IR7.at - Home
Foto: ircseries.com
Foto: ircseries.com
Foto: ircseries.com
 
Sonntag, 24. Juni 2012:
IRC Geko Ypres Rallye, 21. - 23. Juni 2012
Zurück
 

Juho Hänninen dominierte in Belgien!

Fotos: ircseries.com, Daniel Fessl

Juho Hänninen feierte einen beeindruckenden Sieg beim sechsten Lauf zur Intercontinental Rallye Challenge im Rahmen der traditionellen Geko Ypres Rallye in Belgien. Der Skoda-Pilot siegte vor Freddy Loix (Peugeot) und Pieter Tsjoen (Skoda). Andreas Aigner sicherte sich mit dem tollen 9. Rang den Sieg im Productions Cup.

Mit der Geko Ypres Rallye ging an diesem Wochenende der sechste Lauf zur Intercontinental Rallye Challenge über die Bühne. Achtzehn selektive Asphalt-Sonderprüfungen über 293,60 km standen beim belgischen Klassiker auf dem Programm.

Mehr als 20 Teams in S2000 Fahrzeugen hatten ihre Nennung für die Geko Ypres Rallye abgeben, die Liste der Sieganwärter war vor dem Start wieder dementsprechend lang.

Allen voran die Skoda Piloten Juho Hänninen und Andreas Mikkelsen, weiters Freddy Loix und Mathieu Arzeno (beide Peugeot 207 S2000) sowie Patrik Flodin (Ford Fiesta S2000). Der belgische Altmeister Patrik Snijers trat mit einem Mini Cooper S2000 an.

Foto: ircseries.com

Auch Pieter Tsjoen (Skoda), Robert Barrable (Skoda), Michal Solowow (Peugeot), Mathias Viaene (Peugeot) und Antonin Tlustak rechneten sich gute Chancen auf eine Top-10 Platzierung aus.

Neben der Intercontinental Rallye Challenge zählte die Geko Ypres Rallye auch wieder als Lauf zur Rallye Europameisterschaft.

Auch Andreas Aigner war in Belgien wieder mit von der Partie. Der Steirer ging wie in Korsika im Subaru Impreza R4 von Stohl Racing an den Start. Im Kampf um den Sieg im IRC Productions Cup wartete u.a. mit Jasper van den Heuvel starke einheimische Konkurrenz auf Aigner.

Andi Aigner vor dem Start: „Die Prüfungen hier in Belgien sind wirklich schnell mit vielen versteckten, tricky Passagen. Es ist wirklich wichtig hier einen absolut perfekten Aufschrieb zu erstellen, was sich zum Teil schwierig gestaltet, da es aufgrund der offenen, freien Felder kaum Referenzpunkte gibt. Punkto Setup werden wir vor Ort noch weitere Anpassungen vornehmen und eine Lösung für die vielen unterschiedlichen Charakteristiken finden müssen. Die Straße präsentiert sich zum einen gerade und glatt, gefolgt von welligen Passagen. Besonders heikel sind die kantigen und stufigen Cutstellen, die durch oft brüchige Asphaltkanten auch hinsichtlich Reifenschäden ein Risiko darstellen.“

1. Tag: Hänninen setzt sich an die Spitze, Mikkelsen im Pech

Die Rallye startete am späten Freitag Nachmittag. Sechs Sonderprüfungen mit einer Gesamtlänge von 84.83 km standen am ersten Tag der Geko Ypres Rallye 2012 auf dem Programm.

Die Auftaktprüfung „Dikkebus“ über 14.30 km konnte Andreas Mikkelsen knapp vor Juho Hänninen und Freddy Loix für sich entscheiden. Die Fahrer klagten im Ziel der SP über die sehr rutschigen und schwierigen Bedingungen. Für den Schweizer Florian Gonon (Peugeot 207 S2000) war die Rallye hingegen nach einem Überschlag bereits in SP 1 beendet.

In der zweiten Sonderprüfung kam Juho Hänninen kurz von der Strecke ab, der Finne konnte jedoch trotzdem klar die Bestzeit vor Andreas Mikkelsen und Freddy Loix setzen und übernahm somit auch die Führung in der Gesamtwertung.

Auch auf der dritten Sonderprüfung war der amtierende SWRC-Meister nicht zu schlagen. Hänninen setzte die nächste klare Bestzeit und baute seine Führung weiter aus.

Nach der ersten Schleife der Geko Ypres Rallye führte Juho Hänninen die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von 9.1s vor seinem Skoda Markenkollegen Andreas Mikkelsen und 12.3s vor Freddy Loix im Peugeot 207 S2000 an. Pieter Tsjoen folgte in einem weiteren Skoda Fabia auf Rang vier nach SP drei (+26.3), vor Patrik Flodin im Ford Fiesta S2000 auf Rang fünf (+32.3s). Patrick Snijers (Mini Copper S2000), Michal Solowow (Peugeot) und Matthias Viaene (Peugeot) komplettierten die Top-8 nach der ersten Schleife am Freitag.

Andreas Aigner belegte nach SP drei den siebzehnten Gesamtrang, bzw. den dritten Rang im IRC Productions Cup. Der Steirer klagte über mangelnden Grip und Probleme mit den Bremsen.

Foto: ircseries.com

Jasper Van den Heuvel startete mit einer überlegenen Bestzeit im IRC Productions Cup in die Rallye, nach einem Differenzialproblem in SP zwei büßte der Holländer jedoch mehr als eine 1:30 Min ein und fiel zurück.

Die zweite Schleife am Freitag Abend führte wieder über drei Sonderprüfungen. Beim zweiten Durchlauf der Prüfung „Dikkebus“ war Juho Hänninen abermals nicht zu schlagen. Mit der dritten Bestzeit in Folge vor Andreas Mikkelsen und Freddy Loix konnte der Finne seine Führung weiter ausbauen. Der Tscheche Antonin Tlustak rutschte mit seinem Skoda Fabia S2000 in einen Graben und verlor knapp eine Minute. Mit einer zweiten Zeit in SP 4 übernahm Andi Aigner die Führung in der Productions Cup Wertung.

Eine Vorentscheidung fiel auf der fünften Sonderprüfung „Mesen-Sauvegarde“: Andreas Mikkelsen rutschte in einen der vielen Gräben am Straßenrand und konnte seine Fahrt erst nach gut einer Minute fortsetzten. Der Norweger fiel in der Gesamtwertung auf den sechsten Rang zurück. Juho Hänninen hingegen konnte auch die fünfte SP des Tages vor Loix und Tsjoen für sich entscheiden.

Als finale SP des Tages stand noch der 18,84 km lange Klassiker „Langemark“ auf dem Programm. Seine beeindruckende Bestzeitenserie setzte Juho Hänninen auch auf der letzten SP des Tages fort. Der Skoda-Werkspilot fuhr die fünfte Bestzeit in Folge vor Mikkelsen und Loix und beendete den ersten Tag der Geko Ypern Rallye 2012 mit einem Vorsprung von 26.8s auf Freddy Loix als Führender. Pieter Tsjoen belegte am Ende des ersten Tages den dritten Rang (+1:00.6), vor Andreas Mikkelsen auf Rang vier (+1:14.0) und Patrick Snijers im Mini Copper S2000 auf Rang fünf. (+1:16.6). Patrick Flodin, Michal Solowow und Mathias Viaene komplettierten die Top-8 nach Tag 1.

Andreas Aigner beendete den ersten Tag als Führender im IRC Production Cup (Platz 12 Gesamt). Jasper Van den Heuvel konnte das Differenzialproblem am Mitsubishi Lancer Evo X R4 im Service beheben und brachte sich mit einer überlegenen Bestzeit auf der finalen Sonderprüfung zurück in den Kampf um den Sieg bei den Produktionswagen.

Foto: Daniel Fessl

Stand nach dem 1. Tag:
01. Hänninen / Markkula, Skoda Fabia S2000 46:42.3
02. Loix / Vanneste, Peugeot 207 S2000 +26.8
03. Tsjoen / Chevallier, Skoda Fabia S2000 +1:00.6
04. Mikkelsen / Floene, Skoda Fabia S2000 +1:14.0
05. Snijers / Gitsels, Mini Cooper S2000 +1:16.6
06. Flodin / Bergste, Ford Fiesta S2000 +1:29.0
07. Solowow / Baran, Peugeot 207 S2000 +1:52.1
08. Viaene / Vyncke, Peugeot 207 S2000 +2:12.6
09. Saliuk / Aftanaziv, Ford Fiesta S2000 +2:25.4
12. Aigner / Ertl, Subaru Impreza R4 +3:19.1

2. Tag: Überlegener Sieg von Juho Hänninen

Zwölf weitere Sonderprüfungen über mehr als 208 km waren am Samstag noch zu absolvieren.

Die erste Schleife am Samstag Vormittag begann mit der 26,75 km langen SP „Heuvelland“. Für Andreas Mikkelsen begann der zweite Tag alles andere als nach Wunsch: Der Norweger verbremste sich bei einem Abzweig und rutschte von der Strecke, dabei wurde die Aufhängung am Skoda Fabia S2000 zu stark beschädigt. Nach kurzer Weiterfahrt musste Mikkelsen aufgeben. Juho Hänninen hingegen startete mit einer weiteren klaren Bestzeit in den Samstag.

Auf den folgenden beiden Prüfungen setzte jeweils Freddy Loix die Bestzeit und verkürzte den Rückstand auf Hänninen auf 22.8s, doch mit den Bestzeiten in SP 11 und 12 holte sich der Finne die verlorene Zeit wieder zurück. Mit einer guten Leistung am Samstag Vormittag verbesserte sich der Pole Michal Solowow auf Rang fünf in der Gesamtwertung.

Andi Aigners stärkster Gegner im Kampf um den Sieg im IRC Productions Cup – der Holländer Jasper van den Heuvel – schied nach technischen Problemen am Samstag Vormittag aus.

Zur Halbzeit des zweiten Tages führte weiterhin Juho Hänninen die Gesamtwertung in überlegener Manier an. Mit einem Rückstand von 27.1s nach SP 13 belegte Freddy Loix den zweiten Rang vor Pieter Tsjoen auf dem dritten Rang (+1:40.6). Patrick Snijers im Mini Copper S2000 belegte Rang vier (+2:18.1), vor Michal Solowow auf Rang fünf (+3:51.6) und Patrik Flodin auf dem sechsten Rang (+4:46.3).

Im Production Cup baute Andreas Aigner seine Führung bis zur Halbzeit am Samstag auf 55.2s auf den Zweitplatzierten Bob Colsoul aus.

Foto: ircseries.com

Für Oleksandr Saliuk war die Rallye nach technischen Problemen am Ford Fiesta S2000 nach SP 13 beendet. Der Ukrainer rutschte in SP 12 von der Strecke und konnte seine Fahrt dank der Hilfe der Zuseher nach knapp 6 Minuten fortsetzen, in SP 13 musste Saliuk den Fiesta jedoch vorzeitig abstellen.

Fünf weitere Sonderprüfungen waren am Samstag Nachmittag noch zu absolvieren. Robert Barrable schied nach Getriebeproblemen am Skoda Fabia S2000 in SP 14 aus.

Juho Hänninen und Freddy Loix teilten sich die Bestzeiten auf den verbliebenen fünf Sonderprüfungen. Der amtierende SWRC-Champion ließ nichts mehr anbrennen und feierte einen beeindruckenden Sieg bei der Geko Ypern Rallye 2012.

Schlussendlich betrug der Vorsprung auf den Zweitplatzierten Freddy Loix im Ziel nach 18 Sonderprüfungen 46.5s. Pieter Tsjoen beendete die Ypern Rallye 2012 auf dem dritten Rang (+2:14.6), vor Patrick Snijers im Mini Cooper S2000 auf Rang vier (+2:55.7).

Der Pole Michal Solowow, der Schwede Patrick Flodin sowie die Belgier Mathias Viaene und Jonas Langenakens komplettierten die Top-8.

Mit dem tollen neunten Gesamtrang feierte Andreas Aigner seinen zweiten Sieg im IRC Productions Cup mit fast 2 Minuten Vorsprung auf Bob Colsoul und mehr als 8 Minuten auf Philip Barbier.

Andi Aigner im Ziel: "Mit zunehmender Streckenkenntnis haben wir unseren Zeitpolster konsequent weiter ausgebaut und uns gut auf die schnellen und schwer einschätzbaren Prüfungen gewöhnt. Ein Defekt an der Bremse, der durch übermäßige Belastung entstanden ist hat uns letztlich eine Minute Zeit gekostet, da ich rund 5 Kilometer ausschließlich mit der Handbremse zurechtkommen musste. Unseren überlegenen Sieg in der Production Car Class konnte das aber glücklicher Weise nicht gefährden. Ich habe durch eine Umstellung an meinem Bremsstil während der nächsten Prüfungen, diese Überbelastung eindämmen können. Ich danke meinem gesamten Team für die perfekte Arbeit an diesem Wochenende. Speziell im Hinblick auf die folgenden Rallies bin ich überglücklich mit vollen Punkten und der Führung in der Klasse nach Rumänien reisen zu können. Dort werde ich seit langem, und auch das erste Mal mit dem Subaru, wieder auf Schotter fahren. Die Vorbereitungen dafür sind schon mit dem Team abgestimmt. Auch die Barum Rallye wird eine besondere Aufgabe, wenn ich an das übermächtige Starterfeld denke“

Foto: ircseries.com

Endstand nach 18 Sonderprüfungen:
01. Hänninen / Markkula, Skoda Fabia S2000 2:36:52.7
02. Loix / Vanneste, Peugeot 207 S2000 +46.5
03. Tsjoen / Chevallier, Skoda Fabia S2000 +2:14.6
04. Snijers / Gitsels, Mini Cooper S2000 +2:55.7
05. Solowow / Baran, Peugeot 207 S2000 +5:25.4
06. Flodin / Bergste, Ford Fiesta S2000 +5:55.5
07. Viaene / Vyncke, Peugeot 207 S2000 +9:37.8
08. Langenakens / Beernaert, Peugeot 207 S2000 +9:55.6
09. Aigner / Ertl, Subaru Impreza R4 +10:27.1
10. Tlustak / Skaloud, Skoda Fabia S2000 +10:38.9

Endstand IRC Productions Cup:
01. Aigner / Ertl, Subaru Impreza R4 2:47:19.8
02. Colsoul / Colsoul, Mitsubishi Lancer +1:57.2
03. Barbier / Defever, Mitsubishi Lancer +8:14.4
04. Moree / Meijs, Mitsubishi Lancer +9:46.7
05. Heloise / Gorczyca, Subaru Impreza R4 +10:11.0

Bestzeiten: Hänninen – 12, Loix - 5, Mikkelsen - 1

Wichtigste Ausfälle: Andreas Mikkelsen, Robert Barrable, Florian Gonon, Jasper Van den Heuvel, Oleksandr Saliuk, Vincent Verschueren, Kris Princen, Cedric De Cecco, Matthias Voon, Dominique Bruyneel, Mathieu Arzeno, Jan de Winkel, Harry Hunt, Hugo Arellano

IRC Stand Fahrer: 01. Mikkelsen – 89 Punkte, 02. Kopecky – 83, 03. Hänninen – 68, 04. Wiegand – 40, 05. Bouffier – 27, 06. Sordo – 25, 07. Loix und Breen – 18, 09. Campana und Basso und Tsjoen – 15, 12. Scandola und Arzeno und Gassner und Solowow – 12, 16. Perez und Andreucci und Flodin - 10

IRC Stand Hersteller: 01. Skoda – 249 Punkte, 02. Peugeot - 154, 03. M-Sport – 53, 04. Renault – 53, 05. Subaru – 41, 06. Honda - 28

Die Intercontinental Rallye Challenge wird von 05.-07. Juli mit der Premiere der Rallye San Marino auf Schotter fortgesetzt.

Fotos: ircseries.com, Daniel Fessl