der Saarländer und seine Beifahrerin Maresa Lade die elektrische Konkurrenz in Schach und feierten beim vierten Lauf zum ADAC Opel GSE Rally Cup ihren bereits dritten Saisonsieg. Nach 14 Wertungsprüfungen über 141,8 Kilometer – dank „Remote Charging“ bestritten die Stromer wiederum die komplette Distanz der Rallye – lagen Schulz/Lade 1:18 Minuten vor den Zweitplatzierten und setzten dabei nicht weniger als zehn Mal die Bestzeit.

Trotz des Ausfalls bei der Rallye Vosges Grand-Est schob sich der 27-jährige Siersburger, der auch als Führender ins Finale der Junior-Rallye-Europameisterschaft Ende Oktober in Portugal geht, mit nur noch sieben Zählern Rückstand auf den zweiten Rang nach vorne. „Es lief wirklich wie am Schnürchen“, freute sich Schulz. „Wir konnten uns früh absetzen und den Vorsprung in der Folge managen. Hier sind es, anders als in der JERC, nicht sieben Punkte Vorsprung, sondern sieben Punkte Rückstand in der Tabelle – aber dafür sind im Cup noch drei Läufe zu fahren, es geht super eng zu, und alles ist offen.“



Neuer Spitzenreiter im weltweit ersten elektrischen Rallye-Markenpokal ist Ioan Lloyd, der als Drittplatzierter zum vierten Mal in diesem Jahr aufs Podest fuhr. Dabei kamen Lloyd und sein Copilot Sion Williams nicht ungeschoren über die Distanz. Nach einem zeitraubenden Dreher in SP9 beschädigten die Waliser in SP10 die Hinterachse an ihrem Mokka GSE Rally und verloren in dieser und den folgenden beiden Prüfungen viel Zeit, bevor der Schaden im nächsten Service behoben werden konnte. „Der Tag heute war eine echte Achterbahnfahrt“, lachte Lloyd. „Wir haben gut begonnen und lagen auf Platz zwei hinter Timo und Maresa, die wieder unglaublich stark unterwegs waren. Dann kamen der Dreher und der Hinterachsschaden, die uns auf Platz fünf zurückgeworfen haben. Dass es dann noch zum Podium gereicht hat und wir die Punkte für Platz zwei in der Powerstage mitnehmen konnten, freut mich sehr. Der Kampf gegen Timo und Tom ist unglaublich eng – genau das macht den ADAC Opel GSE Rally Cup aus.“

Erheblich härter als Lloyd traf es Tom Dufour. Der als Tabellenführer ins äußerste Nordrhein-Westfalen gereiste Franzose riss sich, auf Rang 2 liegend, bei einem Ausritt in der vierten Wertungsprüfung das linke Vorderrad ab, worauf die Prüfung neutralisiert werden musste. Zwar konnten Dufour und sein Beifahrer Alex Dubois am Samstag wieder starten, aber auf Grund der zehnminütigen Zeitstrafe für die nicht absolvierte Prüfung nicht mehr in den Kampf um die Spitzenpositionen eingreifen. In der Tabelle rutschte Dufour auf Rang drei ab, hat in den verbleibenden drei Saisonläufen aber noch alle Chancen. Die ersten drei trennen nach vier von sieben Saisonläufen gerade einmal zehn Punkte.

Ihre stärkste Saisonleistung lieferten derweil Alex Español und Valentino Ledda ab. Der letztjährige Cup-Vizechampion aus Spanien fuhr nach durchwachsenem Saisonverlauf gemeinsam mit Beifahrer Enrique Velasco als Zweiter aufs Treppchen und war entsprechend zufrieden: „Nach den beiden schlechten letzten Rallyes haben wir einige Dinge geändert, und das hat gut funktioniert. Wir konnten endlich wieder unseren Speed zeigen, und das macht mich sehr glücklich.“



Auch der in diesem Jahr oft vom Pech verfolgte Ledda zeigte seinen Speed eindrucksvoll auf. Mit seinem neuen Beifahrer Lorenzo Fratta fuhr der Italiener bis kurz vor Schluss auf Podestkurs, passierte vor SP13 allerdings eine Zeitkontrolle zu spät. Die zehn Strafsekunden und ein Patzer in der letzten Prüfung warfen ihn noch hinter die Schweden Dante Johansson/Tom Törngren auf den fünften Schlussrang zurück. Immerhin sammelte Ledda so die ersten Punkte in dieser Saison. „Auch wenn wir enttäuscht sind, das Podest verpasst zu haben – unsere Performance hier war die perfekte Motivation für meine bevorstehende Heimrallye in Sanremo“, erklärte der Mann aus Sardinien.

Eine feine Vorstellungen zeigten wiederum die beiden Frauen im Feld. Insbesondere Claire Schönborn legte am Samstag nochmals entscheidend zu und beendete jene Rallye, bei der sie erst vor zwei Jahren mit Opel ihre Rallye-Karriere begonnen hatte, auf dem sechsten Schlussrang. Dabei glänzte die 27-Jährige unter anderem mit der zweitschnellsten Zeit in SP12. „Auch wenn es auf dem Papier nicht so aussehen mag, war es eine unserer besten Rallyes dieses Jahr“, freute sich Schönborn. „Wir waren teilweise dicht an der Spitze dran. Umso ärgerlicher der Verbremser gestern, der uns gut und gerne 20 Sekunden gekostet hat. Überhaupt bin ich gestern etwas mit dem falschen Fuß aufgestanden. Heute lief es dann richtig gut. Und es war sehr schön, wieder hierher zu kommen, wo mit Opel alles begonnen hat.“ Die Belgierin Thyrsa Eertmans folgte unmittelbar hinter der Hunsrückerin auf Platz sieben.

Der fünfte Lauf zum ADAC Opel GSE Rally Cup geht vom 16. bis 18. Oktober im Rahmen der legendären Rallye Sanremo in Italien über die Bühne.

Stand ADAC Opel GSE Rally Cup (nach 4 von 7 Wertungsläufen):
1. Lloyd 111 Punkte. 2. Schulz 104. 3. Dufour 101. 4. Johansson 70. 5. Schönborn 62. 6. Español 55. 7. Eertmans 44. 8. Kamermans 35. 9. Wlömer 20. 10. Ledda 16. 11. Wilhelm 16. 12. Stütz 14. 13. Luif 13.

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