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Sonntag, 26. August 2012:
WRC ADAC Rallye Deutschland, 23. - 26. August 2012:
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Sebastien Loeb triumphiert zum neunten Mal!

Sebastien Loeb dominierte die ADAC Rallye Deutschland rund um Trier auch in diesem Jahr nach Belieben. Der Citroen Pilot feierte seinen neunten Sieg an der Mosel vor Jari Matti Latvala und Mikko Hirvonen. Red Bull Skoda Pilot Hermann Gassner blieb nach einer tollen Leistung einmal mehr unbelohnt.

Serienweltmeister Sébastien Loeb und Co-Pilot Daniel Elena gewinnen auch die Jubiläumsausgabe der ADAC Rallye Deutschland. Von Beginn an diktierte der Franzose mit seinem Citroën DS3 WRC wieder das Tempo und baute seinen Vorsprung bis in Ziel kontinuierlich aus. Auch die abschließende Power Stage "Circus Maximus" in der Trierer Innenstadt konnte er für sich entscheiden und sich somit drei weitere Punkte für die WM-Wertung sichern.. Für Überflieger Loeb ist das bereits der siebte Saisonsieg und zugleich der neunte Triumph bei der ADAC Rallye Deutschland.

Launisches Wetter und damit kritische Straßenbedingungen sowie technische Probleme handikapten die meisten Mitbewerber und dezimierten das Feld der 71 Starter aus 33 Nationen auf 41 Teams im Ziel in Trier. Loeb's skandinavischer Dauerverfolger Jari-Matti Latavala rettete einen zweiten Platz ins Ziel, gefolgt von Latvalas Landsmann Mikko Hirvonen, dem Teamkollegen von Loeb.

Der Norweger Petter Solberg (Ford Fiesta WRC) konnte nach seinem Ausfall beim ersten Durchgang der Panzerplatte auf Rang zwei liegend, am Sonntag zwar nochmals antreten, hatte mit dem Endergebnis verständlicherweise aber nichts mehr zu tun. Vorjahressieger Sébastien Ogier glänzte wieder mit Fabelzeiten und wurde mit seinem von Volkswagen Motorsport eingesetzten Skoda Fabia S2000 Gesamtsechster.

Rekordhalter Sébastien Loeb strahlte im Ziel: "Das war eine harte und schwierige Rallye. Es lief für mich sehr gut. Das war ein perfektes Wochenende - und ich mag perfekte Wochenenden."


ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk über den Seriensieger Loeb: "Sebastien Loeb ist zweifelsohne ein Ausnahme-Pilot, der die Fähigkeit hat, sein Auto noch schneller und präziser über die Wertungsprüfungen zu bringen als alle anderen. Mittlerweile hat er natürlich auch eine Menge Erfahrung, die ihm zusätzlich hilft. Loeb tut dem Rallye-Sport gut und ich hoffe, dass er ihm noch lange erhalten bleibt."

Auf den insgesamt 15 Sonderprüfungen (ca. 369 km) in den Mosel-Weinbergen und im Hunsrück setzte Sébastien Loeb neun Bestzeiten - die restlichen Topzeiten teilten die Verfolger Latvala (2), Tänak (2), Solberg (1) und Sordo (1) unter sich auf. Als besonders anspruchsvoll galten die beiden langen Baumholder-Prüfungen "Arena Panzerplatte" über jeweils knapp 47 Kilometer am Samstag und die beiden Dhrontal-Etappen am Sonntag.

Trotz des zeitweiligen Regenwetters zog die Jubiläumsausgabe der ADAC Rallye Deutschland wieder 200.000 Zuschauer in ihren Bann. ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk bilanziert: "Getrübt wurde das Jubiläum natürlich durch den Unfall beim Shakedown am Donnerstag, der sich leider trotz der wirklich vorbildlichen Sicherheitsmaßnahmen ereignet hat. Wir alle hoffen, dass sich der Verletzte schnell erholt und wünschen ihm alles Gute

Abgesehen davon können wir wirklich auf ein gelungenes Doppel-Jubiläum, 30 Jahre ADAC Rallye Deutschland und zehn Jahre WM-Lauf, zurückblicken.

Wenn man sieht, wie begeistert die Zuschauer an der Strecke waren und dass wieder rund 200.000 Fans an den verschiedenen Wertungsprüfungen standen, dann kann man zu Recht von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Dies zeigt, dass ein Rallye-Weltmeisterschaftslauf in Deutschland seine Berechtigung und seinen Platz hat. So eine Veranstaltung größtenteils ohne Probleme über die Bühne zu bringen, das ist schon eine Meisterleistung an der viele tausend Menschen mitgewirkt haben. Von Rallye-Leiter Armin Kohl mit seinem Team, über die Behörden bis hin zu den vielen freiwilligen Helfern. Bei allen möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Denn ohne ihr Engagement wäre eine solche Veranstaltung gar nicht möglich."

PWRC: Kosciuszko vor Guerra und Ligato

Der polnische Mitsubishi Pilot Michal Kosciuszko konnte die PWRC Wertung bei der ADAC Rallye Deutschland 2012 für sich entscheiden. Benito Guerra belegte den zweiten Rang (Mitsubishi Lancer Evo X), vor dem Argentinier Marcos Ligato auf Rang drei (Subaru Impreza).

Red Bull Skoda: Hermann Gassner jun. blieb einmal mehr unbelohnt

Hermann Gassner jun. / Klaus Wicha (Red Bull Škoda Fabia S2000) zeigten mehrmals mit starken Zeiten auf, konnten aber aufgrund eines Aufhängungsdefekts kein Erfolgserlebnis feiern.

Hermann Gassner jun. / Klaus Wicha (Red Bull Skoda Fabia S2000) starteten am vergangenen Freitag konzentriert, kontrolliert und auch schnell in die Rallye Deutschland 2012. Die ersten 6 Sonderprüfungen verliefen zufriedenstellend für das Red Bull Rallye Team.

Dabei war der junge Deutsche am ersten Tag zumeist schneller als sein Landsmann und Mitglied des VW-Werksteams, Sepp Wiegand. Eine unerklärliche Zeitstrafe nach einem Stau vor einer Zeitkontrolle bescherte Gassner jun. eine Zeitstrafe von 50 Sekunden – und nur deshalb lag der junge Bayer vom Red Bull Rallye Team hinter Wiegand.

Die eigentlichen Probleme des Hermann Gassner jun. begannen am Samstag - gleich bei der ersten Sonderprüfung des zweiten Tages, als er auf der SP 7 wegen eines Reifenschadens fast zwei Minuten verlor. Nach der SP 9, der legendären „ SP Panzerplatte 1“, war dann der Schaden wesentlich größer und kostete noch viel mehr Zeit:

Gassner jun. hatte sich bei der 46 km langen Prüfung bei einem leichten Ausritt einen Aufhängungsteil am linken Hinterrad abgerissen – und musste seinen Skoda auf 3 Rädern ins Ziel „tragen“. Die Rallye war somit gelaufen.

Gassner jun.: „Es war eigentlich gar kein Ausritt, ich habe mit dem Reifen seitlich einen harten Gegenstand getroffen und dabei ganz unglücklich einen Teil der Aufhängung abgerissen. Ich wäre zwar noch über die Prüfung gekommen, hätte aber dann auf drei Rädern sicher nicht die hundert Kilometer zurück zum Service geschafft…. Echt schade, zumal ich mich sehr wohl gefühlt habe und auch schnell unterwegs war.“

Teamchef Raimund Baumschlager analysierte den Schaden am Samstagabend und traf dann die Entscheidung, die Rallye fortzusetzen.

Bei den letzten drei Prüfungen am Sonntag konnten Gassner jun. / Wicha im Rahmen der Rallye 2 starten und noch einmal versuchen, mit einigen schnellen SP-Zeiten aufzuzeigen.

Auf der SP 13 war dann Gassner jun. auch bis kurz vor dem Ende der 30 km langen Prüfung auf Bestzeitkurs, um dann auf einen langsamen Teilnehmer aufzulaufen. Dennoch war er nur knapp langsamer als SWRC-Spitzenreiter und VW-Werkspilot Sébastien Ogier. Die Prüfung „Drohntal“ wurde danach gleich nochmals gefahren- und diesmal hatte Gassner jun. erneut Pech und musste bereits zum zweiten Mal einen Reifen wechseln.

Zwei Minuten Zeitverlust hatten zu diesem Zeitpunkt nur noch statistischen Wert.

BRR-Teamchef Raimund Baumschlager: „Leider ist der Hermann einmal mehr nicht für eine starke Leistung belohnt worden. Seine Zeiten waren zumeist sehr gut und ansprechend, auch im Vergleich zu den VW-Werksteams. Was ihm fehlt, ist die Erfahrung bei so großen Veranstaltungen.“

DRM: Mark Wallenwein nach Doppelsieg auf Meisterschaftskurs

Die längste Rallye der Saison in der DRM ( hat einen strahlenden Sieger: Mark Wallenwein konnte sich mit Co-Pilot Stefan Kopczyk im Skoda Fabia S2000 sowohl auf der Freitags- als auch auf der Samstagsetappe der ADAC Rallye Deutschland als Sieger feiern lassen. Da die beiden Tagesergebnisse beim deutschen Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft jeweils als eigener DRM-Lauf gewertet werden, konnte der 25jährige Youngster mit dem Doppelsieg einen Riesenschritt in Richtung Meistertitel machen.

Der Schwabe setzte sich dabei am ersten Tag in einem packenden Duell knapp gegen Felix Herbold / Michael Kölbach (Ford Fiesta S2000) und Ruben Zeltner / Helmar Hinneberg (Porsche 911 GT3) durch.

Am zweiten Tag profitierte er vom Pech der Gegner: Herbold fiel in Führung liegend nach der Hälfte der zweiten Etappe aus, Zeltner ereilte das gleiche Schicksal auf der letzten WP vor dem Mittagsservice.

142.000 Zuschauer entlang der elf DRM-WPs bildeten eine gigantische Kulisse für die Fights in der höchsten deutschen Rallye-Liga. Entsprechend beeindruckt zeigten sich auch die Teilnehmer.

„Das ist ein Supergefühl, hier im Rahmen der Weltmeisterschaft vor so vielen Fans zu fahren“, freute sich Doppelsieger Mark Wallenwein im Ziel der zweiten Etappe. „Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass ich hier zwei Wertungen zur DRM gewinnen kann, hätte ich das nicht geglaubt.“

In der Meisterschaft kann Wallenwein nun den Sack am vierten Septemberwochenende zumachen: Bei der ADAC Saarland-Rallye rund um Dillingen (21. bis 22. September) könnte er sich am sechsten von sieben DRM-Wochenenden vorzeitig zum Meister küren.

Alle weiteren Informationen und Ergebnisse zur ADAC Rallye Deutschland finden sie unter www.rallye-deutschland.de

Die Rallye Weltmeisterschaft wird von 13.-16. September 2012 mit der Wales Rally GB fortgesetzt.

Fotos - IR7.at:
 

> Fotos WRC ADAC Rallye Deutschland 2012

> (Fotos: Harald Illmer, IR7.at)