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Sonntag, 21. August 2011:
WRC ADAC Rallye Deutschland 2011: Ogier vor Loeb und Sordo!
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Citroën-Pilot Sébastien Ogier bezwingt erstmals seinen Teamkollegen und den Seriensieger Sébastien Loeb auf deutschem Boden. Dritter wird ebenfalls überraschend Dani Sordo im MINI John Cooper Works WRC.

Vom Start weg bestimmten beide Franzosen mit ihren Citroën DS3 WRC unter den 80 gestarteten Teams das Rallye-Tempo und boten selbst den verbissen attackierenden Ford-Werkspiloten Jari-Matti Latvala sowie Mikko Hirvonen keine Angriffsflächen. Der achtmalige Gesamtsieger Loeb unterstrich dabei von Beginn an seine Favoritenrolle und ging hoch motiviert an den Start dieses neunten WM-Laufes der Saison im Großraum Trier.

Bis zur 13. der insgesamt 19 Sonderprüfungen der insgesamt 1.246 Kilometer langen Rallyestrecke in den Mosel-Weinbergen, in Baumholder und dem nördlichen Saarland erarbeitete sich Loeb einen Vorsprung von knapp vier Sekunden auf Ogier.

Dieser hauchdünne Loeb-Vorteil zerschmolz dann plötzlich durch einen Reifenschaden von Loeb in der darauf folgenden Prüfung, und Ogier erbte so die Spitzenposition, die er trotz hartnäckiger Loeb-Attacken bis ins Ziel verteidigte.

ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk: „Den Zuschauern wurde ein spannender Wettbewerb geboten. Der Rekord-Weltmeister und Rekord-Deutschland-Sieger Sébastian Loeb hat sich mit seinem Teamkollegen Sébastien Ogier ein äußerst enges Duell geliefert, bis ihn ein Reifen-schaden bei der letzten Sonderprüfung am Samstag zurückgeworfen hat. Glückwunsch an Sébastien Ogier und Citroën zum Sieg bei der diesjährigen ADAC Rallye Deutschland.“

Seriensieger Loeb wirkte ein wenig enttäuscht und betonte: „Ich hatte vorher schon gesagt, dass jede Serie einmal endet. Es war eine gute Rallye, die wir ohne den Reifendefekt hätten gewinnen können.“ Der glückliche Gesamtsieger Ogier hingegen jubelte: „Eine Rallye zu gewinnen, bei der ein Teamkollege so stark ist, ist einfach genial. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich Super-Seb auf Asphalt schlagen könnte.“

Wie viele andere Teams wurden auch die Finnen Latvala und Hirvonen in ihren Ford Fiesta RS WRC von Technikproblemen abgebremst, so dass der Spanier Daniel Sordo beim deutschen Debüt des MINI John Cooper Works WRC sogar aufs Podium fahren konnte: „Diese tolle Ergebnis ist gerade in dieser Testsaison sehr wichtig für das ganze Team.“

Die deutschen Hoffnungsträger Hermann Gassner junior (Skoda Fabia S2000)und Aaron Burkart Berlin (Ford Fiesta RS WRC) fielen ebenfalls durch technische Probleme bzw. Reifenschäden zurück.

Als bester deutscher Fahrer beendete Christian Riedemann die ADAC Rallye Deutschland im von VW Motorsport eingesetzten Skoda Fabia S2000 vor fast 190.000 Zuschauern auf dem 15. Gesamtrang.

Von den 80 gestarteten Teams erreichten 48 das Ziel in Trier.

ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk: "Die ADAC Rallye Deutschland war auch in diesem Jahr wieder ein toller Erfolg. Dank der professionellen Arbeit unseres Organisationsteam verlief die Veranstaltung reibungslos. Ich habe mich sehr über die
positive Stimmung für den Rallye-Sport, die hier überall in der Region spürbar ist, den hohen Anteil an Zuschauern aus dem Ausland und die Disziplin aller Besucher gefreut."

Stimmen im Ziel:

Sebastien Ogier: Es ist ein tolles Gefühl, keine Frage. Ich bin sehr zufrieden mit dem Sieg hier in Deutschland. Vor der Saison hatte ich nicht damit gerechnet. Im Rallyesport kann sich die Lage jedoch bald ändern. Bei manchen Veranstaltungen habe ich durch dumme Fehler Punkte verloren, aber hier hat es gereicht.

Sebastien Loeb: Ich bin bessere Ergebnisse hier in Deutschland gewohnt, aber jedes Jahr in dem ich hier hinfahre, weiß ich, dass ich keinen garantierten Erfolg habe, nur weil ich in den vergangenen Jahren auch hier Sieger war. So ist es nun einmal. Ich habe versucht, so viele Punkte wie möglich einzufahren, und das ist mir recht gut gelungen.

Dani Sordo: Wir wussten von den Tests, dass das Auto auf Asphalt gut war, aber nicht für das Podium. Wir konnten nicht mit einem Podiumsplatz rechnen, aber letztendlich habe ich dieses Ergebnis eingefahren, und das Ergebnis ist das Wichtigste. Nach diesem Erfolg werden die Leute bei MINI und Prodrive noch motivierter sein. Sie werden vielleicht noch härter für die nächste Rallye arbeiten. Für mich ist der Podiumsplatz in der erst dritten Rallye mit diesem neuen Auto wirklich großartig.


SWRC: Tänak siegt, Kein Glück für Red Bull Skoda

Ott Tänak (Ford Fiesta S2000) konnte die SWRC Wertung der ADAC Rallye Deutschland am Ende klar für sich entscheiden. Der Eeste siegte mit mehr als 5 Minuten Vorsprung auf Nasser Al-Attiyah. Turan Frigyes belegte den dritten Rang.

Das erfolgsverwöhnte Team Red Bull Skoda blieb diesmal bei der Rallye Deutschland weit unter seinen Möglichkeiten. Nach Siegen durch Hänninen bei der Acropolis-Rallye und der Finnland-Rallye blieb diesmal das Siegespodest ohne Beteiligung der Roten Bullen auf ihrem Skoda Fabia S2000.

Dabei begann alles so vielversprechend. Die beiden Red Bull Skoda Piloten waren lange Zeit auf P1 und P3 in der Gesamtwertung, vor allem Gassner zeige mit Top-Zeiten immer wieder sein Potenzial im Raum Trier. Bis zur Sonderprüfung belegten Hänninen und Gassner die Plätze 1 und 3 in der Gesamtwertung.

Aber: Unnötige Fehler warfen beide Piloten schon am ersten Tag der Asphaltrallye weit zurück und ausserhalb jeder Siegesträume. Sowohl Hänninen als auch Gassner beschädigten nach individuellen Fehlern die Radaufhängung. Juho verlor dabei die Führung; Gassner den dritten Platz. Aufgrund des Super Rally Systems konnten beide weiterfahren – ein schwacher Trost für das erfolgsverwöhnte Team.

Am zweiten Tag wurde die berühmt-berüchtigte SP Panzerplatte zum Stolpersein für Hänninen und Gassner. Bei Hermann traten sogar zwei Reifenschäden auf und er musste damit den zweiten Tag beenden. Auch sehr schnelle Zeiten am dritten Tag konnte am Endergebnis nichts mehr verändern.

Stimmen im Ziel:

Ott Tänak: "Ich erwartete schon, dass es gegen Hänninen und Prokop hier schwierig sein würde. Am Freitag war es nicht leicht, den richtigen Rhythmus zu finden, danach ging es ständig besser. Es war schwierig, denn man muss an den Titel denken, aber gleichzeitig will man hier auch ein gutes Ergebnis. Das heißt, dass man einerseits etwas sicherer fahren muss, um auf der Strecke zu bleiben, aber auch schnell genug sein sollte. Es ist nicht einfach diese Balance zu finden."

Juho Hänninen: „Ich bin immer noch sehr enttäuscht, über meinen unnötigen Fehler gleich am ersten Tag. Schon hier habe ich die Rallye verloren. Selbstverständlich hatten wir andere Ziele hier in Deutschland. Trotz aller Probleme haben wir aber nie aufgehört zu kämpfen, wollten um jede Position fighten, schließlich geht es um wichtige Punkte. So betrachtet haben wir mit P4 noch Schadensbegrenzung begangen. Aber ich hatte mir bei meiner ersten Deutschland Rallye viel mehr erwartet. Vor allem weil wir sehr schnelle Zeiten fahren konnten. Wir müssen uns auf die beiden letzten Rallyes in Frankreich und Spanien konzentrieren und versuchen, unsere WM-Führung zu halten.“

Hermann Gassner jun.: „Wir sind sehr enttäuscht, über den ganzen Verlauf dieser Rallye. Vor allem über das Pech mit gleich zwei Reifenschäden hintereinander. Wir mussten danach aufgeben, weil wir keinen Ersatzreifen mehr an Bord hatten. Wir wollten aber in jedem Fall ins Ziel kommen und möglichst viel Erfahrung zu sammeln. Zum Schluss konnten wir noch gute Zeiten fahren. Wir konzentrieren uns schon ganz auf Frankreich.“

Raimund Baumschlager: „Es ist leider nicht so gelaufen, wie wir es wollten und es auch vorgestellt haben. Wir hatten einfach unheimlich viel Pech. Aber Juho ist in der Gesamtwertung weiter an der Spitze - und wir müssen uns schon jetzt auf Frankreich konzentrieren. Ab jetzt zählt jeder Punkt. Mit Hermann bin ich zufrieden - er hatte den Auftrag, gute Zeiten zu fahren und dies ist auch weitgehend gelungen. Er hat, denke ich, sein Potenzial gezeigt. In Frankreich wird es für uns alle nicht leicht, vor allem bei Regen wird es schwer. Aber wir müssen alles versuchen, dass Juho an der Spitze bleibt, vor dem Finale in Spanien.“

Endstand nach 19 Sonderprüfungen:
01. Ogier / Ingrassia, Citroen DS3 WRC 3:32:15.9
02. Loeb / Elena, Citroen DS3 WRC +39.8
03. Sordo / Del Barrio, Mini Cooper WRC +1:55.6
04. Hirvonen / Lehtinen, Ford Fiesta WRC +2:43.7
05. Solberg / Patterson, Citroen DS3 WRC +3:48.0
06. Räikkönen / Lindström, Citroen DS3 WRC +7:24.6
07. Solberg / Minor, Ford Fiesta WRC +7:45.9
08. Araujo / Ramalho, Mini Cooper WRC +9:29.8
09. Van Merksteijn / Mombaerts, Citroen DS3 WRC +10:01.6
10. Kuipers Miclotte, Ford Fiesta WRC +10:09.0

Bestzeiten: Loeb – 9, Ogier – 6, Latvala – 3, Hirvonen - 1

Endstand SWRC:
01. Tänak / Sikk, Ford Fiesta S2000 3:46:04.8
02. Al-Attiyah / Bernacchini, Ford Fiesta S2000 +5:38.6
03. Turan / Zsiros, Ford Fiesta S2000 +8:03.3
04. Hänninen / Markkula, Skoda Fabia S2000 +11:37.1
05. Kruuda / Järveoja, Skoda Fabia S2000 +14:51.8
06. Prokop / Tomanek, Ford Fiesta S2000 +26:46.1
07. Gassner / Wüstenhagen, Skoda Fabia S2000 +32:59.4
08. Sousa / Babo, Ford Fiesta S2000 +34:51.9

Bestzeiten: Prokop - 9, Tänak - 5, Hänninen - 4, Al-Attiyah - 1

Wichtigste Ausfälle: Mads Östberg, Daniel Oliveira, Kris Meeke, Rene Kuipers, Bernhard ten Brinke, Yazeed Al-Rajhi, Dirk Riebensahm, Tibor Erdi, Michael Abendroth, Harry Hunt, Patrik Ottoson, Mark Muschiol, Sebastian Schwinn, Milan Liska

WM-Stand Fahrer (nach 9 von 13 Läufen): 1. S. Loeb – 192 Punktem 2. S. Ogier - 167, 3. M. Hirvonen – 156, 4. J-M. Latvala – 96, 5. P. Solberg – 94, 6. M. Østberg – 56.

WM-Stand Hersteller (nach 9 von 13 Läufen): 1. Citroen Total WRT – 333 Punkte, 2. Ford Abu Dhabi WRT – 242, 3. M-Sport Stobart Ford RT – 105, 4. Petter Solberg WRT – 83, 5. Ice 1 Racing – 48, 6. Munchi's Ford WRT – 32

SWRC-Stand: 1. Hänninen – 98, 2. Tänak – 80, 3. Prokop – 76, 4. Kruuda – 58, 5. Sousa – 55, 6. Gassner – 55, 7. Turan – 46, 8. Al-Attiyah - 38, 9. Brynildsen - 16, 10. Llovera - 14, 11. Salo - 4, 12. Herbold - 2

Die Rallye Weltmeisterschaft wird mit der Rallye Australien von 08.-11. September fortgesetzt. Die Rallye Australien wechselte erneut ihren Austragungsort und wird heuer in der Region Coffs Coast ausgetragen.

Die SWRC findet im Rahmen der Rallye de France Ende September ihre Fortsetzung.

Fotos - IR7.at:
 
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