NEWS - Sonntag, 20. April 2008
Fotos: Axel Kindermann, www-rallye-cult.de

ADAC Hessen Rallye Vogelsberg: Wevers vor van Eldik und Wallenwein

Zwei Teams dürfen sich nach dem zweiten Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft 2008 bei der ADAC Hessen Rallye Vogelsberg über einen Sieg freuen. Denn nach den neun selektiven SPs über 140,60 km rund um das Rallyezentrum in Schlitz konnte sich die niederländische Paarung Erik Wevers / Jalmar van Weeren (Ford Focus WRC ’06) als Gesamtsieger feiern lassen.

Die vollen Punkte in der DRM-Wertung allerdings gehen nach Schwaben: Der Stuttgarter Sandro Wallenwein lief mit Co-Pilot Pauli Zeitlhofer im Subaru Impreza STI als bestplatzierter DRM-Starter als Dritter im Ziel ein. Da Wevers und sein Landsmann Mark van Eldik (Subaru S12 WRC) auf Platz zwei in ihren WRC-Boliden nicht für die DRM-Punktevergabe gewertet werden, konnte Wallenwein die maximal möglichen 30 Zähler mitnehmen und teilt sich nun die Tabellenführung mit dem punktgleichen Hermann Gaßner, der mit Co-Pilot Siggi Schrankl im Mitsubishi Lancer Evo 9 als Vierter über die Zielrampe rollte.

Hinter dem amtierenden DRM-Champion lief der sechsfache Meister Matthias Kahle mit Beifahrer Dr. Thomas Schünemann im Porsche 911 GT3 im Ziel ein.

Die ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg hatte alle Zutaten, die ein echter Rallye-Krimi benötigt: Spannende Positionskämpfe, fünf Teams, die auf den neun Sonderprüfungen die Bestzeiten fuhren und mehrere Führungswechsel. Die bekannt anspruchsvollen Sonderprüfungen rund um Schlitz mit Klassikern wie dem Schottenring und den Prüfungen in Niederaula und Willofs wurden durch die wechselnden Witterungsbedingungen diesmal sogar noch anspruchsvoller. Beim Flutlicht-Prolog am Freitagabend bejubelten 10.000 begeisterte Fans an der trockenen Prüfung in Willofs das spektakuläre Vater-Sohn-Duell von Hermann Gaßner und dem 19-jährigen Hermann junior: Der amtierende Champion fuhr mit gerade einmal 1,2 Sekunden Vorsprung vor dem zweitplatzierten Filius die SP-Bestzeit. Frisch gestärkt vom Sieg bei der Rallye Erzgebirge am Wochenende zuvor gingen Peter Corazza / Ronald Bauer in einem weiteren Mitsubishi Lancer als Dritte in die Übernachtungspause.

Auch am Samstag übernahm Vater Gassner zunächst einmal das Kommando und holte auf der zweiten SP die Bestzeit. Doch die vorentscheidende Herausforderung wartete anschließend in Schotten: Auf dem legendären Schottenring hatte Matthias Kahle seinen großen Auftritt. Nach der enttäuschen Porsche-Performance beim Saisonauftakt im Oberland markierte er gemeinsam mit Co-Pilot Dr. Thomas Schünemann in Hessen seine erste DRM-Bestzeit im GT – und bestätigte diese überzeugend beim zweiten Durchgang in Schotten.

Kahle übernahm dabei sogar kurzfristig die DRM-Führung. Weniger gut lief es dafür für die versammelte Gassner-Truppe: Vater und Sohn Hermann kamen mit einem Reifenschaden vorne rechts aus der SP gehumpelt. Florian Auer, , tanzte ein wenig aus der Reihe: Sein Reifenschaden war vorne links. Endgültig abhaken konnte er die Hessen-Rallye übrigens nach dem zweiten Durchgang in Schotten, als er sich den gleichen Schaden am gleichen Rad an der gleichen Stelle erneut zuzog. Während Vater Gassner auf Rang zehn zurückfiel und sein Junior sich auf dem 17. Platz wiederfand, ging es für Auer bis ins Nirwana der Ergebnislisten.

Nach der ereignisreichen ersten Runde in Schotten fand sich zunächst Peter Corazza an der Spitze der DRM-Wertung wieder. Der Erzgebirgler nutzte seine Chance und konnte die Führung zunächst sogar ausbauen – bis er im Ziel der siebten von neun Prüfungen völlig niedergeschlagen auftauchte. „Wir wollten hier noch mal attackieren, das hat auch gut geklappt, bis wir nach einer Ecke ohne Vortrieb ausrollten. Ich konnte noch den dritten Gang einlegen und gerade so das Ziel erreichen“, erklärte er. Nun schlug die Stunde von Sandro Wallenwein, der die Führungsposition erbte.

Dem Stuttgarter war klar: „Hier musst du konstant und ohne Fehler fahren. Die beiden Prüfungen am Samstagmorgen mit Slicks zu fahren war zwar riskant, hat sich für uns aber ausgezahlt.“ Mit einer konstant schnellen und kontrollierten Fahrt holte er schließlich den DRM-Sieg. Im Schlussspurt machte auch die Familie Gassner noch einmal mächtig Boden gut. Der Vorwärtsdrang des amtierenden Meisters endete erst, als er auch noch Kahle vom zweiten Platz verdrängt hatte. Der Sohnemann tat es ihm gleich, er fuhr bis auf den vierten Platz nach vorn. Den fünften Platz sicherte sich Maik Steudten: „Das Auto , das Setup, alles ist neu“, beschrieb der Bernbeurer. „Wir arbeiten zwar in die richtige Richtung, aber im Moment ist es noch mehr ein Tanz auf rohen Eiern. Dafür ist dieses Resultat absolut in Ordnung.“

Hinter der Doppelspitze aus Gassner und Wallenwein liegt ein weiteres Pärchen auf dem dritten Meisterschaftsrang. Nach jeweils zwei Divisionssiegen verfügen Peter Zehetmaier (Honda Civic Type R, Division 3) und Felix Herbold (Suzuki Swift, Division 4) jeweils über 40 Zähler. Für Zehetmaier war es zudem eine Premiere, denn er pilotierte erstmals das neue Model des Honda Civic. Und er feierte den Einstand des neuen Fahrzeuges so, wie er das Vorgängermodell verabschiedet hatte: Mit einem Divisionssieg.

Endstand nach 9 Sonderprüfungen:
01. Wevers / van Weeren, Ford Focus WRC 1:22:29,30
02. van Eldik / Groenewoud, Subaru S12 WRC + 0:16,30 Min.
03. Wallenwein / Zeitlhofer, Subaru Impreza + 1:45,30 Min.
04. Gassner / Schrankl, Mitsubishi Lancer + 2:32,30 Min.
05. Kahle / Dr. Schünemann, Porsche 911 GT3 + 3:40,50 Min.
06. Gassner jr. / Wüstenhagen, Mitsubishi Lancer + 3:55,50 Min.
07. Steudten / Fuchs, Mitsubishi Lancer + 3:59,80 Min.
08. Kuipers / Mombaerts, Ford Focus WRC + 4:20,70 Min.
09. Kleinjan / Hulzebos, Skoda Fabia WRC + 5:40,80 Min.
10. Rexhausen / Clemens, Mitsubishi Lancer + 6:03,90 Min.

SP- Bestzeiten: Van Eldik - 4, Wevers - 2 , Gassner - 1, Kahle - 1, Kleinjan - 1

Deutsche Rallye-Meisterschaft 2008,
Meisterschaftsstand nach 2 von 6 Läufen
:
01. Hermann Gassner, Mitsubishi Lancer 53 P
01. Sandro Wallenwein, Subaru Impreza 53 P
03. Peter Zehetmaier, Honda Civic 40 P
03. Felix Herbold, Suzuki Swift 40 P
05. Lars Mysliwietz, Citroen C2 R2 25 P
06. Hermann Gassner jr., Mitsubishi Lancer 24 P
06. Matthias Kahle, Porsche 911 GT3 24 P
08. Christian Riedmann, Suzuki Ignis 21 P
09. Carsten Mohe, Renault Clio R3 20 P
09. Mark Muschiol, Renault Clio 20 P

Die Deutsche Rallye Meisterschaft wird mit der AvD Sachsen Rallye am 16. und 17. Mai rund um Zwickau fortgesetzt.

Fotos und Videos der ADAC Hessen Rallye Vogelsberg finden Sie unter: www-rallye-cult.de

 
 
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