Foto: M-Sport
 
pfeil Sonntag, 03. Juli 2016
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WRC RALLYE ITALIA SARDEGNA 2016

 

WRC Rallye Polen: Tänak dominiert bis knapp vor Schluss - Mikkelsen erbt den Sieg!

Ott Tänak dominierte die WRC Rallye Polen im Ford Fiesta WRC bis knapp vor Schluss, doch in der vorletzten Sonderprüfung kostete ein Reifenschaden den vielverdienten Triumph. Volkswagen Pilot Andreas Mikkelsen erbte den Sieg. Hayden Paddon (Hyundai) komplettierte das Podium.

Fotos ©: M-Sport, Hyundai WRT, Volkswagen Motorsport, Citroen Abu Dhabi WRT, Skoda Motorsport

Packend bis zum Zielstrich und mit dem Glück der Tüchtigen: Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N) haben ihren zweiten Sieg in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft gefeiert. Das Duo verwies im Volkswagen Polo R WRC in einem packenden Schlussspurt Ott Tänak/Raigo Mõlder (EST/EST, M-Sport-Ford) knapp auf den zweiten Platz, profitierte dabei aber auch vom späten Pech Tänaks, der durch einen Reifenschaden Zeit verlor.

Ott Tänak dominierte die Rallye Polen von Beginn an und beeindruckte mit einer unglaublichen Leistung. Der Ford Fiesta WRC Pilot sicherte sich eine Serie an Bestzeiten und startete mit einem Vorsprung von knapp 21s in den finalen Tag. Doch der erste Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft sollte dem DMACK-Piloten noch nicht vergönnt sein: In der vorletzten Sonderprüfung kostete ein Reifenschaden Tänak mehr als 40 Sekunden!

Foto: Volkswagen Motorsport

Andreas Mikkelsen feierte somit bei der Rallye Polen seinen zweiten Sieg in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) nach dem Triumph bei der Rallye Spanien 2015. Vier Mal stand er gemeinsam mit seinem Beifahrer Anders Jæger in dieser Saison bereits auf dem „Treppchen“, jedoch das erste Mal ganz oben. Möglich hatte das eine beherzte Fahrt gemacht. Mikkelsen/Jæger gingen als drittes Duo auf die Strecke und mussten damit an den ersten beiden Wettbewerbstagen gegen den Nachteil ankämpfen, die Strecke für die folgenden World Rally Cars vom losen Schotter freifegen zu müssen. 15 Mal rangierten sie auf den 21 Sonderprüfungen unter den Top drei.

Mit dem Sieg verkürzten Mikkelsen/Jæger im Kampf um die Weltmeisterschaft den Rückstand auf ihre Volkswagen Teamkollegen Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F), die Sechste wurden. Ogier/Ingrassia und Volkswagen gehen nach sieben von 14 Saisonläufen als „Halbzeitmeister“ in die kommende Rallye in Finnland (28.–31.07.2016). Mikkelsen/Jæger liegen als Zweite 51 Punkte hinter den dreimaligen Weltmeistern, Volkswagen wahrte in Polen einen Vorsprung von 61 Punkten auf den engsten Verfolger Hyundai. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) beendeten die Rallye Polen im dritten Polo R WRC auf der fünften Position.

Hinter Mikkelsen und Tänak komplettierte Hayden Paddon im Hyundai i20 WRC das Podium. Der Neuseeländer kämpfe während der gesamten Veranstaltung an der Spitze und musste sich schlussendlich im Kampf um Rang zwei nur um 2.3s geschlagen geben.

Nur knapp dahinter belegte mit Thierry Neuville ein weiterer Hyundai Pilot den vierten Gesamtrang, vor dem Volkswagen Duo Jari Matti Latvala und Sebastien Ogier auf den Rängen fünf und sechs. Craig Breen im Citroen DS3 WRC und Mads Östberg im Ford Fiesta WRC komplettierten die Top-8.

Foto: Hyundai WRT

51 Punkte Vorsprung – Sébastien Ogier/Julien Ingrassia gehen als „Halbzeitmeister“ in die zweite Saisonhälfte der Rallye-Weltmeisterschaft. Ihre engsten Verfolger sind ihre Teamkollegen. Andreas Mikkelsen/Anders Jæger verbesserten sich dank ihres Siegs bei der Rallye Polen auch auf die zweite Position der Fahrer- und Beifahrerwertung. Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila haben sich auf die vierte Position verbessert und liegen 75 Zähler hinter den WM-Führenden. Auch Volkswagen hat sich einen Vorsprung in der Herstellerwertung erarbeitet und liegt nach der ersten Saisonhälfte 61 Punkte vor Hyundai. Ein Sieg wird mit 25 Punkten belohnt.

Erst enorme Hitze, dann ergiebiger Regen – die Rallye Polen zeigte auf ihrer 2016er-Ausgabe zwei unterschiedliche Gesichter. Die beiden Eröffnungstage am Freitag und Samstag bildeten mit sommerlichen Temperaturen, Staub und losem Schotter eine enorme Herausforderung, besonders für jene Crews, die die Strecke eröffneten. Am Sonntagmorgen erwartete die Teilnehmer dagegen eine aufgeweichte Piste, nachdem Regen in der Nacht den Charakter der Rallye Polen verändert hatte. In beiden Fällen war ein präziser Aufschrieb Schlüssel zum Erfolg.

Die Rallye Polen gehört zu den schnellsten Rallyes im Kalender der FIA Rallye-Weltmeisterschaft und bildete den Auftakt zu den Tempowochen, die mit der Rallye Finnland (28.–31.07.2016) ihre Fortsetzung finden. 2016 betrug das Durchschnittstempo 106,16 Kilometer in der Stunde. Und das, obwohl drei traditionell langsame Zuschauerprüfungen sowie die verregneten Prüfungen am Sonntag das Tempo der gesamten Rallye deutlich verlangsamten.

Der 37. Powerstage-Erfolg für Volkswagen, der 31. für Sébastien Ogier: Die abschließende Sonderprüfung der Rallye Polen war erneut ein voller Erfolg für die Marke aus Wolfsburg. Dank der Bestzeit von Ogier/Ingrassia und Rang zwei durch Latvala/Anttila hat Volkswagen zum 82. und 83. Mal Zusatzpunkte herausgefahren – und das in der erst 45. Powerstage seit dem Einstieg der Marke in die Rallye-WM bei der Rallye Monte Carlo 2013.

Foto: M-Sport

WRC 2: Suninen beschert ŠKODA den fünften Sieg in Serie:

FABIA R5-Piloten Teemu Suninen/Mikko Markkula gewinnen dramatischen Dreikampf / Werksduo Esapekka Lappi/Janne Ferm verliert greifbar nahen Sieg durch Reifenschaden in vorletzter Prüfung und belegt Platz drei bei der Vollgas-Show in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC 2) / Armin Kremer nach Unfall out.

rst große Hitze und Staub, dann Regen und Schlamm und dazu jede Menge Dramatik: Das FABIA R5-Duo Teemu Suninen/Mikko Markkula hat alle Herausforderungen bewältigt und ŠKODA den fünften Sieg in Serie in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC 2) beschert. Dabei profitierten die Finnen von einem Reifenschaden beim ŠKODA Werksteam Esapekka Lappi/Janne Ferm (FIN/FIN), das in einem spannenden Dreikampf um den Sieg bis zur vorletzten Prüfung in Führung gelegen hatte. Am Ende reichte es für die Vorjahressieger bei der Vollgas-Show über 306,10 Kilometer für Platz drei. Das zweite ŠKODA Motorsportduo Pontus Tidemand/Jonas Andersson (S/S) landete nach einer großen Aufholjagd auf Rang sieben.

„Wechselnde Wetter- und Streckenbedingungen, großer Speed und ein spannender Dreikampf um den Sieg – die Rallye Polen war wirklich allerbeste Werbung für die WRC 2. Esapekka Lappi und Janne Ferm waren auf Siegkurs, ehe sie vom Reifenpech gestoppt wurden. Gratulation an Teemu Suninen und Mikko Markkula, die die Siegesserie für die Marke ŠKODA in der WRC 2 fortgesetzt haben“, kommentierte ŠKODA Motorsport-Direktor Michal Hrabánek und fügte hinzu: „Vor genau einem Jahr haben wir hier in Polen unseren historischen ersten Sieg in der WRC 2 mit unserem FABIA R5 gefeiert. Diesmal haben gleich acht Piloten auf unseren Allradler vertraut, davon sind vier unter den besten Acht gelandet. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den wir konsequent weitergehen müssen.“

Foto: Skoda Motorsport

Die Rallye-Tage auf den Schotterpisten in der landschaftlich schönen Masurischen Seenplatte waren an Spannung nicht zu überbieten. Am Freitag hatte zunächst das ŠKODA Werksduo Pontus Tidemand/Jonas Andersson die Führung übernommen, das dann aber zwischenzeitlich von einem Problem gestoppt wurde. Danach entwickelte sich ein Dreikampf um den Sieg zwischen den beiden ŠKODA FABIA R5-Piloten Esapekka Lappi und Teemu Suninen sowie Elfyn Evans (GB/Ford). Am Freitagabend lag Suninen vorn, doch am Samstag übernahm Lappi bei großer Hitze und auf staubigen Pisten die Führung.

Er ging mit einem Vorsprung von 10,8 Sekunden auf Suninen in die letzten vier Wertungsprüfungen am Finaltag, an dem sich die äußeren Bedingungen jedoch vollständig geändert hatten. Die Strecken waren nach starken Regenfällen schlammig, die Temperaturen um fast 15 Grad gesunken. Lappi verteidigte in den ersten beiden Prüfungen des Finaltages zunächst die Spitze vor Evans und Suninen. In der vorletzten Prüfung ,Baranowo 2‘ erlitt Lappi dann jedoch genau wie Evans einen Reifenschaden und verlor fast zwei Minuten. Damit war der Weg zum dritten Saisonsieg für Suninen frei.

„Ich habe erst versucht weiterzufahren, aber dann mussten wir doch stoppen und den Reifen wechseln. Dank unseres Trainings bei ŠKODA ist das sehr schnell gegangen. Trotzdem ist es natürlich bitter, wenn man so kurz vor einem möglichen Sieg gestoppt wird, aber das gehört zum Rallye fahren dazu. Gratulation an Teemu Suninen, der wirklich sehr schnell unterwegs war und ein würdiger Gewinner ist“, kommentierte Lappi.

Suninen sorgte für den fünften WRC 2-Sieg in Serie für den ŠKODA FABIA R5. Das 22 Jahre junge Rallye-Talent hatte die Siegesserie bei der Rallye Mexiko begonnen, bei der Rallye Argentinien war Nicolás Fuchs aus Peru im schnellen und zuverlässigen Allradler aus Mladá Boleslav nicht zu schlagen. Bei der Rallye Portugal triumphierte Werkspilot Pontus Tidemand, bei der Rallye Italien dann erneut Suninen.

Armin Kremer musste die Rallye Polen nach einem Unfall in SP 20 vorzeitig beenden.

Stimmen im Ziel:

Andreas Mikkelsen: „Was für ein krönender Abschluss, was für eine verrückte Rallye. Wir haben von Anfang an alles gegeben, was wir zu leisten imstande waren. Nur so konnten wir den Nachteil ausgleichen, früh auf die Strecke gehen zu müssen. Wir wussten, dass wir heute bei den unvorhersehbaren Bedingungen noch eine Chance bekommen könnten, mit um den Sieg zu fahren. Als sie da war, haben wir sie genutzt. Die Rallye gewonnen zu haben, ist einfach fantastisch, gerade weil es der erste Sieg zusammen mit meinem Beifahrer Anders Jæger ist. Wir sind Freunde und haben so vieles zusammen erlebt. Das hier ist nochmal etwas Besonderes. Ich fühle aber auch mit Ott Tänak und Raigo Mõlder mit, die kurz vor dem Ziel den Sieg durch einen Plattfuß verloren haben. Ich selbst habe eine ähnliche Situation vergangenes Jahr in Schweden selbst erlebt. “

Foto: Abu Dhabi WRT

Sébastien Ogier: „Gratulation an Andreas und Anders, die die gesamte Rallye einen starken Job gemacht haben. Aber auch viel Respekt für die Leistung von Ott Tänak. Wie immer in Polen war er superschnell unterwegs. Am Ende der Powerstage habe ich versucht, ihn ein wenig zu trösten. Wenn du so kurz vor deinem ersten Rallye-WM-Sieg stehst, tut es besonders weh. Für Julien und mich war es ein hartes Wochenende, deshalb bin ich froh, wenigstens ein paar Punkte für die WM-Wertung geholt zu haben. Die Bedingungen heute waren unglaublich rutschig, die schwierigsten seit langem. Es ging nur darum, den Polo heil nach Hause zu bringen. Jetzt freue ich mich auf meine Frau und meinen kleinen Sohn zu Hause. Für Tim habe ich so viele Geschenke bekommen, dass ich vielleicht noch einen Extra-Koffer besorgen muss.“

Jari-Matti Latvala: „Als erstes gehen meine Glückwünsche an meinen Teamkollegen Andreas Mikkelsen. Er ist eine fantastische Rallye gefahren. Für Ott Tänak ist es natürlich bitter, so kurz vor Schluss den ersten Platz noch zu verlieren, aber so gnadenlos ist unser Sport. Für mich war es der beste Tag der Rallye Polen. Leider habe ich erst viel zu spät meinen Rhythmus gefunden. Dennoch sind die guten Zeiten in den Wertungsprüfungen und der zweite Platz in der Powerstage ein versöhnlicher Abschluss und bringen zudem wichtige Punkte in der Herstellerwertung. Jetzt kommt mit der Rallye Finnland mein Heimspiel und das Highlight des Jahres. Darauf freue ich mich besonders und werde mich bestens darauf vorbereiten.“

WRC Rallye Polen – Endstand:
01. Andreas Mikkelsen/Anders Jæger (N/N), Volkswagen, 2:37.34,4 Std.
02. Ott Tänak/Raigo Mõlder (EST/EST), Ford, + 26,2 Sek.
03. Hayden Paddon/John Kennard (NZ/NZ), Hyundai, + 28,5 Sek.
04. Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul (B/B), Hyundai, + 29,3 Sek.
05. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN), Volkswagen, + 33,8 Sek.
06. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F), Volkswagen, + 40,3 Sek.
07. Craig Breen/Scott Martin (IRL/GB), Citroën, + 2.01,4 Min.
08. Mads Østberg/Ola Fløene (N/N), Ford, + 3.04,6 Min.
09. Eric Camilli/Benjamin Veillas (F/F), Ford, + 5.23,1 Min.
10. Teemu Suninen/Mikku Markkula (FIN/FIN), Škoda, + 5.53,3 Min.

Endstand (WRC 2):
1. Suninen/Markkula (FIN/FIN) ŠKODA FABIA R5 2:43:27,7 Std.
2. Evans/Parry (GB/GB) Ford Fiesta R5 + 0:49,6 Min.
3. Lappi/Ferm (FIN/FIN) ŠKODA FABIA R5 + 2:32,7 Min.
4. Kajetanowicz/Baran (PL/PL) Ford Fiesta R5 + 6:32,8 Min.
5. Koltun/Pleskot (PL/PL) Ford Fiesta R5 + 10:36,4 Min.

WRC Rallye Polen – Ergebnis Powerstage:
01. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F), Volkswagen 4.47,0 Min.
02. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN), Volkswagen + 0,7 Sek.
03. Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul (B/B), Hyundai + 1,5 Sek.

Foto: Volkswagen Motorsport

WM - Zwischenstände:

WM-Stand Fahrer: 1. Sébastien Ogier, 143 Punkte; 2. Andreas Mikkelsen, 92; 3. Hayden Paddon, 72; 4. Jari-Matti Latvala, 68; 5. Dani Sordo, 68; 6. Mads Østberg, 62; 7. Thierry Neuville, 61; 8. Ott Tänak, 52; 9. Kris Meeke, 26; 10. Eric Camilli, 24

WM-Stand Hersteller: 1. Volkswagen Motorsport, 196 Punkte; 2. Hyundai Motorsport, 135; 3. M-Sport, 100; 4. Volkswagen Motorsport II, 99; 5. Hyundai Motorsport N, 78; 6. DMACK, 58; 7. Jipocar Czech National Team, 18; 8. Yazeed Racing, 6

Die Rallye Weltmeisterschaft wird von 28. - 31. Juli 2016 mit der Rallye Finnland fortgesetzt.

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