NEWS - Sonntag, 22. Juni 2008
ADAC Rallye Masters: Becker / Ettel gewinnen am Stemweder Berg

Masters-Verfolger rücken auf. Anglade nach Sieg auf Platz zwei im ADAC Rallye Junior Cup.

Mit einem klaren Start-Ziel-Sieg gewannen der Hamburger Jan Becker und sein Wiener Co-Pilot Bernhard Ettel im Mitsubishi Lancer Evo 9 die 38. ADAC Rallye Stemweder Berg (20.-21.06.2008). Auf der Zielrampe in Stemwede hatten sie einen Vorsprung von 1:08,4 Minuten auf Martin Knudsen / Sören Kjaer (Honda Civic R3), die das Duell gegen ihre dänischen Landsleute Klaus Bodilsen / Thomas Henriksen (Mitsubishi Lancer) für sich entscheiden konnten. In der Tabelle der ADAC Rallye Masters machten die Verfolger Boden auf Leader Frank Richert gut. Mathias Kuhnert verteidigte im Citroën C2R2 Rang zwei, Timo Grätsch schob sich mit einem weiteren Divisionssieg im BMW M3 knapp an Guido Imhoff (VW Golf Kit-Car) vorbei auf Rang drei.

Mit seinem zweiten Sieg in Folge eroberte Patrik Anglade (Opel Astra GTC cdti) den zweiten Platz im ADAC Rallye Junior Cup. Die souveräne Führung in der Junior-Wertung behält weiterhin Konstantin Keil im BMW 120d. „Wir haben gleich auf den ersten Prüfungen richtig Tempo gemacht und dann den Vorsprung verwaltet“, war die scheinbar einfache Erklärung von Ex-Rallyecross-Meister Jan Becker zu seiner Siegesfahrt. Ein Blick in die Zeitenlisten schafft weitere Klarheit - zehn Bestzeiten auf den zwölf Prüfungen wurden für ihn notiert.

Nur HJS-Sportchef Klaus Osterhaus in einem weiteren Lancer und Knudsen im bärenstarken Civic R3 konnten sich je einmal vor Becker platzieren - der Vorsprung betrug allerdings jeweils nur Sekundenbruchteile.

Ein weiterer Verfolger war Mitsubishi-Pilot Sönke Milon. Er versenkte allerdings zur Halbzeit alle Ambitionen auf einen Podestplatz mitsamt Lancer im offensichtlich tiefsten Graben entlang der Strecke. Technische Probleme am Skoda Octavia Kit-Car warfen Tim Stebani aus der Spitzengruppe. In Abwesenheit von Masters-Leader Frank Richert ging es den Verfolgern darum, den Punkte-Vorsprung des Berliners zu verringern - was durchgängigauch gelang. Trotz einer starken Grippe fuhr Mathias Kuhnert mit Co Jens Söbke im kleinen Citroën C2R2 zum souveränen Divisionssieg und sichert sich mit Gesamtrang acht zum dritten Mal in Folge auch Zusatzpunkte für die Gesamtwertung. Der amtierenden Champ im ADAC Rallye Junior Cup verteidigte seine Spitzen-Position in den Reihen der Richert-Verfolger. Der VW Golf Kit-Car von Guido Imhoff / Sebastian Walker feierte Geburtstag.

Genau vor 12 Jahren hatte er mit Armin Holz am Steuer in Stemwede seinen ersten Wettbewerbs-Einsatz. Allerdings war Imhoff mit Divisionsrang zwei und der fünften Gesamtposition erfolgreicher als der Vorbesitzer, der das Ziel damals nicht sah. „Gegen Knudsen im neuen Civic R3 hatten wir allerdings keine Chance auf den Divisionssieg“, erklärte Imhoff. „nicht so sehr wegen der Motorleistung, aber vor allem im Bereich Fahrwerk und Bremsen ist er uns deutlich überlegen“. Die fehlenden fünf Punkte auf den Divisionssieg kosteten auch den dritten Platz in der Zwischenwertung.

Den übernahmen Timo Grätsch / Alexandra Gawlick nach einem weiteren Divisions-Erfolg im BMW M3. Sie mussten um ihren sechsten Gesamtrang jedoch zittern, da die Kupplung gegen Ende schlapp machte.

20 Sekunden Strafzeit für das zu frühe Einfahren in den Startbereich und eine auf den ersten Prüfungen zu verhaltene Fahrweise ließen für Dirk Klemund / Thomas Schöpf im Subaru Impreza nicht mehr als den siebten Gesamtrang und Platz vier in der Division zu. Ihren fünften Rang in der Masters Zwischen-Wertung konnten sie jedoch verteidigen. Mit Josef Wecker (Opel Astra), Daniel Schmidt (Skoda Fabia) und Björn Mohr (Opel Astra) schoben sich drei HJS-Diesel-Piloten in die Top-Ten der Masters Wertung. Nach einem klaren Sieg in der Division 6 liegt auch der Berliner Niels Kunze (Citroën Saxo VTS) nun unter den besten Zehn der Zwischenwertung. Beim vierten Einsatz im geliehenen BMW 120d konnte der Nordhesse Konstantin Keil seinen Führung im ADAC Rallye Junior Cup weiter ausbauen.

Mit 70 Punkten liegt er deutlich vor dem neuen Zweitplatzierten Patrick Anglade mit 40 Punkten. Anglade gewann am Stemweder Berg nicht nur die Junioren-Diesel-Wertung. Gemeinsam im Co Björn Röhm siegte der 20-jährige Saar-Youngster im Opel Astra GTC cdti erstmals im HJS Diesel Masters und fuhr in der Gesamtwertung bis auf den zehnten Gesamtrang nach vorne. Die Junior-Wertung in der Division 6 ging an Christian Knaupp (Deggingen) im Opel Corsa GSI. In der Gesamtwertung schob sich der 20-jährige mit seinem bislang besten Saisonresultat damit auf den achten Platz.

Stimmen im Ziel:

Jan Becker, Mitsubishi Lancer E9, 1. Platz:
„Sicherlich, die Prüfungen hier hatten sehr lange Geraden. Da konnte ich das üben, was ich bislang noch nicht so gut konnte: Punktgenau bremsen. Und das klappt jetzt richtig gut.“

Martin Knutsen, Honda Civic R3, 2. Platz:
„Auf der vorletzten Prüfung hatten wir noch ein Erlebnis der besonderen Art. Bei gut 160 km/h ist uns ein Fasan ins Auto geflogen, es hat nicht viel gefehlt und er hätte uns den Kühler komplett zerstört.“

Klaus Osterhaus, Mitsubishi Lancer E9, 4. Platz:
„Ich wollte bei dieser Rallye auch ausprobieren, mehr mit der Handbremse um die Ecken zu fahren. Dabei habe ich mich an der einzigen Schotterstelle rausgedreht. Zudem war ich auch noch zu blöd, das Auto schnell wieder in die richtig Richtung zu drehen, dadurch hat die ganze Aktion gut 30 Sekunden gekostet.“

Patrick Anglade, Opel Astra GTC, 10. Platz:

„Wir lagen zwar von Beginn an vorn, aber die Abstände waren hier unheimlich eng. In der neunten Prüfung hörten wir Geräusche aus dem Antriebsstrang und haben deshalb im Service vorsorglich die rechte Antriebswelle gewechselt.“

Endstand nach 12 Sonderprüfungen (102,92 Kilometern)
01. Becker / Ettel, Mitsubishi Lancer 0:59:15,6 Stunden.
02. Knudsen / Kjaer, Honda Civic TypeR R3 + 1:08,4 Minuten.
03. Bodilsen / Henriksen, Mitsubishi Lancer + 1:29,2 Stunden.
04. Osterhaus / Mausbeck, Mitsubishi Lancer + 1:36,6 Stunden.
05. Imhoff / Walker, VW Golf Kit-Car + 1:48,4 Minuten.
06. Grätsch / Gawlick, BMW M3 + 3:14,2 Minuten.
07. Klemund / Schöpf, Subaru Impreza STI + 3:39,4 Minuten.
08. Kuhnert / Söbke, Citroën C2R2 + 4:22,7 Minuten
09. Kölle / Mäding, Porsche 911 Carrera + 4:53,0 Minuten.
10. Anglade / Röhm, Opel Astra GTC + 6:25,5 Minuten.

Stand im ADAC Rallye Masters 2008:
01. Richert / Prillwitz Ford Escort Cosworth 1 142
02. Kuhnert / Söbke Citroën C2R2 5 93
03. Grätsch / Gawlick BMW M3 2 89
04. Imhoff / Walker VW Golf Kit-Car 3 86
05. Klemund / Schöpf Subaru Impreza 4 74
06. Gaßner / Thannhäuser Mitsubishi Lancer 4 60
07. Wecker / Josef Opel Astra GTC-Diesel 7 57
08. Schmidt / Daniel Skoda Fabia TDI 7 53
09. Werner / Edelmann Porsche 911 GT3 2 51
10. Kunze / Schwendy Citroën Saxo VTS 6 45

Das ADAC Rallye Masters wird mit der ADAC Ostsee-Rallye rumd um Oldenburg in Holstein am 05. / 06. September 2008 fortgesetzt.
 
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