NEWS - Sonntag, 15. Juni 2008
 

Türkei Rallye: Siege für Aigner und Hirvonen!

Andreas Aigner holt für das Red-Bull Rallye Team bei der Rallye Türkei den dritten PWRC-Sieg in Serie. Die Gesamtwertung in einer von Taktik geprägten Rallye entscheidet Mikko Hirvonen vor Jari-Matti Latvala und Sebastien Loeb für sich.

Der Finne Mikko Hirvonen sicherte sich den Sieg bei der Rallye Türkei, dem achten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft der Saison, und übernahm vor der Sommerpause die Führung in der WM-Zwischenwertung mit drei Punkten Vorsprung auf Sebastien Loeb.

Hirvonen führte das Feld über fast die gesamte erste Etappe an. In der vorletzten Prüfung am Freitag Abend ließ sich der Finne jedoch aus taktischen Überlegungen zurückfallen, um für die Samstags-Etappe eine bessere Ausgangsposition auf den bereits freigefahrenen Prüfungen zu haben. Eine taktische Entscheidung die nicht nur Zustimmung hervorrief. Neben Hirvonen wählten auch dessen Teamkollege Jari-Matti Latvala und Stobart Ford Pilot Gigi Galli diese taktische Variante. Sebastien Loeb beendete somit die erste Etappe ungewollt in Führung liegend.

Im Verlauf der zweiten Etappe konnte Mikko Hirvonen die perfekte Startposition nützen und setzte sich wieder an die Spitze des Feldes. Mit einem Vorsprung von 16 Sekunden auf Latvala und 35 Sekunden auf Loeb startete Hirvonen in die Sonntags-Etappe und konnte seinen Vorsprung bis ins Ziel sicher verteidigen. Der Finne feierte seinen zweiten Saisonsieg mit 7.9 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen.

Sebastien Loeb sicherte sich Rang drei bei der Türkei Rallye. Mit dem Nachteil als erster Pilot am ersten und zweiten Tag in die Prüfungen zu starten büßte der Franzose viel Zeit auf die Spitze ein. Loebs spanischer Teamkollege Dani Sordo überholte in der letzten Etappe noch Stobart Pilot Hennig Solberg und konnte die Rallye auf Rang vier beenden.

Subaru Pilot Petter Solberg komplettierte die Top-6 beim achten WM-Lauf der Saison vor Stobart Pilot Matthew Wilson und Citroen-Privatier Conrad Rautenbach auf den Rängen sieben und acht.

Die Suzuki SX4 WRC Piloten Toni Gardemeister und P.G. Andersson mussten im Verlauf der zweiten Etappe nach technischen Problemen aufgeben. Auch Stobart-Pilot Gigi Galli konnte die Türkei Rallye nicht beenden.

Nach gesundheitlichen Problemen konnte der Italiener nicht in die Sonntags-Etappe starten. Chris Atkinson im zweiten Subaru Impreza WRC konnte dank Superally die Veranstaltung doch noch beenden, nachdem ein Aufhängungsschaden in der SP 6 zum vorzeitigen Aus führte.

Andreas Aigner holt für das Red Bull Rallye Team 3. PWRC-Sieg in Serie!

Aigner ist damit in der Geschichte der PWRC der erst zweite Pilot dem es gelungen ist, drei Siege in Serie einzufahren!

Geschafft! Andreas Aigner (Aut) /Klaus Wicha (Ger) – Mitsubishi EVO IX ließen heute am Schlusstag der Türkei-Rallye nichts mehr anbrennen, verteidigten souverän Platz 1 in der PWRC und sicherten damit dem Red Bull Rallye Team den dritten Sieg in Serie. Mit diesem Erfolg baute der Steirer auch seine WM-Führung aus, liegt nun 16 Zähler vor den punktegleichen Patrik Sandell, der in der Türkei hinter Aigner auf Rang 2 landete und dem Finnen Jari Ketomaa, der diesmal nicht am Start war.

Aigner ist damit in der Geschichte der PWRC der erst zweite Pilot, dem es gelungen ist, drei Siege in Serie einzufahren. Der erste war der Japaner Toshi Arai, der dieses Kunststück 2003 zu Wege brachte.

Andreas Aigner: „Klar, drei Siege in Folge sind ein super geiles Gefühl. Denn so oft passiert das nicht. Für mich steht aber weiter die Meisterschaft ganz klar im Vordergrund. Da haben wir jetzt zwar einen passablen Vorsprung.

Wobei man nicht vergessen darf, dass meine härtesten Konkurrenten Ketomaa eine Rallye und Hänninen sogar zwei Rallyes weniger haben als ich.

Aber beide stehen jetzt unter Zugzwang, müssen erst zu Punkten kommen. Und genau das war hier mein Ziel – mit einer Top-Platzierung die Gegner unter Druck zu setzen.“

Mit dabei am Schlusstag auch wieder Bernardo Sousa (POR)/Jorge Cavalho (POR) – Mitsubishi EVO IX, die auf allen drei Prüfungen sehr gute Zeiten fuhren, und letztendlich noch Rang 11 in der PWRC belegten. Nach einem Zwischenfall zu Beginn der Samstag-Etappe, bei dem ein Zuseher verletzt wurde, beendete der Portugiese seine Rallye und startete erst heute wieder unter Verwendung des Superally-Reglements.

Teamchef Raimund Baumschlager: „Einfach gewaltig. Andreas hat auch heute keine Nerven gezeigt, hat die letzten Prüfungen bestens gemeistert. Ich bin wirklich sehr stolz – auf ihn und das ganze Team. Unsere Taktik ist voll aufgegangen. Was Bernardo betrifft war es genau die richtige Entscheidung, ihn heute wieder fahren zu lassen. Er war sofort wieder in der Rallye drinnen, hat mit guten Zeiten bewiesen, dass er den Kopf wieder frei hat.“

Endstand nach 19 Sonderprüfungen:
01. Hirvonen / Lehtinen, Ford Focus WRC 4:42:07.1
02. Latvala / Antilla, Ford Focus WRC +7.9
03. Loeb / Elena, Citroen C4 WRC +25.7
04. Sordo / Marti, Citroen C4 WRC +2:25.9
05. Solberg H. / Menkerud, Ford Focus WRC +2:33.7
06. Solberg P. / Mills, Subaru Impreza WRC +2:48.2
07. Wilson / Martin, Ford Focus WRC +4:24.2
08. Rautenbach / Senior, Citroen C4 WRC +7:46.7
09. Villagra / Perez, Ford Focus WRC +9:34.1
10. Clark / Nagle, Ford Focus WRC +11:48.8
11. Aigner / Wicha, Mitsubishi Lancer +20:14.5
12. Sandell / Axelson, Peugeot 207 S2000 +21:03.2

Bestzeiten: Loeb - 5, Latvala - 4, Hirvonen und Galli und Aava - 3, Solberg H. – 1

Wichtigste Ausfälle: Gigi Galli, Toni Gardemeister, P.G. Anderrson, Martin Prokop, Toshihiro Arai, Uwe Nittel, Evgenyi Novikov, Eyvind Brynildsen, Amjad Farrah

Endstand PWRC:
01. Aigner / Wicha, Mitsubishi Lancer 5:02:21.6
02. Sandell / Axelsson, Peugeot 207 S2000 +48.7
03. Baldacci / Agnese, Mitsubhishi Lancer +3:01.0
04. Rauam / Kutt, Mitsubishi Lancer +5:31.0
05. Araujo / Ramalho, Mitsubishi Lancer +6:23.7
06. Vertunov / Troshkin, Subaru Impreza +6:53.0
07. Campedelli / Fappani, Mitsubishi Lancer +12:19.1

Bestzeiten PWRC: Aigner – 5, Nittel und Baldacci – 4, Campedelli – 3, Al-Attiyah – 2, Sandell - 1

Stand Fahrer-WM:
01. Hirvonen – 59 Punkte, 02. Loeb – 56, 03. Latvala – 34, 04. Atkinson – 31, 05. Sordo – 30, 06. Solberg P. – 20, 07. Galli – 17, 08. Solberg H. – 16, 09. Wilson – 12, 10. Villagra - 8

Stand Hersteller-WM:
01. BP Ford Abu Dhabi WRT – 99 Punkte, Citroen Total WRT – 90, 3. Subaru WRT – 53, 4. Stobart Ford WRT – 43, 5. Munchi’s Ford WRT – 17, 6. Suzuki WRT - 10

Stand PWRC:
1. Aigner – 30 Punkte, 2. Sandell und Ketomaa – 14, 3. Hänninen – 12 und Araujo. 5. Nutahara und Sousa – 10, 7. Rauam – 9

Die Rallye-Weltmeisterschaft wird nach der Sommerpause Anfang August mit der Neste Oil Rally Finland fortgesetzt. Neben der PWRC wird in Finnland auch ein Lauf zur JWRC ausgetragen.


Fotos: SWRT.com, RedBull Rallyteam, Suzuki WRT, wrcturkey.com

 
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