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WRC Croatia Rally 2024: Ogier / Landais triumphieren in Zagreb!

Sebastien Ogier / Vincent Landais holen sich den Sieg bei der WRC Croatia Rallye 2024 nach einer Meisterleistung am Schlusstag vor Elfyn Evans und Thierry Neuville. Beide mussten im Kampf um den Sieg nach Unfällen zurückstecken!

Text & Fotos: Harald Illmer

Das Finale am Sonntag (54,78 km) bildete wie in den letzten beiden Jahren je zwei Durchgänge der Prüfungen „Trakošćan – Vrbno“ und „Zagorska Sela - Kumrovec“. Die Kumrovec-Prüfung fungierte wieder als Powerstage.

Mit 4.9s Vorsprung auf Elfyn Evans startete Thierry Neuville als Gesamtführender in den Schlusstag der Croatia Rallye 2024. Nur 6.7s dahinter lauerte jedoch bereits Sebastien Ogier auf Zwischenrang drei. Ein spannender Sekundenkampf um den Sieg beim vierten WM-Lauf der Saison mit einem hochdramatischen Finale durfte erwartet werden und so kam es dann auch.

Strahlendes Frühlingswetter mit blitzblauen Himmel begrüsste die Teams am Sonntag Morgen. Die Auftaktprüfung „Trakošćan - Vrbno 1“. Takamoto Katsuta konnte den Finaltag gleich mit einer Bestzeit eröffnen. Der Toyota-Pilot setzte in SP 17 mit dem Start am bekannten Schloss Trakošćan vor Adrien Fourmaux und Elfyn Evans für sich entscheiden. Im Ziel er SP klagten viele Piloten über die bereits im ersten Durchgang stark verschmutzte Fahrbahn - „Es ist teilweise purer Schotter“ brachte es Ott Tänak auf den Punkt. Die Highspeed-SP brachte ein sehr knappes Ergebnis – die Top-8 Rally1 Piloten lagen innerhalb 6s.

In der WRC2 eröffnete Leader Nikolay Gryazin auch den Sonntag standesgemäß mit einer Bestzeit vor seinem Teamkollegen und schärfsten Verfolger Yohan Rossel und den auf P3 klassierten Spanier Pepe Lopez.

In den Vorjahren brachte die unglaublich selektive Kumrovec Prüfung jede Menge Dramen mit sich und wurde bereits zu einer wahren Kultprüfung. Kumrovec sollte auch in diesem Jahr ihren Ruf gerecht werden. Im Verlauf der achtzehnten Sonderprüfungen überschlugen sich die Ereignisse in der Top-Gruppe. Als erstes erwischte es Adrien Fourmaux: Der Ford-Pilot traf mit seinem Boliden einen Anticut Pfosten samt Stein mit hohem Speed. Die Aufhängung des Ford Puma Rally1 kollabierte sofort und Formaux musste in der Prüfung anhalten um den Schaden notdürftig zu reparieren. Knapp 15 Minuten verlor der Franzose bei seinem Vorhaben, war schlussendlich jedoch erfolgreich und brachte seinen Boliden ins SP-Ziel.

Kurz darauf verlor Ott Tänak bei Highspeed die Kontrolle über seinen Boliden, verließ kurz die Strecke und hatte dabei das Glück auf seiner Seite. Der Este konnte seinen wilden Ritt neben der Strecke ohne harten Einschlag überstehen, die Frontpartie rund um den Kühler wurde bei dem Ausritt durch das hohe Gras jedoch sichtlich beschädigt. Dennoch konnte der Hyundai-Pilot die schnellste Zeit setzen. Auch wenn nach dem Ziel der Prüfung einige Reparaturarbeiten am i20 N Rally2 anstanden.

Ähnlich erging es Elfyn Evans, der Toyota-Pilot hatte jedoch weniger Glück. Bei einem Dreher schlug der Yaris Rally1 stark in die Böschung ein und wurde dabei stark beschädigt. Mit deutlichen Kampfspuren kämpfte sich Evans über die Prüfung und verlor dabei knapp 20s. Im Kampf um den Sieg schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein.

Doch dabei sollte es nicht bleiben: Fast zeitgleich verlor auch der Führende Thierry Neuville die Kontrolle über seinen Boliden und flog von der Strecke. Die Beschädigungen am Hyundai i20 N Rally1 waren deutlich schwerer als bei Elfyn Evans Boliden. Unter anderem verlor der Belgier große Teile der wichtigen Aerodynamik am Heckflügel. Mit knapp 23s Rückstand erreichte Neuville das SP-Ziel.

Von all dem unbeeindruckt nahm Sebastien Ogier im Stile eines mehrfachen Weltmeisters an den entsprechenden Punkten etwas Speed heraus und beendete die achtzehnte Sonderprüfung ohne nennenswerte Probleme sicher knapp hinter Ott Tänak. Mit dieser taktischen Meisterleistung übernahmen Sebastien Ogier / Vincent Landais unglaublicherweise die Gesamtführung und dies sogar mit dem komfortablen Vorsprung von knapp 10s auf Evans und Neuville.

Innerhalb einer Sonderprüfung stellte sich das Gesamtklassement auf den Kopf. Am Sonntag stand auch kein Besuch mehr im Servicepark an, die Teams konnten ihre Boliden nur in Eigenregie notdürftig reparieren.

In der WRC-2 beendete das führende Citroen-Duo die achtzehnte SP fast zeitgleich. Im WRC Masters Cup kontrollierte Armin Kremer seinen unglaublich großen Vorsprung ohne jedes Risiko und fuhr weiter Richtung Auftaktsieg.

Auch für den Toyota-Rally2 Piloten Gorg Linnamäe war in SP 18 Schluss – der Este musste seinen Yaris nmit technischen Problemen abstellen.

Takamoto Katsuta schien die Trakošćan Prüfung besonders zu liegen. Auch beim zweiten Durchgang holte der Japaner die Bestzeit vor Elfyn Evans und Ott Tänak. Wie beim ersten Run klassierten sich alle Rally1 Boliden innerhalb von 6s. An den Zwischenständen in der Gesamtwertung tat sich somit nichts.

Vor dem großen Finale und dem Re-Run in Kumrovec mit der Powerstage war die Spannung zum Greifen nahe. Sollte auch der zweite Durchgang derartig mit Dramen über die Bühne gehen?

Mit einem Vorsprung von 6.4s auf Elfyn Evans startete Sebastien Ogier in die letzte Sonderprüfung. Der Franzose absolvierte diese in der Klasse eines x-fachen Champions und ließ keine Unsicherheiten aufkommen. Sebastien Ogier / Vincent Landais fuhren die Drittschnellste Zeit hinter Adrien Fourmaux und Ott Tänak auf der Powerstage und holten sich somit den vielumjubelten Sieg bei der WRC Croatia Rally 2024!. Für den Franzosen der zweite Sieg in Kroatien nach WM-Premiere 2021.

Mit ihren ramponierten Boliden konnten Elfyn Evans und Thierry Neuville nicht mehr in den Kampf um den Sieg eingreifen. Evans belegte P5 auf der Powerstage und holte sich somit mit 9.7s Rüstand den zweiten Rang in Kroatien. Thierry Neuville konnte nur die eltschnellste Zeit fixieren. Es reichte jedoch zum Erhalt von P3 der Gesamtwertung (+45.8).

Ott Tänak, Takamoto Katsuta, Andreas Mikkelsen, Gregoire Munster und Nikolay Gryazin folgten in den Top-8 nach 20 Sonderprüfungen.

Nikolay Gryazin feierte in der WRC-2 den Sieg vor seinem Citroen-Teamkollegen Yohan Rossel und Pepe Lopez im Skoda Fabia RS Rally2.

Armin Kremer zeigte sich im Ziel über seinen klaren Sieg im WRC Masters Cup erfreut: „Das ist natürlich ein hervorragender Einstieg in die Saison. Wir wollen in diesem Jahr den Titel holen und das war der erste kleine Schritt, um unser großes Ziel zu erreichen. Wir haben keinerlei Aha-Erlebnisse gehabt und sind zu keinem Zeitpunkt ans Limit gegangen, sondern kontrolliert schnell gefahren. Das heißt, wir können bei Bedarf auch noch nachlegen. Man kann es schnell auf einen Punkt bringen: das war ein perfektes Wochenende. Das gesamte Einsatzteam von BRR hat eine super Arbeit geleistet und das Auto funktionierte perfekt. Unser erster Saisonsieg stimmt uns sehr positiv. Jetzt gilt es, auf Sardinien diesen Trend fortzusetzen.“

Die WRC-3 Wertung konnte Romet Jürgenson im Ford Fiesta Rally3 vor Matteo Chatillon im Renault Clio Rally3 für sich entscheiden. In der JWRC siegte Romet Jürgenson vor Taylor Gill und Norbert Maior.

Ergebnisse:

Endstand nach 20 Sonderprüfungen:
01. S. Ogier V. Landais Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid 2:40:23.6
02. E. Evans S. Martin Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid +9.7
03. T. Neuville M. Wydaeghe Hyundai i20 N Rally1 Hybrid +45.8
04. O. Tänak M. Järveoja Hyundai i20 N Rally1 Hybrid +58.6
05. T. Katsuta A. Johnston Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid +1:55.5
06. A. Mikkelsen T. Eriksen Hyundai i20 N Rally1 Hybrid +4:01.0
07. G. Munster L. Louka Ford Puma Rally1 Hybrid +5:11.0
08. N. Gryazin K. Aleksandrov Citroën C3 +9:21.3
09. Y. Rossel A. Dunand Citroën C3 +9:59.5
10. S. Pajari E. Mälkönen Toyota GR Yaris +10:22.7

WM-Stand Hersteller:
01. Toyota Gazoo Racing World Rally Team 176
02. Hyundai Shell Mobis World Rally Team 169
03. M-Sport Ford World Rally Team 96

WM-Stand Fahrer: 01. T. Neuville 86, 02. E. Evans 80, 03. A. Fourmaux 59, 04. O. Tänak 53, 05. S. Ogier 45, 06. T. Katsuta 45, 07. K. Rovanpera 31, 08. E. Lappi 23, 09. A. Mikkelsen 14, 10. O. Solberg 12

Die Rallye Weltmeisterschaft wird von 09.-12. Mai 2024 mit der 57. Vodafone Rally de Portugal fortgesetzt.

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WRC Croatia Rally 2024 - Tag 2: Neuville übernimmt die Führung!

Der spannende Dreikampf an der Spitze setzte sich auch am zweiten Tag der WRC Croatia Rallye 2024 fort - Thierry Neuville (Hyundai i20 N Rally1) führte die Gesamtwertung am Samstagabend vor dem Toyota-Duo Elfyn Evans und Sebastien Ogier an.

Text & Fotos: Harald Illmer

Acht Sonderprüfungen über 108.76 km wurden am Samstag gefahren. Die bereits aus den Vorjahren bekannten Prüfungen „Smerovišće – Grdanjci“, „Stojdraga - Gornja Vas“, „Vinski Vrh - Duga Resa“ und „Pećurkovo Brdo - Mrežnički Novaki“ wurden ident wie in den Vorjahren oder in abgeänderter Form in Angriff genommen.

Für den Samstag waren Niederschläge prognostiziert worden. Die Intensität und wann diese einsetzen wurde jedoch in verschiednen Prognosen gänzlich unterschiedlich vorhergesagt.

Mit der neunten Prüfung Smerovišće - Grdanjci 1startete der zweiten Tag bereits kurz nach 7 Uhr morgens. Adrien Fourmaux beeindruckte mit der Bestzeit in der Auftakrprüfung vor Thierry Neuville und Sebastien Ogier. Die Top-5 beendeten SP9 innerhalb von 1.3s. In der Gesamtwertung konnte sich somit Thierry Neuville wieder mit 0.8s Vorsprung auf Elfyn Evans an die Spitze setzen.

Sebastien Ogier konterte beim ersten Durchgang der längsten Prüfung des Tages Stojdraga - Gornja Vas und setzte sich hauchdünn vor Neuville, Evans und Katsuta durch. Lediglich 0.4s trennte das schnellste Quartett nach 20.77 km.

Der angekündigte Regen ließ weiter auf sich warten und auch die mittlerweile zum Klassiker avancierte elfte Prüfung Vinski Vrh - Duga Resa rund um die vielfach abgebildete Burg und die alte Steinbrücke über die Dobra.

Thierry Neuville holte sich auf der Highspeed-Prüfung die Bestzeit vor Elfyn Evans. Sebastien Ogier hatte in SP 11 einen Schreckmoment. Mit viel Glück konnte der Toyota-Pilot seinen Boliden bei Highspeed abfangen und schrammte nur an einen Zaun entlang.

Trocken ging auch die letzte Prüfung der Vormittagsschleife Pećurkovo Brdo - Mrežnički Novaki über die Bühne. Mit einer weiteren Bestzeit konnte Thierry Neuville seinen Vorsprung vor dem mittäglichen Service in Zagreb auf 4.7s ausbauen. Mit 11.3s Rückstand lag Sebastien Ogier aber auch weiterhin in Schlagistanz zur Spitze. Dahinter mit Respektabstand auf P4 – Ott Tänak vor Adrien Fourmaux und Takamoto Katsuta.

In der WRC-2 gab es das gleiche Bild wie am Vortag: Das Citroen Duo an der Spitze schien uneinholbar. Nach einen Reifenschaden von Yohan Rossel konnte Nikolay Gryazin seinen Vorsprung auf seinen Teamkollegen auf fast 1 Minute ausbauen. Pepe Lopez folgte auf P3, bereits mit 2:21.9 Min. Rückstand.

Ein ähnliches Bild bot sich auch im WRC Masters Cup: Armin Kremer lag nach SP 12 mit 1:22.2 Minuten Vorsprung auf Maule Miele in Front.

Eines gleich Vorweg: Auch am Nachmittag sollte der angekündigte Regen großteils ausbleiben und keine entscheidende Rolle spielen. Mehr als ein paar wenige Tropfen fielen nirgends im gesamten Rallyegebiet und nahmen somit keinen Einfluss in das Geschehen.

Eine andere Reifenwahl als Thierry Neuville erlaubte den Toyota-Piloten Elfyn Evans und Sebastien Ogier eine deutlich schnellere Zeit beim Re-Run in Smerovišće. Evans konnte sogar in der Gesamtwertung wieder an Neuville vorbeiziehen und knapp die Führung übernehmen.

Der Konter des Belgiers ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Bereits in der vierzehnten Sonderprüfung stellte Neuville die alte Reihenfolge wieder her und setzte sich wieder auf P1 der Gesamwertung.

Auch die beiden verbliebenen Sonderprüfungen des Tages konnte Neuville für sich entscheiden und den Samstag mit 4.9s Vorsprung auf Elfyn Evans als Führender beenden. Mit 11.6s Rückstand belegte Sebastien Ogier weiter P3. Im Hinblick auf das neue Punktereglement mit WM-Punkten bereits am Samstag Abend und zusätzlichen Punkten für die Sonntagsetappe ein wichtiger Meilenstein für Neuville.

Ott Tänak, Adrien Fourmaux und Takamoto Katsuta folgten am Samstag Abend auf den weiteren Rängen.

In der WRC-2 gab es am Samstag Nachmittag keine Änderung. Nikolay Gryazin verwaltete seinen Vosprung und beendete den Samstag 39.5s vor Yohan Rossel. Pep Lopez belegte weiter P3 (+2:21.6).

Im WRC Masters Cup konnte hingegen waren die Abstände bereits extrem groß. Mit mehr als 11 Minuten führte Armin Kremer mittlerweile die Zwischenwertung nach SP 16 vor Ricardo Trivino an.

Ergebnisse:

Zwischenstand nach 16 Sonderprüfungen:
01. T. Neuville M. Wydaeghe Hyundai i20 N Rally1 Hybrid 2:09:46
02. E. Evans S. Martin Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid +4.9
03. S. Ogier V. Landais Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid +11.6
04. O. Tänak M. Järveoja Hyundai i20 N Rally1 Hybrid +1:15.5
05. A. Fourmaux A. Coria Ford Puma Rally1 Hybrid +1:35.4
06. T. Katsuta A. Johnston Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid +2:14.2
07. A. Mikkelsen T. Eriksen Hyundai i20 N Rally1 Hybrid +4:00.8
08. G. Munster L. Louka Ford Puma Rally1 Hybrid +4:56.3
09. N. Gryazin K. Aleksandrov Škoda Fabia RS +7:41.4
10. Y. Rossel A. Dunand Citroën C3 +8:20.9

Das Finale am Sonntag (54,78 km) bildet wie in den letzten beiden Jahren je zwei Durchgänge der Prüfungen „Trakošćan – Vrbno“ und „Zagorska Sela - Kumrovec“. Die Kumrovec-Prüfung fungiert wieder als Powerstage.

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WRC Croatia Rally 2024 - Tag 1: Neuville und Evans zeitgleich an der Spitze!

Thierry Neuville (Hyundai i20 N Rally1) und Elfyn Evans (Toyota GR Yaris Rally1) beendeten den ersten Tag der WRC Croatia Rally 2024 auf die Zehntelsekunde zeitgleich! Nur knapp in Schlagistanz dahinter lauert Sebastien Ogier!

Text & Fotos: Harald Illmer

Von 18.-21. April steht in der Rallye-Weltmeisterschaft mit der Croatia Rallye der erste reine Asphalt-Lauf der Saison 2024 auf dem Programm. Rund um Zagreb erwartet die Teams und die zigtausenden Zuseher wieder ein Asphalt-Spektakel der Sonderklasse.

In der Saison 2021 feierte die Croatia Rallye ihr erfolgreiches Debüt in der Rallye-Weltmeisterschaft und entwickelte sich in den folgenden Jahren schnell zu einem Fan-Favoriten: Jahr für Jahr pilgern zig Tausende von Fans aus ganz Europa im Frühjahr nach Kroatien und säumen die Sonderprüfungen des vierten Saisonlaufes. Neben der Central European Rallye in Deutschland,Tschechien und Oberösterreich ist die Croatia Rally auch für Fans aus Österreich die am schnellsten zu erreichende Runde der Rallye-WM. Vom Grenzübergang in Spielfeld ist man in knapp 1:15h am Servicepark der Croatia Rally 2024.

Zwanzig Sonderprüfungen über 283.28 km stehen für die 68 Teams von 18. - 21. April zwischen Kumrovec, Zagreb und Rijeka für die 68 Teams aus 26 Nationen auf dem Programm. Nach dem traditionellen Shakedown am Donnerstag Vormittag in Okic geht der Ceremonal-Start am Abend ab 18:30h in Zagreb über die Bühne – wohl wieder wie Jahr für Jahr vor einer unglaublichen Zuseherkulisse.

Der Servicepark der Croatia Rally wechselte im Vergleich zu den Vorjahren seinen Standort von Zagreb zurWestgate Shopping City ins Umland nördlich der kroatischen Hauptstadt und ist mit direkter Autobahnanbindung einfach zu erreichen.

Mit acht Sonderprüfungen über knapp 120km ging der längste Tag der Croatia Rallye 2024 am Freitag über die Bühne.

Das Wetter am Freitag präsentierte sich von seiner sonnigen Seite. Auch wenn teils an den höher gelegenen Prüfung wie Ravna Gora und Platak sogar noch der Neuschnee der letzten kühlen Tage in den Wiesen lag.

Die Auftaktprüfung Krašić - Sošice 1 über 23,63 km entschied Thierry Neuville klar für sich. Als erster Pilot in der Prüfung nutzte der Belgier die sich dahinter schnell verschmutzende Strecke und knallte eine überlegene Bestzeit auf den Asphalt. Einzig Elfyn Evans konnte mit 6.6s Rückstand halbwegs mithalten. Dahinter summierten sich die Rückstände bereits auf 14.5s (Sebastien Ogier), 17.8s (Ott Tänak) bzw. bereits über 20s für den Fünftplatzierten Adrien Fourmaux.

Andreas Mikkelsen erlebte einen Start in die WRC Croatia Rally 2024 alles andere als nach Wunsch: Der Hyundai-Pilot hatte einen Verbremser und rutschte von der Strecke. Dabei verlor der Norweger bereits mehr als 50s.

Die spektakuläre zweite Prüfung Jaškovo - Mali Modruš Potok mit ihren spektakulären Sprungkuppen sorgte für actionreiche Bilder. Elfyn Evans konnte in der zweiten Prüfung Thierry Neuville knapp unterbieten, hier sollte die Verschmutzung nicht ganz so zum Tragen kommen. Auch die Rückstände dahinter hielten sich mit knapp 10s in den Top-6 in Grenzen.

Die erste Durchfahrt in Ravna Gora wurde dann wieder zur klaren Bühne von Thierry Neuville. Im Vorjahr schied der Belgier hier in Führung liegend aus, diesmal absolvierte der Hyundai-Pilot die 10.13 km lange Prüfung als Schnellster vor seinen schärfsten Verfolgern im Gesamtklassement Elfyn Evans und Sebastien Ogier.

Fast bei Rijeka gelegen bildete die legendäre Platak Prüfung den Abschluss der Vormittagschleife. Die Prüfung führt bis auf knapp 1200m Seehöhe ins Skigebiet hoch, dementsprechend präsentierten sich die TV-Bilder von der vierten Sonderprüfung: Schnee und winterliche Landschaften neben der Strecke – alles andere als man für Ende April in Kroatien erwarten würde.

Das Top-Trio absolvierte die erste Überfahrt in Platak innerhalb von 0.3s. Thierry Neuville holte sich die Bestzeit vor Evans und Ogier. Die mittägliche Rast in Rijeka erreichte Neuville somit als Gesamtführener mit einem Vorsprung von 8.6s auf Elfyn Evans. Mit 21.5s Rückstand komplettierte Sebastien Ogier das Podium nach SP 4. Ott Tänak, Adrien Fourmaux, und Takamoto Katsuta folgten in den Top-6.

Die Citroen Piloten Nikolay Gryazin und Yohan Rossel dominierten die WRC-2 Wertung zu Beginn der Croatia Rallye 2024. Nach der vierten Prüfung betrug der Vorsprung von Gryazin auf Rossel 12.4s. Der Spanier Pepe Lopez rangierte mit 46.6s Rückstand auf P3.

Im WRC Masters Cup spielte Armin Kremer seine Favoritenstellung voll aus und führte die Zwischenwertung nach SP 4 bereits mit 27.7s auf Mauro Miele und 2:58.8 Minuten auf Eamonn Boland an.

Auch den Re-Run in Platak konnte Thierry Neuville vor Elfyn Evans und Sebastien Ogier für sich entscheiden. Im Ziel der Prüfung kritisierte der Belgier jedoch den Umstand, dass nach dem ersten Durchgang keine Gravelcrews über die Sonderprüfung fahren konnte und der viele Schotter auf der Strecke so zu gefährlichen Situationen führte.

Wie im Vorjahr sollte der zweite Durchgang in Ravna Gora den Führenden Thierry Neuville kein Glück bringen. Zwar war es im Gegensatz zum Unfall im Vorjahr heuer nur ein Reifenschaden, der Vorsprung des Führenden Thierry Neuville auf den Zweitplatzierten Elfyn Evans schmolz jedoch dahin. Nur mehr 0.1s trennten die beiden nach der sechsten Sonderprüfung.

In der siebten Prüfung konnte Elfyn Evans dann Thierry Neuville von der Spitze verdrängen. Der Belgier konnte aufgrund des Reifenschadens nicht mehr alles riskieren.

Gegen die überlegenen Bestzeit von Sebastien Ogier auf der Abschlussprüfung des Tages konnten weder Thierry Neuville noch Elfyn Evans etwas ausrichten. Der Franzose holte sich auf der knapp 23 km langen Prüfung über 9s gegenüber seiner Konkurrenz heraus.

Neuville und Evans trennten in SP 8 genau 1.6s – soviel Betrug auch der Vorsprung von Elfyn Evans auf Thierry Neuville nach der siebten Sonderprüfung – somit beendeten beide den ersten Tag der WRC Croatia Rallye 2024 exakt auf die Zehntelsekunde zeitgleich auf P1! Sebastien Ogier verkürzte seinen Rückstand mit der klaren Bestzeit auf nur mehr 6.6s und blieb somit in Schlagdistanz zur Spitze.

Ott Tänak, Adrien Fourmaux und Takamoto Katsuta folgten am Freitag-Abend in den Top-6 der Gesamtwertung.

Die WRC-2 Wertung dominierten auch am Nachmittag die Citroen Piloten Nikolay Gryazin und Yohan Rossel. Nach dem ersten Tag führte Gryazin mit 31.1s Vorsprung auf Rossel die Gesamtwertung an. Auf P3 rangierte weiter Pepe Lopez.

Im WRC Masters Cup waren die Positionen ebenso klar bezogen. Mit bereits 1:12.3 Min. Vorsprung lag hier Armin Kremer im BRR Skoda Fabia RS Rally2 in Front.

Ergebnisse:

Zwischenstand nach 8Sonderprüfungen:
01. T. Neuville M. Wydaeghe Hyundai i20 N Rally1 Hybrid 1:05:15
02. E. Evans S. Martin Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid +0.00
03. S. Ogier V. Landais Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid +6.6
04. O. Tänak M. Järveoja Hyundai i20 N Rally1 Hybrid +41.1
05. A. Fourmaux A. Coria Ford Puma Rally1 Hybrid +52.7
06. T. Katsuta A. Johnston Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid +1:37.8
08. G. Munster L. Louka Ford Puma Rally1 Hybrid +3:07.3
09. N. Gryazin K. Aleksandrov Škoda Fabia RS +3:48.3
10. Y. Rossel A. Dunand Citroën C3 +4:19.4

Abermals acht Sonderprüfungen über 108.76 km werden am Samstag gefahren. Die bereits aus den Vorjahren bekannten Prüfungen „Smerovišće – Grdanjci“, „Stojdraga - Gornja Vas“, „Vinski Vrh - Duga Resa“ und „Pećurkovo Brdo - Mrežnički Novaki“ werden ident wie in den Vorjahren oder in abgeänderter Form in Angriff genommen.

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Galerie WRC Croatia Rally 2024 - IR7.at: Fotos: © Harald Illmer
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Zeitplan WRC Croatia Rally 2024:

Donnerstag, 18. April 2024:
09:01h - Shakedown Okic (3,62 km)
18:30h - Ceremonial Start Zagreb

Freitag, 19. April 2024:
08:28h - SP 1 - Krašić - Sošice 1 (23,63 km)
09:41h - SP 2 - Jaškovo - Mali Modruš Potok 1 (9.48 km)
10:39h - SP 3 - Ravna Gora - Skrad 1 (10,13 km)
11:47h - SP 4 - Platak 1 (16,63 km)
14:45h - SP 5 - Platak 2 (16,63 km)
15:58h - SP 6 - Ravna Gora - Skrad 2 (10,13 km)
17:16h - SP 7 - Jaškovo - Mali Modruš Potok 2 (9.48 km)
18:09h - SP 8 - Krašić - Sošice 2 (23,63 km)

Samstag, 20. April 2024:
07:31h - SP 9 - Smerovišće - Grdanjci 1 (15.72 km)
08:24h - SP 10 - Stojdraga - Gornja Vas 1 (20.77 km)
10:05h - SP 11 - Vinski Vrh - Duga Resa 1 (8,78 km)
11:03h - SP 12 - Pećurkovo Brdo - Mrežnički Novaki 1 (9,11 km)
14:31h - SP 13 - Smerovišće - Grdanjci 2 (15.72 km)
15:24h - SP 14 - Stojdraga - Gornja Vas 2 (20.77 km)
17:05h - SP 15 - Vinski Vrh - Duga Resa 2 (8,78 km)
18:03h - SP 16 - Pećurkovo Brdo - Mrežnički Novaki 2 (9,11 km)

Sonntag, 21. April 2024:
07:08h - SP 17 - Trakošćan - Vrbno 1 (13,15 km)
08:35h - SP 18 - Zagorska Sela - Kumrovec 1 (14,24 km)
10:23h - SP 19 - Trakošćan - Vrbno 2 (13,15 km)
13:15h - SP 20 - Zagorska Sela - Kumrovec 2 (14,24 km)

Weitere Informationen zur WRC Croatia Rally 2024: https://www.rally-croatia.com/

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