IR7.at - Home
 
Freitag, 30. Dezember 2011:
Jänner Rallye 2012: Aktuelle News vor dem Saisonauftakt
Zurück
 

Das Mühlviertel wartet gespannt auf die Topstars der europäischen Rallyeszene. Das Interesse für den Saisonauftakt am 06. und 07. Jänner 2012 rund um Freistadt ist enorm.

Noch wenige Tage bis zum Start des motorsportlichen Top-Events in Österreich. Die Jänner-Rallye 2012 in Freistadt zieht schon im Vorfeld alle in ihren Bann. „Es gibt rund um Freistadt praktisch keine Zimmer mehr. Wer jetzt erst bucht, muss schon fast 40 Kilometer nach Linz ausweichen“, sagt Jänner-Rallye-Organisationschef Ferdinand Staber. Rallye-Pässe um 25 Euro und VIP-Packages gehen weg wie die warmen Semmeln. Der EM-Status, den die Rallye am 6. und 7. Jänner in Freistadt bekommen hat, hebt auch die Erwartungshaltung der Fans. Staber: „Es herrscht rundum so eine positive Stimmung, jeder spricht über die Rallye, und so, wie’s ausschaut, können wir mit einem Massenandrang an Zuschauern rechnen.“ Dass diese, 2011 waren es übrigens 125.000, auf ihre Rechnung kommen, dafür sollte durch das sensationelle Starterfeld gesorgt sein. Wenn sich vier Weltmeister (Juho Hänninen, Stig Blomqvist, Manfred Stohl und Andreas Aigner), ein Vizeeuropameister (Luca Betti), tschechische Toppiloten wie Jan Kopecky, Vaclav Pech oder Pavel Valousek und die gesamte österreichische Klasse u. a. mit drei Staatsmeistern (Beppo Harrach, Raimund Baumschlager, Kris Rosenberger) durchs Mühlviertel hetzen, braucht man sich um mangelnde Action wohl keine Sorgen machen.

Hermann Neubauer im Subaru Impreza WRX STi R4:

Nur wenige Tage nach Weihnachten und exakt einen Tag vor dem Jahreswechsel galt es für Rallye-Youngster Hermann Neubauer das wohl größte „Packerl“ des Jahres in Empfang zu nehmen:

Seinen Subaru Impreza WRX STI R4, mit dem der junge Salzburger die österreichische Rallye-Staatsmeisterschaft im Jahr 2012 im Team von Ex-Rallye-Weltmeister Manfred Stohl bestreiten wird! Übertroffen wurde die Freude ob des im Moment modernsten Rallyefahrzeuges aus dem Hause Subaru wohl nur noch durch die Anwesenheit des Teamchefs höchstpersönlich: Manfred Stohl ließ es sich nicht nehmen, bei der „Einweihung“ des Fahrzeugs dabei zu sein.

Hermann Neubauer war die Begeisterung schon von weitem anzusehen: „Ich freue mich riesig, dass alles geklappt hat. Ich denke, nach drei Jahren in der 2WD-Wertung und den großen Erfolgen in den Jahren 2010 und 2011 musste der Aufstieg in die Division I kommen.

Der größte Dank gilt Subaru Österreich sowie meinen Sponsoren, mit deren Unterstützung ich nun die Möglichkeit habe, mich in einer Division mit Raimund Baumschlager, Beppo Harrach oder Kris Rosenberger zu messen. Jetzt steht das Auto wirklich da und es schaut noch viel geiler aus, als ich mir das gedacht habe.

Noch wichtiger als die Optik ist allerdings der technische Zustand des Subaru Impreza: Das Auto ist ein reinrassiges R4-Fahrzeug, direkt von STI (Subaru Tecnica International) bzw. Stohl Racing aufgebaut und technisch auf dem aktuellsten Stand. Die Voraussetzungen für die kommende Meisterschaft könnten von daher nicht besser sein. Allerdings sage ich gleich dazu, dass es für mich noch viel zu lernen gibt. Kilometersammeln steht im Mittelpunkt! Über die Zusammenarbeit mit Manfred Stohl bin ich wirklich äußerst glücklich – es gibt wahrscheinlich nur sehr wenige Teamchefs, die gleichzeitig über ein solches Wissen als Fahrer verfügen, wie der Manfred. Da kann ich wahnsinnig viel lernen. Und last but not least freue ich mich auch auf meinen neuen Co-Piloten. Bernhard Ettel hat ebenfalls sehr viel Erfahrung und wir verstehen uns blendend!“

Raimund Baumschlager: "Startnummer 10 sagt schon alles"

Die Jänner Rallye, im österreichischen Kalender schon immer etwas Besonderes, wird durch den neuen Status eines Europameisterschaftslaufes zum Superevent.

Auch für Raimund Baumschlager, den österreichischen Serienstaatsmeister, der erst im Vorjahr von einem Fahrer der jungen Generation entthront wurde, ist die Jänner 2012 heuer das herausragende Rallyeereignis: „Mit diesem Starterfeld ist die Rallye etwas ganz Besonderes, was auch bestätigt, dass die Veranstalter mit dem Entschluss, die Rallye nach den Turbulenzen von 2010 nicht sterben zu lassen, den richtigen Weg beschritten haben.

Waren die Zuschauerzahlen bis jetzt schon enorm, wird die Jänner Rallye 2012 noch mehr Fans anlocken, davon bin ich fest überzeugt“, sagte Baumschlager, der die Qualität der Veranstaltung am eigene Leib verspürt. „Bei den letzten Rallyes bin ich immer mit Startnummer 1 oder 2 ins Rennen gegangen, diesmal muss ich mit Nummer 10 vorlieb nehmen, was schon alles über die Konkurrenten sagt. Lauter Topstars vorne, da wird es schwer sein zu bestehen. Juho Hänninen und Jan Kopecky beide im Skoda Fabia S 2000 sind reinrassige Werksfahrer – und außerdem um die Hälfte jünger als ich und dann kommen auch noch Vaclav Pech, Pavel Valousek um nur einige zu nennen dazu. Lauter sauschnelle Leute.“

Trotzdem will Baumschlager mit seinem bewährten und zuverlässigen Skoda Fabia S 2000 und neuem, alten Kopiloten Klaus Wicha die Konkurrenz ein wenig ärgern, wie schon 2004, als er sich gegen die übermächtige tschechische Armada durchsetzte und vor Kopecky im Skoda Octavia WRC und Pech im Ford Focus WRC gewann.

„Damals spekulierten wir mit einem Platz unter den Top 10 und am Ende war`s der 1. Platz“, erinnert sich Baumschlager an einen seiner schönsten Siege im Mühlviertel zurück.

Eines freut den BRR-Chef aber besonders: Juho Hänninen, mit dem er und das Red Bull Rallye Team den Weltmeistertitel in der SWRC geholt hatte wird erstmals in Österreich am Start sein. „Juho ist ein Mann, der, wenn er in ein WRC einsteigt, auf Anhieb vorne dabei ist und der auch Sebastien Loeb fordern könnte. Bei der Monte Carlo Rallye 2011 hatte er schnell einen Vorsprung von einer Minute auf Petter Solberg herausgefahren und Petter war in der WM auch mit dabei, wenn es um Bestzeiten ging. Dass er ein Weltklassepilot ist, wird die Jänner Rallye zeigen und jeder der kommt, kann sich selbst davon überzeugen“, schwärmt Baumschlager über seinen ehemaligen Nummer 1-Fahrer.

Eines wünscht sich Baumschlager für die Jänner Rallye 2012: „Eine Schneefahrbahn, die macht das Fahren berechenbarer und damit die Rallye noch schöner“.

Manfred Stohl plant Aufholjagd:

Manfred Stohl wird mit seinem Erdgas-Mitsubishi bei der Jänner Rallye erst mit Startnummer 72 ins Rennen geschickt - doch der Routinier plant eine Aufholjagd.

Mit der Jänner-Rallye startet auch der Erdgas-Pilot Manfred Stohl in sein persönliches Motorsport-Jahr 2012. Dank der Unterstützung durch das Erdgas-Team kann der 39-jährige Wiener wiederum in der Rallye-Staatsmeisterschaft mitmischen. Und das möchte Stohl wie schon bei seinen drei Podestplätzen 2011 natürlich so weit vorne wie möglich tun.

Beim Saisonauftakt Im Mühlviertel freilich sieht sich der Mitsubishi-Pilot mit einer ungewohnten Situation konfrontiert. Der WM-Vierte des Jahres 2006, der es gewohnt ist, im Spitzenfeld einer Rallye ins Rennen zu gehen, wird bei der Jänner-Rallye erst mit der Startnummer 72 vom Stapel gelassen.

Der Grund liegt in den FIA-Bestimmungen, denen die Organisatoren des Saisonauftakts ganz speziell unterliegen, weil die Jänner-Rallye 2012 bekanntlich nicht nur zur österreichischen und tschechischen Meisterschaft, sondern insbesondere auch zur Europameisterschaft zählt. Und der Welt-Motorsportverband achtet penibel darauf, dass sein Regulativ strengstens umgesetzt wird.

„Tatsache ist, dass Fahrzeuge, die mittels alternativen Kraftstoffen betrieben werden, also auch mein Erdgas-Mitsubishi, nicht zu den von der FIA homologierten Fahrzeugen gehören, sondern lediglich zu denen, die von der nationalen OSK für Rallyes im Rahmen der heimischen Staatsmeisterschaft zugelassen sind“; erklärt Stohl. Deshalb darf er im Mühlviertel erst auf die Sonderprüfung, wenn alle Autos gestartet sind, die laut FIA theoretisch für die EM punkten könnten.

„Wenn das die Regeln sind, habe ich mich daran zu halten“, nimmt Stohl den „Spätstart“ zur Kenntnis und erblickt darin sogar Positives. „Sollte es bei der Jänner-Rallye doch noch Schnee geben oder eisig sein, so wie das 2011 der Fall war, rolle ich das Feld von hinten auf. Denn dann haben alle vor mir Gestarteten die Strecke bereits ordentlich bearbeitet und ich könnte auf einer eisfreien Unterlage so richtig draufsteigen. Dann müssen sich einige da vorn warm anzieh’n.“

DiTech Racing Beppo Harrach / Andreas Schindlbacher:

Der amtierende Rallye-Staatsmeister und Sieger der letzten Jänner Rallye geht mit Startnummer 8 in die neue Saison.

Der neue Status als EM-Lauf hebt die Jänner Rallye auf ein neues, nochmals deutlich höheres Niveau als im Vorjahr. Während sich die Fans auf das vielleicht beste Starterfeld in der jüngeren österreichischen Rallyegeschichte freuen dürfen, kommt auf Beppo Harrach und Andreas Schindlbacher richtig viel Arbeit zu. Namen wie Juho Hanninen, Vaclav Pech, Jan Kopecky oder Pavel Valousek werden von der ersten Minute an Druck machen und versuchen, vorne weg zu stürmen, während hinter Beppo Harrach (hinsichtlich der Startreihenfolge) die heimische Elite mit Raimund Baumschlager, Kris Rosenberger, Andreas Aigner und mit etwas Verspätung (sehr hohe Startnummer) auch Manfred Stohl kräftig aufzeigen wird.

Für das DiTech Racing Team wird es aufgrund der extrem starken Konkurrenz enorm wichtig sein, gleich ab dem ersten Meter den richtigen Mix aus Speed und Risiko zu finden und die ersten Sonderprüfungen dazu zu nützen, einen Überblick zu gewinnen. Im letzten Jahr ist dies perfekt gelungen, und so ist auch heuer ein Stockerlplatz das erklärte Ziel von Beppo Harrach und Andreas Schindlbacher.

Die recht knapp bemessene Pause zwischen dem letzten Lauf zur Saison 2011 und dem Saisonstart 2012 hat DiTech Racing dazu genützt, den etwas in Mitleidenschaft gezogenen Mitsubishi Evo IX R4 gründlich zu überarbeiten.

So will man technische Probleme so weit wie möglich ausschließen, um nicht ein zusätzliches, technisches Handikap gegenüber den topmodernen S2000 Modellen zu haben. Ein kurzer Abstimmungstest steht noch heute Donnerstag auf dem Programm.

Beppo Harrach: „Nach meinem Sieg im Vorjahr gehe ich natürlich mit voller Motivation in die Jänner Rallye 2012. Für den Veranstalter, aber auch für die Fans freut mich das großartige Starterfeld. Meine Startnummer 8 verrät aber auch, dass die Latte heuer um vieles höher hängt als im Vorjahr - die ganze S2000-Armada aus den Nachbarländern, dazu Raimund Baumschlager und Kris Rosenberger, und – als ob das noch nicht genug wäre – auch noch Andreas Aigner und Manfred Stohl in ihren Mitsubishi Modellen. Hier wird der Weg nach vorne schwieriger als bei allen bisher in Österreich gefahrenen Rallyes. Wünschen würde ich mir zumindest eine durchgehende Schneedecke, doch davon kann zur Zeit noch keine Rede sein. Die Idee, 2012 vom Jäger zu Gejagten zu wechseln, wird beim Saisonstart kein Thema sein, vielmehr müssen Andreas Schindlbacher und ich versuchen zu jagen, ohne dabei die Zielankunft aus den Augen zu verlieren. “

Volkswagen Motorsport Austria:

Wenn am 6. Jänner 2012 die Startflagge zur 29. Auflage der Jänner-Rallye, u.a. ein Lauf der FIA European Rally Championship, fällt sagt zusätzlich auch das Volkswagen Motorsport Austria Team ein kräftiges Danke an jene 12 Gemeinden im Mühlviertel, die es mit dem Rallye-Verantwortlichen Ferdinand Staber ermöglicht haben das EM-Projekt zu planen und durchzuziehen.

Es ist nicht alltäglich, dass Verwaltungseinheiten in dieser Vielfalt und in diesem Maße hinter einer Sportveranstaltung stehen bzw. in ihr Marketingkonzept einbeziehen. Doch schon heute ist für alle Beteiligten der wirtschaftliche Erfolg garantiert. Denn 116 Teams stehen auf der Nennliste der Jänner-Rallye 2012 und sorgen mit ihren Techniker-Tros neben den Rallye-Besuchern für einen gesunden "Mühlviertler Euro".

Für Volkswagen Motorsport Austria Teamchef, Dr. Helmut Czekal, auch beliebter Gemeindearzt im Mühlviertel (Lasberg), kommt mit der Jänner-Rallye 2012 ein neuer Zeitabschnitt in sein bewegtes Rallye-Leben.

Seit 1986 betreut und verwaltet Österreichs Rallye-Doktor die Interessen von Porsche Austria in diesem Sportsegment. 25 Jahre ohne Unterbrechung. Von Raimund Baumschlager bis Kris Rosenberger und Hannes Danzinger. Für 2012 hat er sich viel vorgenommen. Beide Fahrerteams sollte er in der Endabrechnung der Saison am Stockerl sehen. Ein Mal in der 4wd-Wertung und ein Mal in der 2wd-Wertung.

Kris Rosenberger: „Die Trauben für mein Vorhaben, eine absolute Spitzenplatzierung zu erreichen hängen sehr hoch. Aber mich muss man auch erst biegen. Vor allem dann, wenn das Wetter mit mir spielt. Bitte Daumen halten für: Schnee, Schnee, Schnee.“

Hannes Danzinger: "Noch kurz vor Weihnachten gab es für mein Techniker-Team beinahe einen Herzinfarkt. Der Kabelstrang des Scirocco TDI musste getauscht werden. Die Seriennumme von Auto zur Elektrik war nicht ident. Doch das VW-Mutterhaus in Deutschland löste dieses Problem sehr rasch." Hannes Danzinger und Pia-Maria Schirnhofer werden in Freistadt ihren Scirocco TDI zünden.

Michael Kogler hat nach 3maligem Rallyetitel ausgedieselt:

Der dritte Titel sollte auch der letzte Dieselpokal im Rahmen der österreichischen Rallyemeisterschaft für den 24 jährigen Michael Kogler sein. Nun wird mit einem benzingetriebenem Werks-Renault Clio die 2 WD Staatsmeisterschaft angepeilt.

Betreut wird dieses reinrassige Werksfahrzeug vom Austro-Tschechischen Rennteam durch Eddy Schlager. Die ersten Schneetests für die Jännerrallye, am Silvestertag in Schenkenfelden, verliefen äußerst zuversichtlich und der junge Rallyepilot aus Melk/Donau freut sich schon riesig auf die kommende Woche startende Jänner Rallye im Raum Freistadt.

Wetterwunsch hat der erfahrene Pilot keinen besonderen, da er auf jedem Untergrund Erfahrung gesammelt und sein Talent bewiesen hat.

Im Rahmen der Motorshow in Wien Ende Jänner wird dann Michael Kogler sein internationales Programm der österreichischen Presse vorstellen.

Weitere Informationen zur Jänner Rallye 2012 finden Sie unter: www.jaennerrallye.at

Fotos: Harald Illmer (3), Daniel Fessl (3), Robert May (1), Erdgas / Ludwig Schedl (1)