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Sonntag, 03. Juli 2011:
Skoda Rallye Maribor: Harrach knapp vor Baumschlager, Longhi Dritter
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Beppo Harrach entschied auch den fünften Lauf zur Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft 2011 im Rahmen der Skoda Rallye Maribor für sich. Der Mitsubishi Pilot siegte knapp vor Raimund Baumschlager (Skoda Fabia S2000) und dem Italiener Piero Longhi (Skoda Fabia S2000).

Mit der Skoda Rallye Maribor ging an diesem Wochenende der fünfte Lauf zur Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft 2011 über die Bühne. Insgesamt standen elf selektive Sonderprüfungen über knapp 148 km für die Teilnehmer auf dem Programm, darunter auch wieder vier Sonderprüfungen in der Südsteiermark.

Die Rallye startete am Freitag Nachmittag mit zwei Durchgängen der 11,5 km langen Sonderprüfung „Schlossberg“ bei Leutschach. Beppo Harrach konnte in beiden Durchgängen die Bestzeit vor Piero Longhi (Skoda Fabia S2000) bzw. Raimund Baumschlager (Skoda Fabia S2000) setzen.

Den abendlichen Stadt-Rundkurs in Maribor konnte Longhi vor Harrach für sich entscheiden.

Beppo Harrach beendete somit den ersten Tag mit einem Vorsprung von 14.1s auf Longhi als Führender.

Raimund Baumschlager belegte den dritten Rang im Zwischenklassement nach dem ersten Tag (+17.7s). Der Slowene Rok Turk (Peugeot 207 S2000), Andreas Aigner im Renault Clio R3 sowie Darko Peljhan (Mitsubishi Lancer Evo X) folgten auf den weiteren Rängen.

Mario Saibel belegte mit 1:53 Minuten Rückstand nur den elften Rang am Ende des ersten Tages: „Wir haben uns wie immer vorgenommen, voll zu attackieren. Dabei ist mir aber gleich auf der zweiten Sonderprüfung ein Fehler passiert und wir drehten uns in einen Graben hinein, mussten von den Zusehern herausgehoben werden. Fast genau eine Minute hat uns dieser Fauxpas gekostet, das war wirklich ärgerlich.“

Der Samstag Vormittag stand dann ganz im Zeichen der Aufholjagd von Raimund Baumschlager im Skoda Fabia S2000. Mit drei von vier möglichen Bestzeiten am Vormittag startete der Rosenauer mit einem Rückstand von 13.4 Sekunden auf Harrach in den Nachmittag. Piero Longhi konnte das Tempo von Harrach und Baumschlager an der Spitze des Feldes am Samstag nicht mehr mitgehen und folgte Samstag Mittag bereits mit einem Respektabstand von 52.7 Sekunden auf dem dritten Rang.

Baumschlager war sogar dran, Harrach auf den letzten vier Prüfungen den Sieg streitig zu machen, als auf seiner Lieblingsprüfung, dem Rundkurs Eichberg, auf dem er sich bisher von der Konkurrenz immer entscheidend absetzen konnte, von einem langsameren 2WD-Auto gebremst wurde, das man kurz vor ihm auf den Kurs geschickt hatte.

Copilot Thomas Zeltner: „Das war vom Starter extrem ungeschickt, damit mussten wir zwei Kilometer im Staub hinterherfahren, leider hat er nicht Platz gemacht, weil er uns angeblich nicht gesehen hat.“

Baumschlager war trotz dieses großen Handicaps am Ende der Prüfung nur um 0.5 Sekunden langsamer als Harrach.

Auf den restlichen zwei Sonderprüfungen konnte Baumschlager den Rückstand von 14,9 mit zwei Bestzeiten noch auf 5.5 Sekunden drücken. Auf der Eichberg-Prüfung war er ohne Behinderung 7.1 Sekunden schneller.

Beppo Harrach feierte somit den fünften Sieg in dieser Saison. Piero Longhi belegte hinter Raimund Baumschlager den dritten Rang. Sein Rückstand betrug bereits über 3 Minuten. Rok Turk im Peugeot 207 S2000, der Sieger der 2WD-Wertung Andreas Aigner im Renault Clio R3 sowie Mario Saibel im Mitsubishi Lancer Evo X komplettierten die Top-6 der Rallye Maribor 2011.

Von den 53 gestarteten Teams erreichten 35 das Ziel in Maribor (66%).

2WD: Aigner dominiert erneut

In der 2WD-Wertung dominierte abermals Andreas Aigner im Renault Clio R3 nach Belieben. Der Steirer setzte auf allen Sonderprüfungen eine klare Bestzeit und siegte schlussendlich mit 3:53.9 Min. Vorsprung auf Hannes Danzinger im Ford Fiesta R2. Daniel Wollinger belegte den dritten Rang (+4:47.9 Min.), vor Michael Böhm auf Rang vier. (+5:22.5). Für Hermann Neubauer im Suzuki Swift S1600 war Slowenien keine Reise wert. Nach vielerlei Problemen beendete der Salzburger die Rallye Maribor nur auf dem sechsten Rang in der 2 WD Wertung (+7:42.9).

Stimmen im Ziel:

Raimund Baumschlager:

„Nach dem Rückstand am Freitag und Platz 3 war mein Ziel, den vor mir liegenden Piero Longhi im identischen Auto einzufangen und bester S 2000-Pilot zu werden. Das Auto lief perfekt, die Reifen waren sensationell, das Team hat hervorragend gearbeitet, ich kann mich dafür nur bedanken. Auch wenn es mit Organisation nicht immer ganz geklappt hat, die Maribor Rallye ist eine der schwierigsten und selektivsten im österreichischen Kalender.“

Beppo Harrach: „Der Entschluss, in das R4-Reglement zu wechseln, hat sich als goldrichtig erwiesen. Ging es bei der Castrol Rallye in der Steiermark noch nicht um die letzten Sekunden, so lieferte die Umrüstung nun die Basis für den knappen Erfolg. Für uns bedeutet dieser Sieg einen entscheidenden Schritt in Richtung Rallye-Staatsmeisterschaft.“

Mario Saibel: „Von dem Ausrutscher auf der ersten Etappe einmal abgesehen sind wir eine gute Rallye gefahren, haben das Maximum herausgeholt und haben bis zum Schluss gepusht. Ohne den Fehler wär’s Platz fünf geworden. Wir warten jetzt halt schon sehr hart auf das R4 Update für unseren Mitsubishi Lancer Evo X. Wir verlieren extrem viel Zeit pro Kilometer auf den Beppo, ich hoffe, das wird mit dem neuen Auto etwas besser. Allerdings dauert das noch: Wir müssen die Schneebergland Rallye auch noch mit dem Gruppe-N-Auto fahren.

Andreas Aigner „In der Früh hatten wir ein Problem mit der Handbremse, danach war der ganze Tag perfekt. Für einen Fronttriebler ist das Ergebnis sehr anständig. Die Bedingungen waren sehr schwierig, die Prüfungen super. Für heuer war das wohl der letzte Auftritt in Österreich, wenn ich auch den Traum von einem Start vor meiner Haustür, bei der ARBÖ Rallye, noch nicht aufgegeben habe."

Endstand nach 11 Sonderprüfungen:
01. Harrach / Schindlbacher, Mitsubishi Lancer R4 1:35:42.1
02. Baumschlager / Zeltner, Skoda Fabia S2000 +5.5
03. Longhi / Pirollo, Skoda Fabia S2000 +3:00.6
04. Turk / Lonzar , Peugeot 207 S2000 +4:11.3
05. Aigner / Ertl, Renault Clio R3 +4:21.9
06. Saibel / Mayrhofer, Mitsubishi Lancer +4:58.8
07. Danzinger / Schirnhofer, Ford Fiesta R2 +8:15.8
08. Cilensek / Breser, Subaru Impreza +8:47.6

Bestzeiten: Baumschlager – 5, Harrach - 5, Longhi - 1

Wichtigste Ausfälle: Walter Kovar, Miha Rithar, Darko Peljhan, Christian Mrlik, Jörg Rigger, Bostan Logar, Mitja Klemencic, Dimitry Biryukov

Stand in der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft:

Division I: 1. Beppo Harrach - 100 Punkte, 2. Raimund Baumschlager - 90, 3. Mario Saibel - 50, 4. Patrick Winter - 48.

2 WD: 1. Hannes Danzinger - 72 Punkte, 2. Michael Böhm – 70, 3. Hermann Neubauer – 64, 4. Michael Kogler – 48, 5. Andreas Aigner - 40

Die Österreichische Rallye Staatsmeisterschaft wird nach der Sommerpause am 26. und 27. August mit der 2. Schneebergland Rallye rund um Rohr im Gebirge fortgesetzt. Auch in diesem Jahr wird dort der Großteil der Sonderprüfungen wieder auf Schotter ausgetragen.

Informationen zur Schneebergland Rallye: www.schneebergland-rallye.at

Fotos - IR7.at:
 
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